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Einmal Erfolg und zurück in die Versenkung

Die größten Sommerhits Einmal Erfolg und zurück in die Versenkung

Ein Sommer dauert nur wenige Monate, ein Sommerhit kann Jahrzehnte überdauern. Doch häufig ist ein Lied langlebiger als die Band, die es mal gesungen hat. ZiSH hat in der Plattenkiste gewühlt und nachgeforscht, was aus Rednex, Mungo Jerry und Co. geworden ist.

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Mit „Cotton Eye Joe“ brachte Rednex die Jugend zu unkontrolliertem Hüpfen.

Quelle: Frank Wilde

Katrina and the waves – Werbesong

Es gibt Lieder, denen kann man nicht entkommen. Sie laufen in der Werbung oder sind Soundtrack bekannter Filme. „Walking on Sunshine“ von Katrina and the Waves hat es sogar bis zur Mundhygiene geschafft – in einer elektronischen Zahnbürste für Kinder. Ein Sommerhit im Kampf gegen Karius und Baktus und die Garantie, dass auch die Kleinen das Lied von 1985 kennen. Doch der Band um Frontfrau Katrina Leskanich ging es nicht anders als anderen: Ihr Lied war beliebter als die Band. Erst 1997 konnten sie mit „Love Shine a Light“ an ihren Erfolg anknüpfen und den Eurovision Song Contest für Großbritannien gewinnen. Zwei Jahre später war Schluss. Die „Waves“ versuchten es mit einer anderen Frontfrau, Katrina mit anderen „Waves“. Aber der Erfolg blieb aus. Songwriter Kimberly Rew komponierte weiter im englischen Cambridge und singt mittwochs in einem Pub. Katrina moderiert im Radio, spielt am Theater und singt mit diversen Bands. Mittlerweile lebt sie mit einer Katze, einem Hund und einem sprechenden Vogel in London. Und sie schreibt an ihrer Biografie.

Rebecca Gerigk

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Los del Rio – Graue Herren

Hände in die Hüften, kräftig mit dem Hintern wackeln, in die Knie und Dre­hung – nach dieser Tanzanleitung zum Sommerhit „Macarena“ sah man 1996 Jugendliche am Strand, in Diskos und auf der Straße feiern. Das spanische Duo Los del Rio löste eine Klubtanzbewegung aus und landete in ganz Europa auf Toppositionen der Musikcharts. Nach ihrem Erfolg ging es für die Spanier sogar zur Audienz bei Papst Johannes Paul II. und der spanischen Königsfamilie. Doch danach wurde es stiller um die beiden Herren. Nur die Neuauflage ihres Hits als Weihnachtsedition, in dem in Weihnachtskostüme gehüllte Frauen die Strophen durch „Rudolf the Rednosed Reindeer“ und „Jingle Bells“ ersetzen, landete noch einmal in der Hitparade. In Deutschland allerdings nur auf Platz 84. Ansonsten geben sich die mittlerweile ergrauten Mu­siker ganz spanischer Folklore hin und ha­ben mehrere Flamencoalben herausge­bracht. Sollte es den beiden in ihrem spani­schen Heimatdorf zu langweilig werden, können sie ja einfach einen Ostermacarena aufnehmen – natürlich im Hasenkostüm.

Friederike Vogel

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Los Lobos – Agile Wölfe

Erstmals schallte es „Bamba bamba bamba bamba ...“ 1987 weltweit durch die Radios, Frauen schwangen ihre Dauerwellen durch die Luft, und die Männer legten eine Mischung aus Rock ’n’ Roll und Samba aufs Parkett. Der Song „La Bamba“ von Los Lobos erreichte Topplatzierungen in den europäischen und amerikanischen Single-Charts. Und wer hat’s erfunden? Schon vor 300 Jahren ließen Mexikaner ihre Sombreros zu der „La Bamba“-Melodie kreisen. Und 1958 bescherte die eingängige Musik Ritchie Valens mit dem selben Song Ruhm und Ehre. Lediglich ein paar Töne änderten die Muchachos von Los Lobos an „La Bamba“ und brachten damit ihre Karriere in Schwung. Ihr Sommerhit war jedoch der einzige große Erfolg im Mainstreambusiness. Mit ihren 19 weiteren Alben fanden sie nur in der Latin Rock Szene Anerkennung. Die mittlerweile weit über 50 Jahre alten „Wölfe“ – Los Lobos – veröffentlichten erst letztes Jahr ihr neues Album „Tin Can Trust“ und ließen das animierte Chamäleon „Rango“ im gleichnamigen Film zu ihren mexikanischen Klängen tanzen.

Lennart Westbomke

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Venga Boys – Tanzpuppen

Sie wollten nach Ibiza, sie wollten feiern, aber vor allem wollten sie in die Charts. Und so begann die Geschichte der Vengaboys, die mit „We’re going to Ibiza“ 1999 einen Sommerhit produzierten, der schon bei Erwähnung des Titels noch heute einen Ohrwurm auslöst. Mit klingeltonartigem Sound und leicht verständlicher Strandpoesie kreierte das DJ-Duo Dansky und Delmundo die passende Urlaubsstimmung, um damit sogar noch nach dem Erfolg des Sommerhits in die Top Ten der Charts zu gelangen. Ob „Shallala“ oder „Boom boom boom“ – die Botschaft bleibt dieselbe. Präsentiert wurden die Songs im Vollplayback dann von vier Kunstfiguren in Cowboy-, Matrosen- und Diskooutfits. Die Verkleidung blieb über die Jahre, nur die Künstler kamen und gingen. Nach langwierigem „Bäumchen, wechsle dich“ in der Besetzung und Rückzug in die Klubszene versuchten es die Niederländer im letzten Jahr noch einmal mit einem 3-D-Video und ähnlichem Sound. Nur diesmal nicht auf dem Weg nach Ibiza, sondern mit der ,,Rocket to Uranus“.

Isabella Ayuto

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Rednex – Ausverkauf

Amerikanische Folkmusik, ein Techno-Country-Beat und Westernkostüme: „Cotton Eye Joe“ brachte 1994 die Jugend zu unkontrolliertem Hüpfen. Hinter dem Popsong steckten die Schweden Rednex, die mehr Konzept als Band waren. In 17 Jahren haben 15 Künstler mitgemacht, darunter wenige Gesangstalente. Rednex setze sich aus Produzenten, Songschreibern, Videokünstlern und Internetprogrammierern zusammen, heißt es. Beim ständigen Wechsel lässt sich kaum feststellen, was aus ihnen geworden ist. 2007 gingen sie für Rumänien beim Eurovision Song Contest an den Start. Sie schieden aus. Danach gab es Ärger mit der ehemaligen Sängerin um die Leitung. Die Gruppe witterte den jähen Niedergang und bot die Songrechte für 1,5 Milionen Dollar bei Ebay an – niemand wollte. 2009 recycelten sie sich erneut selbst und engagierten zwei alte Mitglieder. Mittlerweile steht ein neues Album „Saturday Night Beaver“ in den Regalen. Selber Sound, selbe Masche. Das klingt nach Ausverkauf. Wie passend, dass man mittlerweile den Bandnamen Rednex mit allen Rechten kaufen kann – für zwei Millionen Euro.

Sabrina Mazzola

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