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Plautzen-Punk in Zuckerwatte

Neue Platten: Descendents Plautzen-Punk in Zuckerwatte

Nach zwölf Jahren melden sich die Erfinder des Pop-Punk mit einer neuen Platte zurück: Die Descendents. Musikalisch setzen sie auf bewährte Mittel und auch textlich bleiben sie sich treu und schreiben Songs für Außenseiter. ZiSH-Autor Manuel Behrens weiß, warum die Platte so viel Spaß macht. 

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In Würde gealtert: Die Pop-Punk-Urväter Descendents.

Quelle: handout

Manche sagen, die Schulzeit sei die beste Zeit des Lebens. Wer diese Meinung vertritt, hat vermutlich nie die Pubertät mit voller Wucht abbekommen. Pickel hier, Geschlechtsteilvergleich da – und dazu diese ständige Unsicherheit. Für diese Art Selbstzweifel sind die Descendents seit 38 Jahren (!) Fachmänner.

Ihre Antwort darauf ist der Name ihrer bekanntesten Platte: „Everything Sucks“ – alles scheiße. Die Kalifornier haben von Beginn an Songs für Picklige, Punks und picklige Punks geschrieben. Nebenbei haben sie ein ganzes Genre erfunden: Pop-Punk. Von den Ramones lernten sie, dass drei bis vier Powerchords für mehrere Alben reichen – um die New Yorker dann frech in Sachen Tempo rechts zu überholen.

Sänger Milo Aukerman fand für schwermütigste Themen Melodien, die klingen, wie Zuckerwatte schmeckt. Daran hat sich auch zwölf Jahre nach der letzten Platte „Cool to Be You“ nichts geändert. Auf „Hypercaffium Spazzinate“ schafft die Band 16 Songs in gut 30 Minuten – soweit alles beim Alten. Textlich haben sich die Descendents ihrem Lebensabschnitt angepasst: Es geht um die Selbstzweifel, die sie im Alter plagen. Mit charmanter Ironie geht’s in „Feel This“ um den Tod, die expandierende Plautze („No Fat Burger“) und die richtige Medikation von Pillen („Limiter“). Die mitergrauten Fans dürften das kennen. Die jüngeren lernen: Nach Pubertät und Pickel warten neue Probleme. Zur Vorbereitung gibt’s einen Soundtrack der Spaß macht.

Manuel Behrens

Descendents, „Hypercaffium Spazzinate“, Epitaph. 
 www.descendents.tumblr.com     

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