Zu Zeiten des Kalten Krieges wäre die Surf-Rock-Combo „The Jancee Pornick Casino“ ein bemerkenswertes Beispiel der Völkerverständigung gewesen. Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Warschauer Paktes ist dem Trio – bestehend aus einem amerikanischen Surfgitarristen, einem Bassbalalaikaspieler aus Kasachstan und einem russischen Schlagzeuger – allerdings jegliche weltpolitische Bedeutung fern. Musikalisch plant die eigenwillige Band hingegen Revolutionäres: Mit ihrem sechsten Album „Slice of Your Loving“ will „The Jancee Pornick Casino“ zeigen, wie die Charts im Jahr 2011 ihrer Meinung nach aussehen müssten – und damit ein Zeichen gegen die heutige „industrialisierte Plastikmusik“ setzen, wie Band-Kopf Jancee Warnick verkündet.
Entsprechend abwechslungsreich kommt das neue Album daher. Die Band, die in ihrer Fangemeinde vor allem für schnelle Surfnummern bekannt ist, die am Ende gerne in russischer Folklore ausklingen, wagt den Stilbruch: Von munteren Countryklängen („Cowboys“) über rockige Garage-Nummern („Play Dead“) bis zum klassischen Hardrock („I need to rock“) präsentiert das Trio seine persönlichen Top 13 und bleibt seinem Spielwitz dabei treu. Wer auf klassischen Surfrock wartet, der wird am Ende schließlich noch mit der Beethoven-Nummer „Suka Blad Sinfonia“ belohnt. Ein Rund-um-Paket als Charts-Ersatz – abwechslungsreicher war das Trio noch nie.
Stephan Fuhrer
The Jancee Pornick Casino: „Slice of Your Loving", Gagarin Beat. www.janceewarnick.com
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