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Sei James Bond!

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Neues aus der Welt der Musik. Heute: "Scouting For Girls" von der gleichnamigen Band aus England.

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Ein Gesamtwerk

Die erste Platte der Jungs von Scouting For Girls.

Quelle: Columbia

Sei James Bond!
Fröhlichkeit hat nichts in guten Songs verloren. Das zumindest lehrt die Musikgeschichte. Die besten Songs sind in Liebeskummer und Selbstzweifeln entstanden. Ein glücklicher Morrissey? Will keiner hören. Lieder über eine funktionierende Beziehung? Langweilig. Das Debütalbum von Scouting For Girls wird wohl nicht für die Ewigkeit sein. Weil der Piano-Pop-Rock der drei Londoner optimistisch ist. Freundin weg? Kein Grund zum Trübsal blasen, einfach an Wunder glauben: „Elvis ain‘t dead / And you‘re coming back.“ Dazu serviert die Band die Zutaten für einen erfolgreichen Popsong, der auch Stunden später im Ohr klebt: eine Hookline zum Mitsingen, Kindergartenreime und fröhliches Klaviergeklimper zu rockigen Gitarren. Die Reime haben wie in „She‘s So Lovely“ Poesiealbumcharakter („She‘s pretty / A fittie / She‘s got a boyfriend / And that‘s a pity“), und auch ansonsten hat die Band eine kindliche Phantasie. In „James Bond“ tauchen sie einfach in die Welt des Agenten ein („Kissing all the girls / Blow the bad guys away“). Das ist niedlich, irgendwie albern, aber eingängig. Doch manchmal sind Scouting For Girls zu plump: Bei einem Song mit dem Titel „Heartbeat“ muss man nicht unbedingt ein pochendes Herz imitieren. Die Bilanz ist trotzdem erstaunlich: zehn Songs, zehn Ohrwürmer. Nur leider überhört man sich Ohrwürmer schnell. In Großbritannien hat man inzwischen genug von Scouting For Girls‘ Fröhlichkeit – dort wurde das Album aber auch bereits vor einem Jahr veröffentlicht. Das britische Musikmagazin NME hat die Briten als schlechteste Band des Jahres 2008 nominiert – die haben wohl etwas gegen gute Laune.

von Hannah Suppa

Scouting For Girls: „Scouting For Girls“, Columbia (Sony BMG)

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