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Guter Schachzug

Neue Platten: Banks & Steelz Guter Schachzug

RZA hat mit seinem Wu-Tang Clan Amerika einst das Fürchten gelehrt, jetzt macht er als Banks & Steelz gemeinsame Sache mit Interpol-Sänger Paul Banks. Rap und Rock - kann das gutgehen? Ausnahmsweise schon, meint ZiSH-Autor Karsten Röhrbein. Das zeigt schon die aufregende Single "Giant".

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Legen ein ganzes Crossover-Album vor: Banks & Steelz.

Quelle: Atiba Jefferson

RZA ist kein Mann der leisen Töne: „Fuck CNN, this is ghetto editorial“, wütet der Kopf des Wu-Tang Clan zum Auftakt seines neuen Albums. Wie Chuck D von Public Enemy, der Rap einst als Nachrichtensender der Schwarzen umschrieb, weiß auch RZA, wie man sich Gehör verschafft. Die Single „Giant“ ist am Ende zwar nicht der angekündigte Leitartikel, eine kleine Sensation ist sie dennoch. Hip-Hop-Stratege RZA hat den Song gemeinsam mit Paul Banks aufgenommen, dem Sänger der High-End-Melancholiker Interpol.

30 Jahre nachdem Run-DMC und Aerosmith mit „Walk This Way“ die gegensätzlichen Genres Rap und Rock für immerhin fünf Minuten versöhnten, legen die Indierock-Ikone und der Hip-Hop-Mogul unter dem Namen Banks & Steelz ein ganzes Crossover-Album vor. Paul Banks, der auch auf seinen Solo-Album ja gerne in Schwermut schwelgt, übernimmt auf „Anything But Words“ meist die Refrains – und klingt erstaunlich vital. Sein feingliedriger Interpol-Sound mitsamt der Joy-Division-Gedächtnis-Gitarren funktioniert nicht nur als Kontrast zu RZAs smartem Rap: In „Wild Season“, das von Verlangen und Verfehlungen erzählt, ergänzen sich die beiden großartig, besonders als Florence Welch (Florence And The Machine) hinzukommt.

Die zweite Hälfte der zwölf Songs plätschert leider allzu gemächlich dahin. Banks und RZA, die sich beim Schachspielen schätzen gelernt haben, verstehen sich sichtlich gut – Reibung wäre aber spannender.

Fakten zur Platte

Banks & Steelz: „Anything But Words“, Warner. www.banksandsteelz.com

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