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Tüfteln, texten, triumphieren

Das sind die Gewinner des HAZ-Schreibwettbewerbs


Sie sind jung, kreativ und verfassen berührende Geschichten: Am Montag zeichnete die Jury die Gewinner des 10. HAZ-Schreibwettbewerbs aus. Ministerpräsident David McAllister und HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt übergaben die Preise und zeigten sich tief beeindruckt von den Leistungen der Nachwuchs-Schreiber.
Sie sind jung, kreativ und verfassen berührende Geschichten: Gestern zeichnete die Jury die Gewinner des 10. HAZ-Schreibwettbewerbs aus

Sie sind jung, kreativ und verfassen berührende Geschichten: Gestern zeichnete die Jury die Gewinner des 10. HAZ-Schreibwettbewerbs aus

© Steiner

Hannover. Manche Texte verlassen die Schreibtischschublade nie. Das mag mit der Angst der Autoren zusammenhängen, die Texte könnten nicht gut genug sein oder mit der Furcht, sie könnten vielleicht ausgelacht werden. Schließlich ist Schreiben etwas Persönliches und da kann Kritik besonders verletzend sein. Ausgelacht werden die Teilnehmer des 10. Schreibwettbewerbs der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sicher nicht, ganz im Gegenteil: Sie werden euphorisch beklatscht. Seit zehn Jahren bietet Deutschlands größter Schreibwettbewerb für Schüler kreativen Köpfen eine öffentliche Plattform. In seiner Laufzeit hat der Wettstreit junger Autoren so manches Talent zutage gefördert, das ansonsten vielleicht im Verborgenen geblieben wäre. „Es ist toll zu sehen, wie gut junge Leute allen Vorurteilen zum Trotz schreiben können“, sagte HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt bevor die Jury das Rätselraten um die zwölf Gewinner der über 6500 Euro Preisgeld beendete.

Insgesamt waren gestern 60 junge Autoren, die es mit ihren Beiträgen in die engere Auswahl geschafft hatten, in den großen Saal des Pressehauses in Kirchrode gekommen. Die zwölf Gewinner ließen sich schließlich gebührend von rund 150 Mitschülern, Lehrern und Eltern für ihre Leistung feiern. Währenddessen unterhielt die hannoversche Band Royal Basement Ensemble, die bereits den “Creole“- und „Jugend jazzt“-Wettbewerb gewonnen hat, das Publikum mit lässiger Jazz-Musik. „Es ist schön, dass sich so viele junge Leute bei dem Wettbewerb engagiert haben“, sagte Ministerpräsident David McAllister bei der Preisverleihung, die HAZ-Redakteur Jan Sedelies moderierte. „Schließlich ist das geschriebene Wort ein unendlich hohes Gut.“

In der Tat beherrschen die Finalisten des kreativen Wettstreits den Umgang mit dem geschriebenen Wort in hohem Maß. Auch bei der Jubiläumsausgabe waren die Texte von beeindruckender Qualität. „Wir hatten eine unglaublich breite Palette an sehr gelungenen Geschichten“, sagte der Juryvorsitzende und HAZ-Reporter Heinrich Thies. „Viele hatten sogar literarisches Niveau.“

Insgesamt waren rund 850 Beiträge zu den vorgegebenen Themen „Auf ein Neues“, „Hammerhart“ und „Heldenhaft“ eingegangen. Die Kategorien schienen die Schüler inspiriert zu haben: Manche Autoren gewährten intime Einblicke in ihr Gefühlsleben, andere bewiesen einen ausgeprägten Sinn für Humor und wieder andere ließen sich von ihrer Phantasie beflügeln und erzählten wundersame Geschichten. Doch am Ende des kreativen Schreibprozesses stand den Schülern gestern eine Frage ins Gesicht geschrieben: Hat die Geschichte die Jury überzeugt? Schaffe ich es unter die Preisträger?

Zwölf Gewinner aus vier Alterskategorien

Kurz vor der Bekanntgabe der zwölf Gewinner in vier Alterskategorien war die Aufregung dementsprechend groß. Wer wird den Saal wohl später mit einer Urkunde, einem Scheck in bis zu vierstelliger Höhe und dem Gefühl gewonnen zu haben verlassen? Manche Schüler griffen nach den Händen ihrer Eltern, andere trippelten mit nervös mit den Füßen auf die Erde. Prüfende Blicke wanderten zwischen den Teilnehmern hin und her. Wer gehört wohl zu den Besten der Besten? Schließlich war es dann so weit.

Ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen bescheinigte der Juryvorsitzende Thies Anne Berhold („Klasse 10 bis 13“), die für ihre Geschichte „Ermutigung zum Leben“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurde. In ihrem Beitrag schildert die Gewinnerin von 1000 Euro die Lage eines Mädchens, deren Mutter an Krebs erkrankt ist. Eine sich anbahnende Scheidung der Eltern ist das Thema von Alina Sophie Herter, deren Protagonistin im Schwimmbad über die Lage ihrer Familie sinniert. In dieser Alterskategorie gibt es auch eine Wiedergängerin. Eva Dumann, die bereits 2008 zu den Siegern des Schreibwettbewerb gehörte und sogar einen Fantasy-Roman veröffentlichte, überzeugte die Jury mit dem Beitrag „Im Auge des Sturm“, der von einer Frau handelt, die im Gedränge der Loveparade stürzt. Der Jury war der Beitrag der dritte Platz Wert.

Von Zeiträuberzwergen und Meisterdetektiven

„Der alte Mann und das Mädchen“ heißt die Siegergeschichte in der Kategorie „Klasse 7 bis 9“, in der Judith Weidner von einer denkwürdigen Begegnung zur Weihnachtszeit erzählt. Auf Platz zwei folgt Judith Goetsch, die über ein Mädchen schreibt, die zeitgleich in einen Jungen und ein Mädchen verliebt ist. Claudia Köhler belegt mit dem Beitrag „Wie Lily sich traute“ Platz drei.

Luca Wolters („Klasse 5 und 6“) verwandelt in seinem Beitrag ein Kinderzimmer in einen Kriegsschauplatz von Legorittern und ergatterte damit den ersten Platz. Auf Platz zwei folgen Anna Yola Darmstädter mit ihrem Hühnertagebuch und auf Platz drei Lino Blume, der ein Leben als einzige Heldentat schildert.

Als der Name des neunjährigen Max Martin Höfer („Klasse 3 und 4“) fällt, kann dieser es kaum glauben. Er blickt seinen Vater von der Seite an und läuft dann schleunigst zur Bühne. Die Jury zeichnete seine Geschichte über den pfiffigen Meisterdetektiv Gordon Dachs, der nach dem Entführer kleiner Entenküken fahndet, mit dem ersten Preis aus. Auf dem zweiten Platz landete Nele Möhring mit ihrem Beitrag über einen Zeiträuberzwerg. Den dritten Platz belegte Linda Leonie Wagner, die über die vor dem Schlachter fliehende Sau Rosi geschrieben hat.

Da auch große Autoren von Jurys manchmal übersehen werden, vergab die HAZ für alle anwesenden Autoren einen Buchgutschein im Wert von 30 Euro. „Alle, die in diesem Raum sitzen, sind Gewinner“, sagte Thies.

Stefanie Nickel

Wie die Gewinner ihr Preisgeld anlegen wollen lesen Sie in der Dienstagausgabe der HAZ oder im E-Paper

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