Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Der große Studentenkneipen-Test

Pub-Crawl durch Hannover Der große Studentenkneipen-Test

Drinks nach „Jeheimrezept“, Apfelstrudelschnaps und ein Schrank mit Geheimnis: Marieke Einbrodt und Anna Rickmann haben für ZiSH einen Pub-Crawl durch Hannovers Studentenlokale gemacht – und dabei viel Kurioses entdeckt.

Voriger Artikel
Arbeiten, wo andere Urlaub machen
Nächster Artikel
Der Heimkehrer-Blues
Quelle: Collage

20 Uhr: Pinte Poing

Paula stupst uns mit ihrer feuchten Nase an. Eigentlich wollten wir gerade mit dem ersten Bier des Abends anstoßen. Ganz gemütlich sitzen wir auf zwei Kissen auf der breiten Fensterbank. Aber Paula will uns vertreiben. Sie ist die Kneipenhündin der Pinte Poing in der Nordstadt, und hier ist ihr Lieblingsplatz. Von der Fensterbank aus lässt sich alles gut überblicken: Die untergehende Sonne scheint auf die alten Sofas und die Liegestühle, die vor der Tür stehen. Auf denen haben es sich einige Studenten bequem gemacht. Der Kellner vom benachbarten Imbiss Pizza Oma bringt ihnen Essen. Im Inneren der Pinte Poing schmücken bunte Bilder die Wände, ein Krökeltisch steht neben der Bar und leise Funk-Musik spielt im Hintergrund. Am Ende bezahlen wir für ein kleines Bier 2 Euro – angemessene Preise für unser schmales Studentenbudget. Der Barkeeper mixt uns die Spezialität des Hauses: Apfelstrudelschnaps. Der schmeckt trotz des ordentlichen Schusses Wodka nur nach Apfelsaft und Zimt. Trotzdem ein super Start!

  •  Preise: günstig
  • Publikum: jung, studentisch
  • Spezialgetränke: Apfelstrudelschnaps
  • Besonderheit: Kneipenhündin Paula
 

21 Uhr: Destille

Nur wenige Straßen weiter liegt die Destille. Wegen der Nähe zum Uni-Hauptgebäude kommen nachmittags oft Studierende hierher – wir sind zum ersten Mal da. Drinnen ist es urig und bunt. Die Einrichtung besteht aus schweren Holzmöbeln mit roten Sitzkissen, Spielautomaten blinken, ein Münztelefon verstaubt in der Ecke. Darüber baumelt ein glitzernder Kronleuchter von der mit Stuck versehenen Decke. „1901 wurde die Destille eröffnet“, erzählt uns der Wirt. In der Zeit habe sich einiges angesammelt. „Früher konnte man sich zu jeder Bestellung ein Freigetränk erspielen.“ Davon zeugt das große Glücksrad neben dem Tresen.

Der hausgemachte saure Schnaps schmeckt wie eine erfrischende Limetten-Limonade. Einige ältere Herren versammeln sich zum Bezahlen am Tresen. Sie haben schon ein paar Stunden in der Destille verbracht, es ist ihre Stammkneipe. Wir prosten ihnen zu und setzen uns mit einem Radler nach draußen.

  • Preise: günstig
  •  Publikum: gemischt
  •  Spezialgetränk: Saurer
  •  Besonderheit: urig
 

22.30 Uhr: Safrans Bar

Als wir bei der Haltestelle Glocksee ankommen, ist es dunkel. Die Plätze vor Safrans Bar, einem Ableger des gegenüberliegenden Cafés, sind belegt. Hinter dem Tresen steht Barkeeper Tommy, ein Direktimport aus der Berliner Kneipenszene. Für uns mixt er seinen Getränketipp – einen Mai-Tai nach „Jeheimrezept“. Unsere Füße wippen währenddessen zu lateinamerikanischen Beats, die im Hintergrund laufen. Wir verstehen, dass  junge wie ältere Leute hier gerne einkehren. „Ich wohne um die Ecke. Die Bar ist nah und günstig“, erzählt uns ein Mann mittleren Alters vom Nebentisch. Deshalb ziehe er sie den großen Läden in der City vor. „Viele kommen auch wegen der leckeren Burger“, erzählt Tommy. Die werden vom Café Safran über die Straße gebracht.

  • Preise: mittel
  • Publikum: gemischt
  •  Spezialgetränke: keine
  • Besonderheit: Burgerkarte, Cocktails
 

0 Uhr: Lindwurm

Nach einem Stück Pizza bei Pizza Parma zieht es uns zum Lindwurm. Die kleine Kneipe nahe dem Faust-Gelände ist schon gut gefüllt, besonders viele versammeln sich in der Sitzecke um den Tischkicker. Die Einrichtung wirkt zusammengewürfelt, ein bisschen Flohmarkt, ein bisschen Selbstgebautes. Auf der Bühne, die regelmäßig für kleine Konzerte freigeräumt wird, sind heute Bierbänke. Neben der Theke steht ein weißer Wandschrank, der nicht so recht ins Bild passen will. Verwundert öffnen wir die Tür und sehen dahinter lauter Menschen mit Zigaretten in der Hand – der vermeintliche Schrank ist ein Durchgang zum Raucherbereich. Die Bedienung empfiehlt uns den selbst gemachten Mexikaner, der schmecke schön scharf und tomatig. Abgelöscht wird mit „Pils Colada“ – die Biercocktails sind eine Spezialität der Studentenkneipe nahe der Limmerstraße.

  •  Preise: günstig bis mittel
  • Publikum: jung, studentisch
  • Spezialgetränke: Biercocktails
  • Besonderheit: ein geheimnisvoller Schrank
 

0.45 Uhr: Barkarole

In einer kleinen Seitenstraße in Linden- Mitte liegt die unscheinbare Barkarole. Lediglich ein Guckloch zeugt davon, dass sich hinter der schweren Eisentür etwas Besonderes verbergen muss. Die Barkarole war einst eine Schwulenbar, geführt vom ehemaligen Travestiestar Karl-Heinz Zech. 2010 wurde das Lokal als Schlagerkneipe wiedereröffnet. Drinnen schlägt uns dicke, rauchgeschwängerte Luft und laute Schlagermusik entgegen. Überall hängen Uhren, alle zeigen die falsche Zeit. An der Decke hängt eine Weihnachtsgirlande. Es ist plüschig-kitschig und schummrig. Wir drängeln uns zur Bar, vorbei an knutschenden Ü-50ern mit langen Haaren. Neben eiskaltem Jägermeister ist der Likör „Ficken“ hier im Angebot. Auch wir genehmigen uns ein Gläschen und grölen mit der Menge zu Schlagerhits und „Westerland“ von den Deutschpunkern Die Ärzte.

  •  Preise: mittel
  •  Publikum: etwas älter
  • Spezialgetränke: keine
  •  Besonderheit: Das muss man erlebt haben!
 

1 Uhr: The Harp

Der Irish Pub The Harp liegt direkt am Schwarzen Bären und ist besonders für seine Burger bekannt. Als wir ankommen, ist es bereits kurz vor Ladenschluss. Normalerweise übertönen hier die Gespräche der Gäste die obligatorische Folk- und Rockmusik. Die schallt auch jetzt noch aus den Lautsprechern, das angeregte Kneipengerede findet aber an einem anderen Ort statt. Zwei tätowierte Barkeeper stehen hinter dem schweren Holztresen und zapfen Bier. Einer grummelt: „Wir haben bald Feierabend, aber draußen ist noch was los.“ Er nickt in Richtung Hinterausgang.

Dort befindet sich ein Biergarten, direkt am Ufer der Ihme und von Lichterketten beleuchtet. Viele trinken Craft Bier und Whiskey. Wir entscheiden uns für Kurze: Der Mexikaner ist echt scharf, der Heidelberger Melonenschnaps dagegen zuckersüß. Davon gibt es zum Abschied noch einen aufs Haus – besten Dank!

  • Preise: mittel
  • Publikum: gemischt
  • Spezialgetränke: Craft Bier, Whiskey, Heidelberger Melonenschnaps
  • Besonderheit: Rock ’n’ Roll am Ihmeufer

...und das Video zum Abend

Unsere Autorinnen haben sich nicht nur durch die Spezialitäten der Lokale probiert, sondern ihren Abend auch per Snapchat festgehalten. Wie Snapchat funktioniert, lest ihr hier.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus ZiSH

ZiSH ist die junge Redaktion der HAZ. Hier schreiben Studenten, Azubis und Schüler über das, was sie bewegt. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine neue ZiSH-Seite in der HAZ. Du willst auch mitmachen? Dann bewirb dich gerne! mehr