Manchmal müssen auch harte Rocker auf ihre Gesundheit achten. Noch so ein Album wie „Crack The Skye“ – voll episch langer, unendlich oft in sich verschachtelter Songs – und den vier Jungs von Mastodon wären wahrscheinlich die Hirne explodiert. Ärztlichen Rat lehnten die Musiker dem Vernehmen nach zwar strickt ab. Immerhin aber buchten sie Mike Elizondo als Aufnahmeleiter, der regelmäßig Exzentriker wie Eminem und Dr. Dre unter seine Fittiche nimmt. Er ließ Mastodon für den Nachfolger mindestens einen Gang zurückschalten, verbannte die gesammelten King-Crimson-CDs aus dem Studio und schickte seine Jungs ab und an mal im Wüstenquartier von Josh Homme und den übrigen Queens of the Stone Age vorbei.
So ist „The Hunter“ wesentlich eingängiger und dennoch an fast keiner (die hymnisch-kitschige Ballade „Creature Lives“ fällt leider aus dem Rahmen) Stelle langweiliger geworden als das bisherige Opus Magnum des Quartetts aus Atlanta. Allein der Opener „Black Tongue“ bietet in dreieinhalb Minuten alles, was diese Band auszeichnet: erdige Riffs, verspielte Rhythmen und Hooklines zum Mitsingen. Bei „Spectrelight“ schaute Scott Kelly von Neurosis kurz im Studio vorbei und durfte ein wenig Mitgröhlen. Mit „Curl Of The Burl“ und „Blasteroid“ enthält das Werk mindestens zwei potenzielle Hits.
Wer Mastodon noch nicht kennt, sollte vielleicht mit dieser Platte den Einstieg in die Heavy-Welt schaffen.
Tobias Morchner
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