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Interview

Adam Green: „Es hat etwas Befreiendes, sich auf der Bühne zu blamieren“


Mit „Jessica“, einem süffisanten Schmähsong über die mäßig begabte Schauspielerin und Sängerin Jessica Simpson, wurde Adam Green 2003 schlagartig bekannt – zumindest in Deutschland. Sonntag stellt er sein sechstes Album „Minor Love“ ab 
20 Uhr im Musikzentrum Hannover vor.Tickets kosten 30 Euro an der Abendkasse. Malte Mühle hat Green vor dem Auftritt in Amsterdam am Telefon interviewt.
Gesamtkunstwerk: Sonntag singt Indie-Darling Adam Green im Musikzentrum.

Gesamtkunstwerk: Sonntag singt Indie-Darling Adam Green im Musikzentrum.

© Steiner

Du scheinst gerne musikalische Rollen zu spielen, zum Beispiel Frank Sinatra, die Walker Brothers oder Lou Reed. Welche Rolle gefällt dir am besten?
Es geht mir gar nicht darum, wie jemand anderes zu klingen. Mir ist wichtig, verschiedene Stile auszuprobieren, sie zu vermischen und dadurch etwas Neues zu kreieren. Bis ein Song fertig ist, weiß ich nicht, wie er klingen wird.

Deine Texte werden hin und wieder als pubertärer Spaß ohne große Bedeutung abgetan. Welcher deiner Songs bedeutet dir selbst am meisten?
Das kann ich nicht sagen. Das ist, wie den besten Tag des ganzen Lebens zu bestimmen. Viele Künstler spielen immer nur ihre neusten Songs. Ich habe das immer gehasst.

Im Mai hast du einen Soundtrack für die Bühnenadaption von Paul Austers Roman „Timbuktu“ veröffentlicht. Wie unterscheidet sich so eine Auftragsarbeit von deinen eigenen Alben?
Ich hatte überhaupt keine Erfahrung mit Instrumentalmusik. Diese Musik zu schreiben war, wie auf einer langen, gewundenen Straße zu gehen. Ich wusste nicht, wo es hingeht. Aber ich habe es genossen. Die Melodien sind dabei das Spannendste gewesen, weil ich einfach endlos weitermachen konnte, ohne darüber nachdenken zu müssen, wie ich dazu später singen könnte.

In deinen neuen Videos sieht man dich oft malen. Vor Kurzem hattest du eine Ausstellung in New York. Es scheint dir ernst zu sein mit der Kunst ...
Haha. Na ja, ich habe angefangen zu malen, weil ein Mädchen, das ich gedatet habe, plötzlich nicht mehr mit mir schlafen wollte. Aber sie hing immer noch bei mir herum und uns war langweilig. Da wollte ich dann Sachen malen, die so spannend waren, wie möglich, um sie zu beeindrucken. Aber ich werde wohl immer ein Musiker bleiben.

Du bist befreundet mit Carl Barat von The Libertines und auch schon mit ihm zusammen aufgetreten. Was ist dran an dem Gerücht, du würdest bei den Libertines einsteigen, wenn Carls Reunion mit Pete Doherty doch nicht klappt?
Haha, nein, da ist nichts dran. Aber ich möchte mit Carl und Drew von den Babyshambles ein Comedy-Album aufnehmen. Aber ich fürchte, ich habe die beiden noch nicht überzeugt.

Wo wir gerade von Pete Doherty sprechen: Hast du je darüber nachgedacht, mit einem Topmodel zusammenzukommen?
Ich würde mit Shania Twain ausgehen. Ich weiß gar nicht, was die gerade macht. Aber die fand ich schon als Kind vor dem Fernseher immer schön.

Was war das Verrückteste, was du je getan hast, um die Aufmerksamkeit der Leute zu gewinnen?
Ich habe schon alles gemacht: Ich bin in die Menge gesprungen, habe wie wild getanzt, wie ein Kind geschrien … Es hat etwas Befreiendes, sich zu blamieren. Ich hoffe, dass es sich irgendwann nicht mehr so merkwürdig anfühlen wird, auf der Bühne einfach mal nur ruhig dazusitzen.

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