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Das sind die Hotspots für Studenten in der Südstadt

Der große ZiSH-Stadtteilguide Das sind die Hotspots für Studenten in der Südstadt

Im großen ZiSH-Stadtteilguide stellen vier Hannover-Experten ihren Kiez vor. Heute Teil drei: Der Süden. Die Studentin Jing-Jing Qi zeigt uns, wo sie ihr Lieblings-Fischbrötchen kauft und warum man sonnabends auch in Jogginghose zum Kiosk gehen kann.

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Jing-Jing Qi vermisst die Hektik in ihrer chinesischen Heimat nicht. An Hannover schätzt sie besonders ruhige Momente am Maschsee.

Quelle: Eberstein (3)

Südstadt. Als Jing-Jing Qi vor acht Jahren nach Hannover kam, staunte sie über die Stille: Die vierstöckigen, mit Stuck verzierten Häuser ähnelten in keiner Weise den 20-stöckigen Hochhäusern, die sie aus ihrer chinesischen Heimatstadt Heifei kennt; Autohupen, knatternde Motorräder und lautes Stimmengewirr – Fehlanzeige. „Die Ruhe hier in der Südstadt war für mich am ungewohntesten, sie ist fast schon gespenstig“, sagt Jing. „Vor allem am Wochenende sind nur wenige Menschen auf den Straßen.“ Denn die meisten Partygänger zieht es nach Linden oder zum Raschplatz – in der Südstadt gibt es eben keine angesagten Clubs zum Feiern.

Im Stadtteil ist sie durch einen Zufall gelandet: Ein Workshop der Hochschule Hannover lockte sie damals nach Hannover – wo sie direkt die Wohnung einer Freundin übernehmen konnte. Und die lag eben in der Südstadt. Andere mag die Beschaulichkeit dort langweilen, Jing hat sich gerade deswegen in die Südstadt verliebt.

Die Modedesign-Studentin schlendert gern durch die Straßen und um den Maschsee. „Danach ist mein Kopf ganz entspannt, und ich habe wieder neue Ideen für Klamottenentwürfe“, erzählt sie. Am Sonnabendmorgen kann man im Schlabberlook zum Kiosk schlurfen – die Gefahr, auf Bekannte zu treffen, ist gering, und die Wege sind dank der nahen Hildesheimer Straße kurz. Das ist der Südstadt-Charme: Man kommt schnell raus, ist aber auch schnell beim nächsten Drogeriemarkt, Bäcker oder Dönerladen. Und während auf der Limmerstraße immer etwas los ist, kann man sich in der Südstadt die Bettdecke über den Kopf ziehen. Es ist wie früher im Elternhaus: Wer seine Ruhe wollte, ging in sein Kinderzimmer und zog die Tür zu. Wurden die eigenen vier Wände zu langweilig, war im Wohnzimmer immer etwas los. Und so schwingt sich Jing auf ihr Fahrrad oder steigt in die Stadtbahn, wenn sie feiern will – und ist in zehn Minuten in Linden oder in der City.

Joggingstrecken vor der Tür, rauschende Baumwipfel vorm Fenster und kurze Wege nach Linden und zum Hauptbahnhof – Jing fühlt sich hier wohl. Und nicht nur sie: Der einst als langweilig verschriene Süden von Hannover wird immer beliebter bei jungen Menschen. „Früher wohnten viele Senioren bei uns im Haus. Dieses Jahr sind aber viele Studenten eingezogen“, sagt Jing. Auch junge Familien kommen hierher. Deshalb schallt viel Kindergelächter durch die Straßen.

Ein zentraler Treffpunkt vieler Südstädter ist der Stephansplatz. Freitagvormittag schlendert Jing dort gern über den Markt und kauft sich ein Fischbrötchen. „Die Sachen hier sind zwar ein bisschen teurer als im Supermarkt, aber dafür kann man sich mit den Verkäufern unterhalten und weiß auch, woher die Lebensmittel kommen“, sagt die 29-Jährige.

Nicht weit vom Stephansplatz liegt die Hildesheimer Straße, die sich von Süd bis Nord durch den Stadtteil zieht. An der Straße gibt es nicht nur unzählige Dönerbuden, Bücherläden, Drogeriemärkte und Fitnesscenter, sondern auch das Lieblingsrestaurant von Jing: Mimi’s Thai Kitchen an der Kreuzung zur Geibelstraße hat es ihr wegen der realistischen thailändischen Atmosphäre angetan. „Die abgenutzten Hocker und Tische aus Holz, die Buddha-Statuen als Deko, die thailändische Musik: Man denkt, man ist in Thailand“, sagt sie. Doch die asiatische Hektik tauscht sie gern mit der ruhigen Südstadt.

Von Jeffrey Ji-Peng Li

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