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Neue Platten

Stephen Malkmus: Immer schön neben der Spur


Stephen Malkmus, Frontmann der Band Pavement und Beck sind jetzt Mitte Vierzig, fühlen sich, nicht nur musikalisch, weiser denn je und haben gemeinsam ein Album produziert: "Mirror Traffic". Marina Kormbaki hat sich für ZiSH die neue Platte angehört.

Stephen Malkmus: "Mirror Traffic" © Handout

Komisch eigentlich, dass sich diese beiden Herren nicht schon vor Jahren gefunden haben. Beide prägten sie den Indie der Neunziger, dienten mit schiefer Stimme als Sprachrohr der sonst so botschaftsarmen Generation X, jeder auf seine Weise. Stephen Malkmus, Frontmann der ewigen Studentenband Pavement, fand in wunderbar ungelenken Stücken wie „Shady Lane“ und „Cut Your Hair“ stets die richtigen, wenn auch nicht immer sinnstiftenden Worte, um die ironieversessene Achselzuck-Attitüde der Holzfällerhemdenfraktion auszudrücken. Und Beck lieferte mit der jammerigen Bottleneck-Nummer „Loser“ die passende Kohortenhymne.

Erst jetzt aber sind die beiden Mittvierziger auf die Idee gekommen, zusammen Musik zu machen: Beck hat Malkmus’ neues Album produziert, und man kann dankbar dafür sein, dass er nach eigenem Bekunden von Malkmus’ bisherigen, eher exzentrischen Soloplatten nicht viel kennt, sondern bei der Arbeit im Studio den fröhlich-linkischen Pavement-Sound im Ohr hatte. So knüpfen die 15 Stücke auf „Mirror Traffic“ dem Milleniumsprung zum Trotz mühelos an die alten Pavement-Tage an: In kauzigen Stücken wie „Tigers“ und „No One“ liegt Malkmus’ Stimme schön neben der Spur, das unbekümmerte Schlagzeug stolpert immer mal wieder über seinen eigenen Takt und Malkmus’ gedankenverlorenes Gitarrenspiel trägt den Hörer weit zurück. Mitten in die Neunziger.

Marina Kormbaki

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