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Melancholie statt Randale

Neue Platten: Joey Cape Melancholie statt Randale

So kennt man Lagwagon-Frontmann Joey Cape gar nicht: Auf seiner neuen Singer-Songwriter-Platte "Stitch Puppy" kommt er tief-melancholisch und sehr zurückgenommen daher. Warum die Songs trotzdem abwechslungsreich sind, erklärt ZiSH-Autor Manuel Behrens.

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Sonst gern der Klassenclown, auf seiner neuen Platte tief-melancholisch: Joey Cape.

Quelle: Handout

Das kalifornische Punkrock-Label Fat Wreck Chords feiert dieses Jahr seinen 25. Geburtstag. Punkbands wie Rise Against, Nofx, Against Me! und Lagwagon haben dort einst den Durchbruch geschafft. Aber die Bands, die seit der ersten Stunde für das Label unterwegs sind, haben längst graue Strähnen in den Haaren, so diese nicht unter grellen Tönungen versteckt werden.

Joey Cape ist einer davon. Als Lagwagon-Frontmann und Mitglied der Allstar-Coverband Me First and The Gimme Gimmes gibt der 48-Jährige auf seiner neuen Solo-Platte „Stitch Puppy“ zum dritten Mal den Singer-Songwriter. Der Kontrast zu seinen anderen Projekten könnte nicht größer sein: Gibt sich Cape sonst gern als hyperaktiver Klassenclown zum wuchtigen Geknüppel seiner Bands, liefert „Stitch Puppy“ den krassen Kontrast: Das Album ist tief-melancholisch, zurückgenommen und berührend.

Hier geht's zum Musikvideo "This Life Is Strange" von Joey Cape

Die zehn Songs sind meist nur mit Gitarre und Klavier arrangiert. So kann sich Capes Markenzeichen, die unverkennbar traurig-bedrückte Stimme, voll entfalten. Die Songs sind spartanisch instrumentiert, umso intensiver ist die Stimmung. „Me the Witness“, „St. Mary’s“ und „Tracks“ leben von ihrer bedrückenden und deprimierten Atmosphäre, während „This Life Is Strange“, „Gone Baby Gone“ oder „Spill My Guts“ keine Gute-Laune-Nummern sind, aber sie machen Hoffnung. Joey Cape beweist mit „Stitch Puppy“, dass auch eine graue Tönung ganz schön abwechslungsreich sein kann.

Manuel Behrens

Joey Cape: „Stitch Puppy“, Fat Wreck Chords. www.joeycape.com

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