Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Schlicht zu schlicht

Neue Platte von Eagles of Death Metal Schlicht zu schlicht

Jesse Hughes und Josh Hommes, die beiden Musiker hinter Eagles of Death Metal, wollen auf ihrem neuen Album lustig sein. HAZ-Redakteur Tobias Morchner weiß, warum das nicht geklappt hat.

Voriger Artikel
Melancholie statt Randale
Nächster Artikel
Große Gefühle statt Herbstblues

Sind nicht witzig: Eagles of Death Metal

Quelle: Handout

Jesse Hughes und Josh Homme haben sich mächtig ins Zeug gelegt: Zu gern wären die beiden Musiker hinter dem Projekt Eagles of Death Metal so schräg wie Helge Schneider. Oder zumindest so lustig wie die Band Tenacious D., mit der sich der Schauspieler Jack Black seine drehfreie Zeit vertreibt. Die Eagles of Death Metal haben auch auf ihrem vierten Album „Zipper Down“ ihre Spaßkanonen kräftig durchgeladen. Das Cover zeigt blanke Frauenbrüste, auf denen die Konterfeis der Musiker prangen. Auf der Platte selbst covern sie den Song „Save a Prayer“ von Duran Duran aus dem Jahr 1983 – in einer staubtrockenen Stoner-Rock-Version.
Um „Zipper Down“ zu bewerben, haben Homme und Hughes Kurzfilme ins Netz gestellt, in denen sie selbst in aberwitzigsten Verkleidungen zu sehen sind – oder auf eine Banane auf zwei Beinen warten, die das neue Album bringt. Das ist natürlich alles total übertrieben, genau wie die Rocker­kluft, die Oberlippenbärte und Gel-Tollen – lustig finden muss man das Spiel mit der Macho-Attitüde aber nicht.
Spätestens beim Hören des nur etwa 35 Minuten kurzen Werks wird klar, dass der Versuch, Gags und Ironie in Musik zu packen, auf „Zipper Down“ gescheitert ist. Zu routiniert ist das Fundament der Rocksongs, die treibenden Fuzz-Gitarren, das scheppernde Schlagzeug, der pumpende Bass. Nicht nur die Songtitel wie „Got a Woman“ oder „Got the Power“ sind reichlich schlicht geraten. Immerhin bleiben die Eagles of Death Metal dem Tenor der ersten Single treu: „It’s so easy without complexity.“

Eagles of Death Metal: „Zipper Down“, Universal, eaglesofdeathmetal.com

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Neue Platten