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Was stimmt mit der neuen Kraftklub-Platte nicht?

Neue Platten: Kraftklub Was stimmt mit der neuen Kraftklub-Platte nicht?

Schrammelgitarren und ihr Sinn für Sprachwitz haben Kraftklub und ihrem Debüt "Mit K" zum Durchbruch verholfen. Jetzt ist ihre dritte Platte "Keine Nacht für Niemand" erschienen. Nicht nur der Sound  hat sich verändert, meint ZiSH-Autorin Kira von der Brelie. Auch so manche Songzeile wirkt ungewohnt prollig.

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Zurück mit Album Nummer 3: Kraftklub.

Quelle: Universal

Mit klugem Sprachwitz und schrammeligen Gitarren haben sich Kraftklub seit ihrem Debüt „Mit K“, erschienen vor fünf Jahren, die großen Hallen erspielt. Auf „Keine Nacht für Niemand“ schrammeln die Gitarren immer noch, sonst ist aber vieles anders: Der Sound ist verwaschener, Synthesizer tapsen hell neben flockigen Gitarrenriffs. Dunkle Basslines geben Carpe-Noctem-Hymnen wie „Hallo Nacht“ Tiefe, weinerliche Streicher zelebrieren Liebesballaden („Fan von dir“). Kraftklub sind smoother und poppiger als 2014 auf „In Schwarz“. Besonders „Sklave“ – eine Persiflage der Leistungsgesellschaft – ist so hallig und überproduziert wie ein Achtzigerjahre-Import. Was dort gut funktioniert, klingt bei anderen Songs nach Wischiwaschi („Leben ruinieren“).

„Keine Nacht für Niemand“ ist das wohl pubertärste Album der Band: Schon der Titel verweist nicht sonderlich subtil auf das Ton-Steine-Scherben-Album „Keine Macht für Niemand“. Kraftklub sind kritisch, wenn sie in „Fenster“ Verschwörungstheoretiker parodieren, die Dringlichkeit der „Scherben“ erreichen sie aber nie. Auch die Deichkind-Referenz „Schmeißt die Möbel aus dem Fenster, wir brauchen Platz zum Dancen“ („Venus“) wirkt wie ein nachgeplapperter Teenie-Spruch, um betrunkene Abiturienten auf die Tanzfläche zu kriegen. Pubertär ist auch die Refrainzeile „Du verdammte Hure“ aus „Dein Lied“: Wütend auf die untreue Ex zu sein ist verständlich – sexistisch ist so ein Macho-Gehabe aber trotzdem.

Kira von der Brelie

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