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Das sind die besten Bücher für den Herbst

Jugendbücher Das sind die besten Bücher für den Herbst

Die Tage werden kürzer und nicht nur die Erkältungsgefahr nimmt zu: Im Herbst drohen auch Fernweh, Einsamkeit und Langeweile. ZiSH hat dagegen ganz besondere Literatur-Rezepte.

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Quelle: Kutter

"After passion" - Gegen 
Einsamkeit

Tessa ist eine kluge, fleißige Schülerin. Alles dreht sich für sie darum, gute Noten zu schreiben. Obwohl sie sich für den ersten Tag an der Washington Central University besonders gründlich vorbereitet hat, wird ihr mit Ankunft im Wohnheim bewusst, dass das College sie vor ungeahnte Herausforderungen stellen wird: eine aufgedrehte Mitbewohnerin, betrunkene Studenten auf Verbindungspartys und vor allem ihren unausstehlichen und mysteriösen Kommilitonen Hardin. Statt Literaturgeschichte studiert sie plötzlich lieber seine Tattoos – dabei hat sie doch einen Freund.

Im Erfolgsroman „After passion“ erwarten den Leser 700 Seiten Herzschmerz. Gegen Tessas und Hardins Hin und Her sehen eigene Beziehungsprobleme unkompliziert aus. Den klischeereichen, altbewährten Plot – Good Girl trifft auf Bad Guy – peppt die junge Autorin Anna Todd mit starken Charakteren und einer ordentlichen Portion Erotik auf. Dieses Rezept hat sie bereits vor einigen Jahren getestet, denn die vierteilige Buchreihe wurde ursprünglich als Fanfiction auf der E-Book-Plattform Wattpad veröffentlicht. Mit durchschlagendem Erfolg: Der erste Teil der „After“-Reihe wurde online bisher über 396 Millionen Mal angeklickt. Entweder man liebt Tessa und Hardin oder man hasst sie. Aber das Buch aus der Hand legen, kann niemand.


Marieke Einbrodt     

"Das Joshua-Profil" - Gegen 
Langeweile

Blutig, mysteriös und unglaublich spannend – mit diesen drei Wörtern lassen sich wohl alle Romane von Sebastian Fitzek zusammenfassen. Das mittlerweile 14. Buch des Autors, „Das Joshua-Profil“, ist da keine Ausnahme: Wer einmal angefangen hat zu lesen, kann nicht mehr aufhören.

Protagonist Max Rhode ist erfolgloser Schriftsteller und gesetzestreuer Bürger, ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt. Noch bevor Max weiß, dass er ein entsetzliches Verbrechen begehen soll, wird er dafür zur Rechenschaft gezogen. Dadurch entdeckt er eine geheime Organisation, die ihn umbringen will und der er beinahe hilflos gegenübersteht.

Fitzek schafft es, dabei die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten. Die Brutalität des Romans geht außerdem nicht zu sehr in den Splatter-Bereich über, sondern macht die Spannung perfekt. Auch die Verbindung zwischen blutigen Szenen, verrückten Verschwörungstheorien und den üblichen Privatproblemen seiner Protagonisten gelingt dem Autor. So gut, dass man über teilweise absurde Entwicklungen und unlogische Elemente bereitwillig hinwegsieht.

Der Thriller ist das beste Mittel gegen jeden langweiligen verregneten Herbstnachmittag auf dem Sofa.

Johanna Kruse     

"Harry Potter und das verwunschene Kind" - Gegen 
Alltagsblues

Die Tage sind eintönig, die Uni nervt, die Hausarbeiten stapeln sich: Wenn der Alltag anfängt zu nerven, hilft ein Tapetenwechsel. Also ab zum Gleis 9  3/4, rein in den Hogwarts-Express und auf zu neuen Zauber-Abenteuern fernab der nicht magischen Muggelwelt. Neun Jahre mussten Harry-Potter-Fans warten, bis Autorin J. K. Rowling die Geschichte rund um den jungen Zauberer fortsetzte. Seit Kurzem lässt sich „Harry Potter und das verwunschene Kind“ auch in der deutschsprachigen Version lesen.

Ganz so jung wie in den ersten sieben Bänden ist die Hauptfigur mit der markanten Narbe auf der Stirn allerdings nicht mehr. Im Mittelpunkt der Story stehen neben alten Bekannten vor allem Harrys Sohn Albus und Scorpius Malfoy, Sohn von Harrys Schulrivalen Draco, die sich angefreundet haben. Und noch etwas ist anders: Statt ausführlicher Beschreibungen in Romanform gibt es Dialoge als Theaterskript. Die Geschichte der beiden Söhne, die jeder für sich unter den großen Namen ihrer Väter leiden, liest sich dadurch zunächst etwas ungewohnt.

Wer die alten Geschichten, die Schauplätze und Charaktere aber kennt, der wird sich schnell mit dem Buch anfreunden – und kann den Alltagsblues so wenigstens für ein paar Stunden gegen ein fesselndes magisches Abenteuer tauschen.

Sabine Gurol     

"Die Ländersammlerin" - Gegen 
Fernweh

Die Koffer packen und nichts wie raus aus dem tristen Herbst – wie schön wäre das. Wen die Sehnsucht nach der Ferne plagt, der findet in Nina Sedanos Erlebnissen etwas Ablenkung. Größtenteils alleine bereiste die Frankfurterin alle 193 Staaten der Vereinigten Nationen – das machte sie zur meistgereisten Frau Deutschlands. Von ihrem Abenteuer rund um den Globus erzählt sie in ihrem Buch „Die Ländersammlerin – Wie ich in der Ferne mein Zuhause fand“.

Das Fernwehfieber packte Sedano als Jugendliche nach einem Aufenthalt in England. Mit 36 Jahren hatte sie genug vom Alltagstrott. Im Mai 2002 kündigte sie ihren Job als Teamleiterin in einem Kreditinstitut und begab sich ins Ungewisse. Seitdem ist für sie das Außergewöhnliche Alltag: Seltene Antilopen in den Dünen namibischer Nationalparks beobachten, den nordkoreanischen Führerkult am eigenen Leib miterleben oder mit einem ungültigen Reisepass Mittelamerika bereisen.

Die Globetrotterin fesselt mit atemberaubenden Erlebnissen, skurrilen Begegnungen und witzigen Reiseanekdoten. Zwischendurch gibt Sedano ihren Lesern Tipps rund ums Reisen, insbesondere als Frau, und zu bestimmten Orten. Oft erinnert die Art ihres Erzählens an ein persönliches Reisetagebuch.
Wenn das nicht das Herz eines Fernwehgeplagten höher schlagen lässt!

Lea Stratmann     

"Mo und die Arier" - Gegen 
Rassismus

"Die Kugel ist für dich, Mo Asumang“ – diese Worte, gesungen von einer Neonazi-Band, sind eine unmissverständliche Morddrohung. Der Grund dafür: braune Haut. Ihr ganzes Leben muss Schauspielerin Mo Asumang, Deutsche mit afrikanischen Wurzeln, gegen fremdenfeindliche Äußerungen kämpfen. Mal offensichtlich, mal versteckt hinter alltäglichen Floskeln. Nach der Morddrohung reicht es ihr: Sie stellt die zur Rede, die sich „Arier“ nennen. Und sie nimmt auch eine Kamera mit, um einen Film darüber zu drehen.

Auf ihrer Spurensuche wird sie von einem US-Rassisten umarmt, meldet sich auf einer rechten Dating-Website an und trifft sogar Mitglieder des Ku-Klux-Klan. Bin ich weniger wert? Woher habt ihr eigentlich diese Idee mit den Ariern? Mit ihren charmant-simplen Fragen lockt die heute 53-Jährige so manchen Rechtspopulisten aus der Reserve: Im Dialog mit sich selbst und den „Ariern“ entkommt sie nicht nur ihrer Opferrolle, sondern zerlegt auch gekonnt die abstruse Argumentation der Nationalisten.

Das Ergebnis: ein mutiges Buch und ein Film („Die Arier“) über die Suche nach der eigenen Identität, den Ursprung der Fremdenfeindlichkeit und ihre Absurdität. „Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis“ ist Medizin für alle, die Bauchschmerzen von rechtem Gedankengut bekommen. Gute Konter dagegen liefert es zudem.

Katharina Kunert  

"Silber-Trilogie" - Gegen Müdigkeit       

Unheimliche Korridore mit seltsamen Türen tauchen eines Nachts in den Träumen der 16-jährigen Liv Silber auf. Noch merkwürdiger: Sie ist dabei nicht alleine. Ein paar Jungs an ihrer neuen Schule scheinen nämlich Dinge über Liv zu wissen, die sie nur im Traum preisgegeben hat.

In der „Silber-Trilogie“ von Kerstin Gier will Liv wissen, was es damit auf sich hat und nimmt dafür auch Schlafmangel in Kauf. Das kann man selber gut nachempfinden, denn das Buch hält einen die ganze Nacht wach. Auch die Blog-Einträge einer gewissen „Secrecy“, die alles über jeden weiß, lassen Liv keine Ruhe. Sie versucht herauszufinden, wer sich dahinter verbirgt, wie die Person mit der „Traum-Welt“ in Verbindung steht und inwiefern das Ganze mit der Heraufbeschwörung eines Dämons zusammenhängt. Die Autorin beschreibt die Träume so lebendig, dass man denken könnte, man befände sich selbst mittendrin. Außerdem hat sie einen tollen Sinn für Humor, den sie in Livs spontanen Kommentaren und Gedanken zeigt.

Das Buch ist ein perfekter Zeitvertreib für schlaflose Nächte, weil es einen mitten in die Geschichte hineinzieht. Nebenwirkungen könnten Schlafmangel sein, weil man ganz vergisst, das Buch aus der Hand zu legen. Wenn man am nächsten Morgen aufwacht, kann es sein, dass man nicht mehr weiß, ob man alles nicht doch nur geträumt hat.

Inken Preussler     

Vielen Dank für das Fotomotiv an die Aegidien-Apotheke.

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