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Jeden Dienstag stellt ZiSH neue Alben vor. Dieses Mal hat Jan Sedelies Sido zugehört.

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Ein Neubeginn: Sidos aktuelles Werk überrascht.

Quelle: Handout

Nachdem der Rapper Sido für sein letztes Album schon auf die charakteristische Maske verzichtet hat, geht er auf seinem vierten Album „Aggro Berlin“ noch einen Schritt weiter: Im Eröffnungstrack spricht der Hauptstädter mit seinem Alten Ego, dem Gemeinheiten rotzenden Rüpelrapper. „Ich bin jetzt eine Art Neubeginn“, erklärt der geläuterte Sido seinem Vergangenheitsschatten und sperrt im Minihörspiel die zeternde Sido-Stimme in einen Schrank. Aggrorap wird eingemottet. Plakativer geht’s nicht. Und auch im nächsten Stück „Sido“ distanziert sich der Rapper weiter vom alten Image. Beleidigt verabschiedet er sich von seiner Jurorenrolle in der „Popstars“-Show („Detlef ist ein Volltrottel“) und hält eine wehmütigen Grabrede auf das Aggro-Berlin-Label.

Und was bietet der neue Sido? Eine Menge stilistischer Überraschungen. In der Single „Hey Du!“ setzt er sich nüchtern mit seiner DDR-Kindheit auseinander und dem Umzug in den Westen („Ein Ostlerjunge war nicht wirklich angesagt im Westen / ich bekam wegen der Herkunft fast jeden Tag auf die Fresse“). In „Marie & Jana“ nimmt er sich zu einem Reggaebeat die Kifferklischees der Szene vor und ist richtig witzig dabei. Und mit Samy Deluxe besingt er ironisch den eigenen Rapper-Seniorenstatus. Sido wirkt munterer und selbstironischer denn je. Da verzeiht man ihm auch die vielen Rückblicke auf die Karriere. Der Imagewechsel zahlt sich zumindest musikalisch aus.

von Jan Sedelies

Sido: „Aggro Berlin“, Urban/Universal.
www.
sido.de

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