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Keine Berührungsängste

Arbeit mit dem Tod: Bestatterin Keine Berührungsängste

Auch wenn ihre Berufswahl wenig partytauglich ist - Adriana Hesse ist dennoch froh über ihre Ausbildung zur Bestatterin. Uns hat sie erzählt, warum das so ist.

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Musste ihren Freund von der Berufswahl überzeugen: Adriana Hesse.

Quelle: Eberstein

Adriana Hesses Beruf taugt auf Partys nicht als Smalltalk-Thema. Meistens sind die Feiernden erstaunt, wenn die fröhliche 21-Jährige mit der hohen Stimme von ihrem Alltag als Bestatterin erzählt.

Dass sie dabei täglich mit Leichen arbeitet, gruselt Adriana nicht: „Es sind ja immer noch Menschen. Nur, dass sie tot sind.“ Mit Verstorbenen hat die angehende Bestatterin schon vor ihrer Ausbildung Erfahrungen gesammelt – während eines freiwilligen sozialen Jahrs auf einer Palliativstation. Anschließend arbeitete sie im gleichen Krankenhaus in der Pathologie.

Daher fiel ihr die Entscheidung für die Bestatterausbildung nicht schwer: „Ich wollte wissen, was zwischen dem Sterben und dem Begräbnis mit den Verstorbenen passiert“, sagt sie. Dabei hat ihre Familie sie unterstützt, die immer offen über den Tod gesprochen hat. Nur ihr Freund brauchte ein wenig Zeit, um sich an die Berufswahl zu gewöhnen.

Berührungsängste hat Adriana nicht. Das Versorgen, Waschen und Ankleiden der Verstorbenen findet sie besonders interessant.  Oft sitzt sie aber auch am Schreibtisch: Dann schreibt sie Anzeigen und Danksagungen.
Ebenfalls Alltag sind die Beratungsgespräche mit den Angehörigen. Wie das geht, lernen die Azubis bundesweit in einem Seminar, dass sich „Trauerpsychologie“ nennt.  Bei der Beratung hilft, dass Adriana vor dem Tod keine Angst hat, sondern findet, das man offener mit ihm umgehen sollte: „Er kommt trotzdem, auch wenn man ihn verschweigt.“

Mareke Heyken

Weitere Berufe, für die der Tod kein Tabu ist:

Friedhofsgärtnerin

Sterbebegleiterin

Seelsorgerin

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