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Neue Platten Hype aus der Hauptstadt

Isolation Berlin kommen zwar aus der Hypestadt Berlin, wollen aber so gar nicht dahin passen. Mit ihrem Debütalbum „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ ist die Band dabei, zur spannendsten Indie-Rock-Band des Landes aufzusteigen.

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Alles ist grau bei der Berliner Band Isolation Berlin.

Quelle: Noel Richter

Dem großen neuen Ding aus Berlin sollte man per se erst mal misstrauisch begegnen. Umso schöner ist es, dass die Band Isolation Berlin dem Hype gerecht wird – vielleicht auch, weil sie so gar nicht typisch Berlin ist. Sänger Tobi Bamborschke sagt, die Anonymität der Stadt mache ihn fertig: Isolation Berlin eben.

Auf dem Debütalbum „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ hat der Minimalismus das Sagen: Zu einsamen Gitarrenakkorden, einem voranschreitenden Bass und rumpelnden Drums wechselt Bamborschke zwischen traurigem Gesang und entfesseltem Sehnsuchtsgeschrei hin und her. Die Musik ist ein Auf und Ab, eine Busfahrt durch eine bergige Landschaft, der Bus schleppt sich ächzend voran, könnte einfach haltmachen, rollt aber erbarmungslos weiter. Weitermachen oder nicht? – Vor der Frage stand Bamborschke selbst vor wenigen Jahren. „Es kam der Punkt, an dem ich mich entscheiden musste: für oder gegen das Leben“, sagte er dem „Intro“-Magazin.

Die Melancholie hat sich auch in die Musik geschlichen. „Es ist so schwer aufzustehen, wenn man einfach nicht mehr weiß wofür“, singt Bamborschke in „Schlachtensee“. Sein Gesang wird da zu einem sanften Bellen und erinnert an den großen Rio Reiser. Es passt zur Band, dass sie von dem schmeichelhaften Vergleich genervt ist. Sowieso passt eigentlich alles an den vier Mittzwanzigern. So gut, dass sie dabei sind, aus der Berlin-Blase zur spannendsten Indie-Band des Landes aufzusteigen.

Martin Wiens

Isolation Berlin: „Und aus den Wolken tropft die Zeit“, 
Staatsakt

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