Mit Bands ist es wie mit Beziehungen: Manche können nicht mit, aber auch nicht ohne einander. So auch Mother Tongue: Während der Aufnahmen zu ihrem Debütalbum verließ sie der zweite Gitarrist – um kurz darauf bei den Red Hot Chili Peppers als Aushilfe anzuheuern. Das selbst betitelte Erstlingswerk von 1994 entpuppte sich mangels gutem Management in den USA als Flop. Kurz darauf trennte sich das Quartett.
Hier hätte die Geschichte zu Ende sein können. War sie jedoch nicht: Die Säcke voller Fanpost, die die Texaner erreichten, machten ihnen Mut. Als sie sich 1999 zusammenfanden, um für einen Freund ein paar Songs einzustudieren, fühlten sie sich wieder voll in ihrem Element – Mother Tongue wurde wieder zum Leben erweckt. Ein Happy End war jedoch auch hier noch nicht in Sicht, denn kurz darauf verließ der Drummer die Band. So wurden auch die Aufnahmen zum zweiten Album ein einziges Chaos.
Inzwischen ist auch dieser Platz wieder besetzt, und es scheint, als könnten sich die Musiker um Sänger und Bassist David Gould und Gitarrist Christian Leibfried nach zwei Jahrzehnten voller Stress und Unsicherheit nun endlich auf das Wesentliche konzentrieren: die Musik.
Und auf dem Gebiet haben Mother Tongue ihre Hausaufgaben gründlich gemacht: Denn wie es sich für eine gute Band gehört, ist ihr Sound nicht mit einer Genreschublade erklärt und abgehakt. Gekonnt verbinden sie Blues und Funk, aber auch eine gehörige Portion Stonerrock. Live klingt das bombastisch, wie die Band wohl auch am morgigen Sonnabend im Musikzentrum beweisen wird.
ZiSH verlost zweimal zwei Karten für das Konzert. Einfach am Freitag, 27. August, um 15 Uhr unter Telefon (05 11) 5 18 17 58 in der Redaktion anrufen und mit etwas Glück gewinnen.
Joss Doebler
Mother Tongue live
Sonnabend, 28. August
Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 20 Euro
Musikzentrum, Emil-Meyer-Straße 26–28
HAZ.de Anmeldung