Manchmal ist es, als habe man eine Situation schon einmal erlebt. Jede Bewegung scheint vertraut. „Hier war ich doch schon mal“, heißt es bei so einem Déjà-vu-Erlebnis dann oft.
Ganz ähnlich verhält es sich mit Portamento, dem zweiten Album der US-amerikanischen Neo-New-Wave-Surf-Pop-Band The Drums (ja, verschnaufen Sie ruhig kurz). Auf ihrem Debüt „The Drums“ aus dem vergangenen Jahr dengelten die Surf-Gitarren und die Bässe wummerten in bester New-Wave-Manier. Gellender Beach-Boys-Gesang und tolle Melodien machten das Album zum perfekten Begleiter für lange Sommerabende und die Indie-Disko. Der Zweitling knüpft dort nun nahtlos an.
Bis auf ein paar neue Keyboard-Spielereien kopieren Songs wie „Hard to Love“ oder „What You Were“ das Erfolgsrezept des Erstlings bis ins Detail. Das alles klingt noch immer schön und nach guter Laune – aber auch ein wenig nach Ideenlosigkeit. Und manchmal, mit Liedern wie „Searching for Heaven“ oder „I Need A Doctor“, haben sich zwischen die täuschend echten auch einige recht halb gare Kopien gemischt.
Und trotz vieler schöner Melodien heißt es am Ende auf „Portamento“ dann doch ein paar Mal zu häufig: „Hier war ich doch schon mal.“ Mit dem Sommerhit wird es so nichts mehr. Aber gut, dafür sind The Drums dieses Jahr ohnehin ein bisschen spät dran.
Malte Mühle
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