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"Bei 'Torn' drehen noch immer alle durch"

DJ-Goodnews von der "Jugendsünden"-Party im Interview "Bei 'Torn' drehen noch immer alle durch"

Als DJ Goodnews legt Daniel Rauschenberger (37) an jedem zweiten Freitag im Monat im Béi Chéz Heinz „Jugendsünden“ auf. Im Interview erzählt der DJ von den musikalischen Peinlichkeiten seiner Jugend und zu welchen trashigen Hits sich die Tanzfläche füllt.

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Als DJ Goodnews legt Daniel Rauschenberger (37) an jedem zweiten Freitag im Monat im Béi Chéz Heinz „Jugendsünden“ auf.

Quelle: privat

Daniel, seit acht Jahren legst du als DJ Goodnews im Béi Chéz Heinz bei der „Jugendsünden“-Party Songs auf, die man früher geliebt hat –  und für die man sich heute schämt. Was sind denn deine eigenen musikalischen Jugendsünden?

Oh, da gibt es eine Menge. „Okay!“ von Okay! zum Beispiel oder Frank Zanders „Hier kommt Kurt“: Das ist von der ZDF-Hitparade geprägt, weil es in den Achtzigern noch kein Musikfernsehen gab. Oder Dancebands wie die Bingoboys – absoluter Oberschrott! Das kannst du heute nicht mehr auflegen.

Was macht denn eine Jugendsünde für dich aus?

Das ist natürlich ein dehnbarer Begriff: Das hat für mich viel mit den „Bravo“- oder „Popcorn“-Postern zu tun, mit denen man früher seine Zimmerwände tapeziert hat. Es geht um den Soundtrack zu einer früheren Lebensphase, um einen Lebensstil. Ich erinnere mich da zum Beispiel an die Jungs, die auf einmal Hip-Hop-Bands wie Public Enemy und Run DMC gehört haben und mit einer Starter Cap durch die Schule gelaufen sind.

Aber Trash ist das doch nicht, oder?

Nein, nicht unbedingt. Nimm zum Beispiel Natalie Imbruglia und „Torn“. Das ist ein Song, bei dem ich denke, das war meine Jugend. Jeder Junge hat doch 1997 bei dem Song gesagt: „Die würde ich gerne heiraten.“ Für mich ist das vielleicht der perfekteste Popsong der letzten 20 Jahre. Aber es ist auch eine Jugendsünde.

Gibt es ein Jahrzehnt, aus dem besonders viele Nummern kommen, die du bei deinen Partys nur unter Schmerzen auflegst?

Ganz klar die Neunziger. Anfang der Nullerjahre, als ich damals bei den „Sensenpartys“ im Heinz mit dem Auflegen in Hannover angefangen habe, dachte ich, bis auf Grunge und Britpop kannst du im Grunde alles aus der Zeit wegschießen. Eurodance zum Beispiel. Vorreiter wie „Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now)“ sind zeitlos gut produziert, aber dann kam unglaublich viel Trash hinterher.

Bei welchen Songs wird es denn auf der Tanzfläche am vollsten?

Bei „Wannabe“ von den Spice Girls und „Everybody“ von den Backstreet Boys. Und bei „Torn“: Da drehen die Leute durch!

Aber viele Besucher sind doch viel zu jung, um die Songs noch von früher zu kennen ...

Die kennen die von Remixen – oder von ihren Eltern und Geschwistern.

Gibt es Musikwünsche, die du bei der „Jugendsünden“-Party nicht erfüllst?

Alanis Morissette zum Beispiel, genau wie Oasis oder Blur: Das sind wegweisende Künstler – und definitiv keine Jugendsünde.

Interview: Karsten Röhrbein

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