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Teuflische Mischung

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Höllisch abstruser Bandname, aber trotzdem ein hörbares Indie-Rock-Album - findet Tobias Morchner, der sich für ZiSH "Go Tell Fire To The Mountains" von Wu Lyf angehört hat.

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Feuriger Berg auch auf dem Cover.

Quelle: Handout

Gäbe es eine Hitliste der abstrusesten und verwirrendsten Bandnamen, die Combo Wu Lyf aus Manchester würde glatt Platz zwei hinter den Jungs von „Eisenpimmel“ belegen. Ausgeschrieben bedeutet das Akronym nämlich „World Unite! Lucifer Youth Foundation“, was zu dem Schluss führen könnte, der Hörer hat es mit der neuesten Entdeckung aus dem Black-Metal-Sektor zu tun. Wer die CD dann trotzdem ins Abspielfach schiebt, bekommt dann allerdings die englische Mischung aus Arcade Fire, Modest Mouse und Broken Social Scene präsentiert. Damit ist die Verwirrung um das Quartett aber noch lange nicht perfekt. Denn dass die Musiker im Oberstübchen etwas durcheinander sind, zeigt sich auch an ihrer Internetseite und ihrer Veröffentlichungsstrategie. Im Netz konnten die Fans für etwa 17 Euro Mitglied in der „World Unite! Lucifer Youth Foundation“ werden. Für den Beitrag gab’s eine Vinyl-EP, eine „Mitgliedskarte“ in Form einer weißen Stoffflagge mit dem Band-Logo, ermäßigte Konzertbesuche und geheime Botschaften zu den kommenden Auftritten. Auch schlugen Wu Lyf sämtliche Angebote der Plattenfirmen, die sich um die verschrobenen Künstler rissen, in den Wind, bezahlten die Aufnahmen zum Album aus eigener Tasche und veröffentlichten ihr Debüt ohne Hilfe der Musikindustrie. Wen das alles nicht kratzt, der freut sich an einem Album, das mit „Dirt“ und „Heavy Pop“ mindestens zwei echte Ohrwürmer enthält.

Tobias Morchner

Wu Lyf: „Go Tell Fire to the Mountains“, Lyf Recordings.

www. wulyf.org

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