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Samy Deluxe: Die unendliche Reise ins Ich

Neue Platten Samy Deluxe: Die unendliche Reise ins Ich

Samy Deluxe beschäftigt sich auch auf seinem neuen Album „SchwarzWeiss“ nachdenklich mit seiner Vergangenheit. Wie sich das anhört, klärt Felix Klabe, der sich für ZiSH die Platte angehört hat.

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Samy Deluxe: „SchwarzWeiss“

Quelle: Handout

Samy Deluxe reist gern – seit seinem vorherigen Album „Dis Wo Ich Herkomm“ ist er am liebsten in seiner Vergangenheit und seinem Inneren unterwegs. Dort wühlt er nach Erinnerungen, überdenkt verpasste Chancen und gibt sich so selbstreflektiert wie kaum ein deutscher Rapper. Der musikalische Erfolg, aber auch die privaten Rückschläge wie der Tod seines Vaters und die Trennung von Frau und Kind zeigen ihm auf seiner Reise, wie kontrastreich sein Leben bislang war. Er fühle sich erwachsen, doch gefunden habe er sich noch nicht. Das hört man auch auf seinem neuen Album „SchwarzWeiss“. Wieder hat er sich von bissigen Beats und Raps getrennt und versucht Gitarren, Streicher und auch elektronische Effekte zu integrieren. Melancholische Texte wie in „Eines Tages“ („Eines Tages wird mein Traum Wirklichkeit / Und ich bin endlich mit mir selbst im Reinen“) werden mit ruhigen Gitarrenmelodien begleitet. Freundeskreis-Frontmann Max Herre unterstützt ihn in „Zurück zu Wir“ mit Gitarre und Gesang bei der Suche nach seinem inneren Frieden.

Kritikern, die Samy nach seinem vorherigen Album vorwarfen, weich gespülten Rap zu machen, entgegnet er nun mit Liedern wie „Poesie Album“. Dort schafft er es, Persönliches in pointierten Sprechgesang zu verpacken. Das effektschwangere Stück „RapGenie“ hingegen ist überflüssig. Über weite Strecken ist Samys Reinwaschung für den Hörer erschöpfend. Ein Leben mit Höhen und Tiefen hin oder her – es ist Zeit, sich selbst zu finden.

Felix Klabe

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