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Rotz-Rock aus dem Strickkurs

Neue Platten: Deap Vally Rotz-Rock aus dem Strickkurs

Deap Vally haben es mit ihrem chaotisch-fiebrigen Rock schon bis ins Vorprogramm der Red Hot Chili Peppers geschafft. Mit "Femejism" steht nun die neueste Platte des eigensinnigen Frauen-Duos in den Regalen. Ob Sound und Selbstbewusstsein mit dem Vorgänger mithalten können, weiß ZiSH-Autor Justus Wolters.

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Eigensinniges Duo: Deap Valley sind für ihren bluesigen Rotz-Rock bekannt.

Quelle: Screenshot/Koury Angelo

Das Markenzeichen von Deap Vally ist bluesiger Rotz-Rock mit Null-Bock-Attitüde, dreckig und frech. Mit diesem rumpeligen Garagen-Sound haben es Lindsey Troy und Julie Edwards bis ins Vorprogramm der Red Hot Chili Peppers geschafft. Auch auf dem neuen Album hält das Duo aus Los Angeles an der angezerrten Gitarre fest – ermutigt von Nick Zinner. Der umtriebige Musiker, im Hauptberuf Gitarrist bei den Indie-Rock-Ikonen Yeah Yeah Yeahs, hat „Femejism“ gemeinsam mit Deap Vally produziert, was man mitreißenden Songs wie „Royal Jelly“ anmerkt.

Dem Schlagzeug von Julie Edwards wünscht man manchmal eine Pause, so energisch zieht es im Verlauf von Titeln wie „Julian“ an. „I’m gonna do, what I wanna“, singt Gitarristin Lindsey Troy in „Gonnawanna“: Vorschreiben lassen sich die beiden Frauen, die sich angeblich bei einem Handarbeitskurs kennengelernt haben, nichts. Vielleicht ähneln auch deshalb Sound und selbstbewusste Texte dem Debütalbum „Sistrionix“.

Die Kombination aus harter Gitarre und schmetterndem Schlagzeug erinnert natürlich an die White Stripes. Variationen gibt es, anders als bei den White Stripes, bei den neuen Deap-Vally-Songs aber selten: So gehen Nummern wie „Turn It Off“ und „Heart Is An Animal“ etwas eintönig ineinander über. Wer chaotisch-fiebrigen Rock abfeiert, der kommt bei „Femejism“ auf seine Kosten. Die Frage ist nur, wie lange: Auf Dauer wird das Album doch etwas monoton.

Von Justus Wolters

Deap Vally: „Femejism“, Cooking Vinyl (Sony Music), www.deapvally.com.

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