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Songs zum Zusammenbauen

Neue Platten Songs zum Zusammenbauen

Ihren Musikstil nennt die Band Golf selbst Dada-Pop. Auf ihrem Debütalbum "Playa Holz" spielen sie gutgelaunte Sommersongs und singen über Hannover. Haz-Redakteur Kristian Teetz hat es sich angehört.

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Musik nach dem Baukasten-Prinzip: Die Band Golf macht Gute-Laune-Pop.

Quelle: Handout

Als Erstes eine gute Nachricht: Im Song „Hannover“ der Popband Golf geht es nicht um Hannover-Bashing. Das ist ja nicht selbstverständlich, hängt doch der Stadt immer noch das Nicht-tot-überm-Zaun-hängen-wollen-Image an. Das war wieder gut zu beobachten, als die Kommentatoren des Obama-Besuchs in allerlei Variationen ihr „Was will denn der US-Präsident ausgerechnet in Hannover?“-Mantra herunterbeteten. Gut, eine flammende Liebeserklärung haben die vier Kölner von Golf auch nicht geschrieben. „Du in Bonn und ich in Berlin / wir sollten einen Zug nehmen / uns an die Welt lehnen / in der Mitte treffen / Wolfsburg, Paderborn / wohl eher Hannover / kein England und kein Mofa / zwei Tage im Hotel“, heißt es da. Hannover liegt halt zwischen den beiden Städten, in der Mitte. Mitte, nicht zu verwechseln mit Mittelmaß.

Zu viel sollte man in die Texte nicht hineininterpretieren: Das Debüt „Playa Holz“ will mit Keyboard-Synthie-Sound vor allem gute Laune machen. Dada-Pop nennen Golf ihren Musikstil. „Wenn die Zuhörer den Song ein bisschen zusammenbauen müssen, das macht schon Spaß“, sagt Keyboarder Wolfgang Pérez. Ikea goes Text­rezeption. Es ist angenehm, mal wieder Musiker zu hören, die nicht pathosbeladen vom eigenen Bauchnabel singen, aus dem eine ganze Welt erwächst. So ist „Playa Holz“ ein idealer Begleiter für den Sommer: unangestrengt, freibadkompatibel. Hart, dunkel und bedeutungsschwer wird es in den Altbauwohnungen deutscher Popmusik früh genug wieder.

Kristian Teetz

Golf: „Playa Holz“,
Styleheads Music (Groove Attack).
www.golfgolfgolfgolf.de

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Von Redakteur Kristian Teetz