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Neue Platten Siegreiches Erwachsenwerden

Captain Planet aus der Großstadt Hambug besingen auf ihrem neuen Album "Treibeis" das Alleinsein. Ein tristes Thema? Nicht unbedingt, findet ZiSH-Autor Joss Doebler.

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Dreiminütige Jugendpamphlete im Akkord bietet das neue Album "Treibeis" von Captain Planet.

Hamburg.. Das ist Großstadt. Das ist der Hafen, das Meer. Das ist nah am Wasser gebaut. Das ist Captain Planet. Schon mit ihrem ersten Album „Wasser kommt Wasser geht“ haben die vier Nordlichter 2007 ihren Gesellenbrief gemacht. Seitdem werden dreiminütige Jugendpamphlete im Akkord zusammengeschustert und nun, mit der dritten Platte „Treibeis“, auch auf dem elitären Independent-Label Zeitstrafe (Antitainment, Escapado) unter die Leute gebracht.

Ihr schneller Indiepunk hat immer etwas Rastloses in sich. Die stechend angezerrten Gitarren hetzen geradlinig durch Verse, Refrains und B-Parts. Darüber legt Sänger Jan Arne mit nölig-klarer Stimme Texte über den Absprung zum Erwachsenwerden. Über das Nach-Hause-Wanken nach der Party, über den Traum, dem Leben eine Bedeutung zu geben, während man sich in der dicht gedrängten Supermarktschlange wie ein Fremdkörper fühlt. Und immer wieder: über das Alleinsein. „Alles, was du sagst / Alles, was du träumst / Alles, was du bist / Bist du alleine“, heißt es in „Nationalpark“.

Schlimm ist das nicht. Das wird schon beim „Viva allein!“-Schlachtruf im energisch-wüsten Opener „Pyro“, dessen Video eine durchgefeierte Nacht auf der Reeperbahn zeigt, klar. Denn dann kann man sich den wichtigen Fragen widmen, etwa wie in „Spielplatz“: „Wie gehst du nur mit den Niederlagen um? Wo üben die, die immer siegen?“ Na klar: im Proberaum von Captain Planet.

Joss Doebler

Captain Planet: „Treibeis“,
Zeitstrafe.
www.captain-pla.net

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