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Neue Platten Einen Gang zurück

Brian Fallon hat mit The Gaslight Anthem senationelle Punkalben herausgebracht. Auf seinem Solodebüt schlägt der Bruce-Springsteen-Fan jetzt leisere Töne an.

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Quelle: Universal Music

Wer hofft, dass Brian Fallon endlich mal wieder räudige Punksongs schreibt, für den ist „Painkillers“ eine herbe Enttäuschung. Der Jeansjacken- und Bruce-Springsteen-Verehrer aus New Jersey macht auf seinem Solodebüt dort weiter, wo er mit seiner Hauptband The Gaslight Anthem stehen geblieben ist: mitten auf der Straße, auf halber Strecke zum Stadionrock. Folkrocknummern wie „Steve McQueen“ gehen schnell ins Ohr. Nur hat man das von Fallon fast alles schon einmal gehört – hungriger und origineller.

„Sink or Swim“ und „The ’59 Sound“ (2008), die ersten Alben von The Gaslight Anthem, waren eine Sensation. Fallon, der beim BMX-Fahren Operation Ivy und den Punk entdeckte, sang über verblichene Jukebox-Helden und -Lieben – und trotzdem klang sein schwelgerischer Heartland Rock nie antiquiert, sondern zeit- und ortlos. Perfekte Rockmusik also. Mit jedem Album wurden die Backgroundchöre etwas opulenter, der Sound geschliffener.

„Painkillers“ ist nun wieder intimer; Fallon darf sich zur Akustikgitarre von Produzent Butch Walker (Pink, Avril Lavigne, Pete Yorn) in den besten Momenten schön heiser schmachten. „Smoke“, „Rosemary“ und „Red Lights“, die heimlichen Höhepunkte, erzählen vom rastlosen Suchen, vom Finden, Verlieren, Trauern und Von-vorne-Anfangen. Das kann der 36-Jährige immer noch überzeugend, trotz manch hemdsärmliger Zeile. Schade nur, dass viele andere Nummern mehr nach Radiorock-Langweiler Pete Yorn klingen als nach Herzblut.

Karsten Röhrbein

Brian Fallon: „Painkillers“, Island 
(Universal).

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