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Einmal Erfolg und zurück in die Versenkung Las Ketchup, Lou Bega, Mungo Jerry, O-Zone, Buddy

Einmal Erfolg und zurück

Las Ketchup, Lou Bega, Mungo Jerry, O-Zone, Buddy

Foto: Lou Bega war der deutsche König des Mambos.

Lou Bega war der deutsche König des Mambos.

© dpa

Las Ketchup – Tanz ins Abseits

Ein Song, ein Tanz und ganz viel spanisches Englisch: „The Ketchup Song (Aserejé)“ von der spanischen Band Las Ketchup hatte 2002 alles, was ein Sommerhit braucht: Drei hübsche Mädels singen von heißen Diskonächten. Und dazu hatten sie den passenden Tanz, der nüchtern wie betrunken eine große Herausforderung war. Zuerst mit den Händen eine Scherenbewegung machen, dann mit den Daumen hinter sich zeigen. Abschließend wandern die Hände über den Kopf, und die Knie zappeln. Ein Modetanz, den Jugendliche auf Borkum und den Balearen tanzten. Hinter dem nach Phantasieenglisch klingenden Refrain verbarg sich die lautsprachliche Umsetzung des alten Rap-Liedes „Rapper’s Delight“ von Sugar Hill Gang. So belegten die Schwestern Lola, Lucia und Pilar Muñoz einen Sommer lang die Chartspitzen Europas. 2006 suchten sie ihr Glück beim Eurovision Song Contest. Ergebnis: Platz 21. Vernichtend. Seitdem liegt ihre Myspace-Seite brach. Musik ist nicht mehr zu erwarten. Stattdessen wurde bis 2008 in Telenovelas geschauspielert. Nur noch Schwester Lucia ist noch aktiv – als Nebendarstellerin in einer Internettelenovela.

Marina Uelsmann

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Lou Bega – König im Exil

Er war der deutsche König des Mambos. Ein junger Mann aus München, der das Erbe großer Mambo-Künstler wie Dámaso Pérez Prado aus Kuba antrat. Und ja, er war erfolgreich – indem er sich am Liedgut Prados bediente. Lou Begas „Mambo No. 5“ machte vor zwölf Jahren aus dem satten Pop-Deutschland ein hungriges Mambo-Deutschland. Doch schon seine zweite Single „I got a Girl“ erreichte nur noch Platz 19. Sie klang zu sehr nach seinem Erstlingswerk. Danach ging es weiter bergab. Von Folgealben nahm kaum jemand Notiz. Auskopplungen des 2006er Albums „Lounatic“ wurden nicht mehr gelistet. Der Sohn einer Italienerin und eines Uganders gab aber nicht auf, denn wer mal auf dem Thron saß, der will da wieder hin. Im Mai 2010 veröffentlichte Bega sein viertes Album. Auf den Philippinen war er mit „Sweet like Cola“ auf dem zweiten Platz, in Belgien immerhin unter den Top 30. In Deutschland hat das niemanden interessiert. Sein Twitter-Account ist eingestaubt, auf dem „Oppacher Brunnenfest“ singt er Playback. Neuerdings probiert er es mit Dancemusic mit Ska-Anleihen – zum Herunterladen und beinahe unbemerkt.

Isabell Rollenhagen

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Mungo Jerry – Ewig spitze

Was für ein traumhafter Sprint: 1970 stürmten Mungo Jerry nur wenige Monate nach ihrer Bandgründung mit „In the Summertime“ die britischen, deutschen, österreichischen und schweizerischen Charts. Dort verharrten sie wochenlang auf der Spitzenposition. Mit einfachen Mitteln: Zu Piano, Akustik-Bass, elektrischer Gitarre und Banjo sang Frontman britische Ray Dorset eine Hymne auf die Sommerzeit, wie er sie liebte: Auto fahren, Alkohol trinken und Mädchen aufgabeln. Im Wahn, an den Erfolg anzuknüpfen, wechselte Dorset Bandmitglieder wie seine Unterwäsche, blieb jedoch mit allen Alben, die er allein und mit Mungo Jerry produzierte, unbeachtet von denen, die zu seinem Hit die Nächte durchtanzten. Mittlerweile gibt es die Band parallel in drei unterschiedlichen Besetzungen, die alle von Dorset angeführt werden. Die eingängige Sommerhymne steht auch nach etwa 7000 Livedarbietungen immer noch regelmäßig auf der Setlist, während man sich leise fragt: Warum konnte ihr Ende nicht so plötzlich kommen wie ihr Anfang? Und warum muss auch Mungo Jerry bei Oliver Geißens „Chart-Show“ auf der Bühne stehen?

Joss Doebler

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O-Zone – Keine Helden

Bescheiden waren sie nie, die Jungs von O-Zone. In „Dragostea Din Tei“ bezeichneten sie sich 2004 als Kavaliere, Picassos und Helden. Gefeiert wurden sie als solche nicht lange – vielleicht, weil sie niemand verstand. Nach Chartspitze und Echo für den „Hit des Jahres“ hatte das Heldendasein der Moldawier bald ein Ende: Schon 2005 wollte O-Zone-Gründer Dan Balan nicht mehr Boyband sein. Mit dem feschen Namen Crazy Loop versuchte er, auf Solopfaden bis nach Amerika zu kommen. Dort aber wollte ihn keiner hören. Seine Musik schaffte es nur nach Russland; und damit war er erfolgreicher als Bandkollege Radu Sarbu. Auch dieser rannte dem Erfolg von „Dragostea Din Tei“ hinterher, in mehreren Versuchen: allein, zusammen mit seiner Frau und letztlich in Castingshows. Das dritte Mitglied der Band gab sich den Künstlernamen Arsenium, trat vor fünf Jahren für Moldavien beim Eurovision Song Contest an und landete auf dem viertletzten Platz. Seitdem macht er wie seine ehemaligen Bandkollegen mit mäßigem Erfolg Musik. Held sein – das war am Ende vielleicht doch eine Spur zu groß für die drei.

Rebecca Gerigk

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Buddy – Clever recycelt

So wie die Sonne auf- und untergeht, so verschwinden auch Sommerhits im Winter wieder. Nicht so bei Buddy und DJ the Wave. Ihren Gute-Laune-Hit „Ab in den Süden“, der 2003 auf jedem Radiosender lief, recycelte der Berliner und schrieb den Text so um, dass er statt Strandnixen auch Skihasen begeisterte. Während „Ab in den Süden“ auf Platz zwei der Top Ten kam, verlor sich der Winterhit „Ab auf die Piste“ nur noch auf Platz 56. Doch danach konnte Buddy nicht einmal mehr der Papst weiterhelfen: Zur Papstwahl 2005 griff er die Schlagzeile „Wir sind Papst“ auf und schuf zusammen mit dem Produzentenduo Urbi & Orbi eine gleichnamige Single. Mittlerweile hat er sich wieder der Ballermannuntehaltung zugewandt. Neuestes Projekt: die Erfindung eines Sommerhits. Oh Wunder. Gut, dass auf Mallorca das ganze Jahr die Sonne scheint.

Friederike Vogel

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