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Epischer Überlebenskampf

Neue Platten: Baroness Epischer Überlebenskampf

Sofort ein Ohrwurm ist das neue Baroness-Album "Purple" nicht. Stattdessen gibt es nach und nach eine Menge zu entdecken, meint ZiSH-Autor Manuel Behrens.

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Nach einem Unfall war die Hand von Baroness-Sänger und Gitarrist John Baizley zerschmettert. Die Ärzte meinten, er könne nie wieder Gitarre spielen - vonwegen!

Quelle: Universal/Jimmy Hubbard

Die Operation von Baroness-Sänger und Gitarrist John Baizley dauerte über zehn Stunden. Die Teile seiner Hand, die bei einem Unfall mit dem Tourbus nicht zerschmettert worden waren, mussten künstlich gebrochen werden. Gitarre spielen, meinten die Ärzte 2012, könne er vergessen. Während der damalige Schlagzeuger sowie der Bassist – beide ebenfalls schwer verletzt – die Band verließen, kämpfte sich Baizley zurück und lernte wieder spielen.

Jetzt, drei Jahre später, sind Baroness in neuer Besetzung und mit ihrem neuen Album „Purple“ zurück. Wie auf den Vorgängeralben werden auch hier die Ohrwürmer nicht gleich beim ersten Hördurchgang freigelassen. Baroness genießen gleiches Ansehen in Punk- und Progressive-Szene, weil es auf ihren Alben mit der Zeit viel zu entdecken gibt: Auch auf „Purple“ lichtet sich die Mischung aus modernem Metall, Prog-Rock und Punk erst nach und nach: Die epischen Gitarrenriffs, das filigrane Drumspiel und Baizleys Stimme, mit der er als Türsteher an der Höllenpforte arbeiten könnte, geben ihre Melodiösität erst Stück für Stück preis.
Dazu gibt Baizley in einigen Stücken Einblicke in sein Unfalltrauma („Kerosene“) und den langwierigen Heilungsprozess („Chlorine and Wine“). Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis, wie schnell alles, was einem je wichtig war, zerstört werden kann („Shock Me“). Baroness und John Baizley haben ihren Überlebenskampf gewonnen. So ist „Purple“ ein episch-vertracktes Album, das Mut macht.

Manuel Behrens

Baroness: „Purple“, Universal. 
 www.yourbaroness.com

Am Freitag, 1. April 2016, spielen Baroness um 20 Uhr in der 60er-Jahre-Halle, Zur Bettfedernfabrik 3. Tickets gibt's in allen HAZ-Ticketsshops und auf tickets.haz.de.

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