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Neue Platten

Snow Patrol: Von Disko zu Disko


Gerät eine populäre Band unter Erfolgsdruck, kann sie schonmal ihre Schwierigkeiten haben, die gewohnte Kreativität aufrecht zu erhalten. Tobias Morchner hat sich für ZiSH die neue Platte „Fallen Empires“ von Snow Patrol angehört und erzählt, wie die britischen Indie-Rocker damit fertig wurden.
Snow Patrol: „Fallen 
Empires“

Snow Patrol: „Fallen 
Empires“

Hannover. Keine Frage: Elf Millionen verkaufte Alben können gewaltig auf des Songschreibers Schultern lasten, insbesondere wenn diese so schmal sind wie die von Snow-Patrol-Chef Gary Lightbody. Verständlich ist es in diesem Fall auch, dass es selbst einem nordirischen Rockstar irgendwann nicht mehr so leicht gelingt, Hymnen wie „Chasing Cars“ oder „Eyes open“ aus dem Ärmel zu schütteln. Zudem stehen, so empfindet es zumindest Lightbody, die nächsten Anwärter auf den Indie-Rock-Thron bereit, angeführt von den Grammy-dekorierten Arcade Fire.

Unter diesen widrigen Umständen ist das Quintett offenbar so sehr in Panik verfallen, dass die Musiker ihr sechstes Werk eigentlich konsequenterweise in den Berliner Hansa Studios hätten aufnehmen müssen, dem Ort für verzweifelte Popmusiker schlechthin. Stattdessen sind Snow Patrol nach Kalifornien geflogen. Dort zogen sie offenbar so lange von Disko zu Disko, bis sie meinten, den Ausgangspunkt für den Neuanfang gefunden zu haben. So sind die ersten Songs auf „Fallen Empires“ meist von tanzbaren Beats und Elektroeinflüssen geprägt – ein Stilmittel, das weder bahnbrechend ist, noch der Stimme des Snow-Patrol-Frontmanns entgegenkommt. Erst im zweiten Teil, beginnend mit dem wunderschönen „Lifening“, kommen die Musiker wieder zur Besinnung, streifen ihre Diskofummel ab und breiten die alten, vielleicht etwas verbeulten Indie-Mäntel über ihren treuen Fans aus.

Tobias Morchner

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