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So klingt "Ti Amo" von Phoenix

Neue Platten: Phoenix So klingt "Ti Amo" von Phoenix

Nach ihrem letzten Album "Entertainment" befüchteten viele Fans von Phoenix, dass die Band im Mittelmaß des Stadionrocks untergeht. "Ti Amo" dürfte die Anhänger beruhigen: Die neue Platte der Franzosen ist ein Schritt zurück zum Hüpfburg-Indie-Pop, meint ZiSH-Autor Martin Wiens.

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Nach ihrem letzten Album "Entertainment" befüchteten viele Fans von Phoenix, dass die Band im Mittelmaß des Stadionrocks untergeht.

Quelle: Warner

Phoenix machen nun doch keinen Stadionrock. Wer nach dem letzten Album und Hymnen wie „Entertainment“ Angst davor hatte, dass die Franzosen ihr Dasein künftig ausschließlich mit Headlinershows fristen, kann beruhigt sein. „Ti Amo“ ist ein Schritt zurück zum Hüpfburg-Indie-Pop und genau deshalb natürlich ein großer Schritt nach vorne. Denn das dezente Klimbim beherrschen Phoenix noch immer besser als jede andere Band.

Die Songtitel lesen sich wie die Produktliste eines stehen gelassenen Eiswagens („Tuttifrutti“, „Fior di Latte“, „Fleur De Lys“). Und so klingt auch die Musik: Wo früher noch die Gitarren schrabbelten, fisseln heute überwiegend Synthies nervös umher. Die Drums tapsen vorweg. Und Frontmann Thomas Mars singt mit gurgelnder Mäuserich-Stimme von den schönen und noch schöneren Dingen im Leben. Wer mag, kann das problemlos als Belanglosigkeit auslegen. Alle anderen freuen sich darüber, dass alles einfach mal tuttifrutti ist, zumindest für 40 Minuten.

Trotzdem: Ein Riesenalbum wie „Wolfgang Amadeus Phoenix“ ist „Ti Amo“ sicherlich nicht. Aber immerhin gelingt es den Franzosen, sich weiterzuentwickeln, ohne dabei komplett egal zu werden. Das mag selbstverständlich klingen, ist es aber nicht. Hüstelnd blicken wir rüber zu den Strokes.

Martin Wiens

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