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Große Liebe, große Fehler
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Die schlimmsten Liebestöter Große Liebe, große Fehler

Frisch verliebt zu sein ist etwas Schönes. Das Herz hüpft bei jeder SMS, die man von seinem Liebsten 
bekommt. Doch dann das: Der Partner fängt plötzlich an, die nächsten gemeinsamen zehn Jahre zu planen oder redet ständig von seiner Ex. 
ZiSH kennt die schlimmsten Liebestöter.

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„Ich schenke dir mein Herz“: Überstürzte Liebeserklärungen können der Anfang vom Ende sein.

Quelle: Ditfurth

Die Ex und ich

Nach dem Essen bei Kerzenschein haben sie die Teller schnell zur Seite geschoben. Nur so können sie über den winzigen Tisch in der WG-Küche Händchen halten und sich tief in die Augen schauen. Es ist traumhaft – bis er wieder von Sophie erzählt. „Wusstest du, dass ich mit Sophie damals auch Saltimbocca gekocht habe?“ Nein, wusste sie nicht. Das wollte sie auch gar nicht wissen. Als Freundin fühlt man sich selten geschmeichelt, wenn der Partner ein solches Mitteilungsbedürfnis über seine Ex zu haben scheint.

Wie kann man so unsensibel sein? Seit er vor wenigen Wochen ihren Namen mit dem seiner ehemals Verflossenen verwechselte, geht seine Ex auch ihr nicht mehr aus dem Kopf. Seitdem scheint diese Sophie wie ein Schatten ständig neben ihm zu sitzen. Sie sieht Sophie sogar, wenn sie miteinander schlafen wollen. Natürlich – das bildet sie sich nur ein. Aber ändern kann sie es auch nicht. Vielleicht ist es besser, wenn sie ihn gar nicht mehr sieht. Dann hat er wenigstens Zeit für Sophie.

ZiSH

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Einseitige Liebe

Der Schmerz dröhnt in ihrem Kopf. Ihr Handy vibriert nur dreimal kurz auf dem Nachtisch und klingt in ihren Ohren doch wie ein Presslufthammer. Das war eindeutig ein Cocktail zu viel gestern Abend. Doch mit ihm hat es Spaß gemacht, neue Drinks zu mixen. Und als sie sich zwei Stunden später draußen vor der Wohnung und unter dem Sternenhimmel küssten, fühlte sich das gut an. Aber vielleicht war das auch nur der Alkohol.

Jetzt blickt sie verschlafen auf ihr Handy-Display. „Hey Süße, ich kann kaum glauben, dass wir uns gefunden haben. Wann kommst du vorbei? Ich habe Sehnsucht.“ Bitte was? Süße? Es war schön mit ihm, aber sie kennt noch nicht mal seinen Nachnamen. Auf ihrer Facebook-Seite wartet dann die nächste Überraschung: „Jan ist in einer Beziehung mit dir“ steht da. Das geht alles ein bisschen zu schnell. Das Handy zurück auf den Nachttisch legen, im Bett noch einmal umdrehen und weiterschlafen. Seinen Nachnamen will sie da schon gar nicht mehr wissen.

Alina Herter

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Telefonterror

Piep. Piep.“ Ihr Handy klingelt. Auf dem Display erscheint eine SMS. „Hallo Schatz, wie geht es dir?“, fragt ihr neuer Freund. Wie aufmerksam. Aber weil ihre Bahn in ein paar Minuten abfährt und sie nicht zu spät zur Vorlesung erscheinen will, muss die Antwort erst einmal warten. Das wird er schon aushalten. Denkt sie.

Fünf Minuten später klingelt das Handy. Diesmal ruft er an. „Warum schreibst du nicht zurück?“, fragt er enttäuscht. Verständnis dafür, dass sie sich beeilen musste, scheint er nicht zu haben. Er hatte sich schon Sorgen gemacht – schließlich hätte ja sonst was passiert sein können. Komisch. Aber vielleicht hat er es ja wirklich nur gut gemeint. Doch da hatte sie falsch gedacht. SMS und Kontrollanrufe werden immer häufiger.

Ein schlechtes Gefühl macht sich breit. Schließlich explodieren so auch die Handykosten. Immer und überall erreichbar zu sein ist außerdem anstrengend – und schafft wahrscheinlich nicht einmal Chuck Norris.

Kerstin Ligendza

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Zukunftsmusik

Du bist frei. Das Abi ist geschafft, und die Welt steht dir offen. Vielleicht willst du erst einmal ins Ausland gehen. Australien steht ganz oben auf deiner Wunschliste. Oder studieren – am besten in einer anderen Stadt, ganz weit weg. Berlin, München, Köln.

Deine neue Freundin ist eher der häusliche Typ. Mehr als 20 Kilometer von ihrer Familie entfernt kann sie nicht überleben. Du überlegst, wie es mit euch weiter geht. Ob sie Verständnis dafür hat, dass du die Welt sehen willst. Gerne auch allein. Schließlich seid ihr erst seit ein paar Wochen zusammen. Es wird sich schon alles fügen, denkst du. Hoffst du. Schließlich gibt es so etwas wie Skype und WhatsApp. Doch dann wirst du eines Besseren belehrt. „Schaatz? Wo studieren wir eigentlich?“, fragt sie auf einmal. In deinem Kopf geht alles drunter und drüber. Wir? „Wir können bald schon einmal nach einer Wohnung gucken“, plappert sie aufgeregt weiter. Deine Alarmglocken läuten. Bisher läuft es zwischen euch wirklich toll. Aber zusammenziehen? Das geht eindeutig zu schnell. Denn von der ersten eigenen Wohnung ist es zur Hochzeit und Kindern gefühlt nicht mehr weit. Während sie in Gedanken schon die Wohnung einrichtet, überlegst du, wie du aus der Nummer wieder herauskommen sollst. Freiheit hattest du dir schließlich anders vorgestellt.

Natasha Holstein

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Wie die Tiere

Tiere sind süß. Zumindest die meisten. Und wenn sich Pärchen süß finden, geben sie sich Tiernamen. Manchmal sogar mehrere. Doch „Bärchen“, „Maus“, „Rehlein“ oder „Hase“ (Steigerung: „Kuschelhase“) können nerven. Tierisch.

Solange sich ein Paar einvernehmlich Kosenamen gibt – bitte schön. Es kann ja zumindest für andere Kunden an der Supermarktkasse erheiternd sein, wenn „Hasi“ ihrem Freund zuruft: „Holst du noch schnell den Rohrreiniger, mein großes Frettchen?“

Wenn die Tierliebe jedoch einseitig ist, wird es schnell peinlich. Besonders vor Freunden oder den Eltern möchte niemand als „Hengst“ deklariert werden. Was lieb gemeint ist, kann in Blamagen und Erniedrigungen enden. Zur Not hilft ein klärendes Gespräch, in dem man deutlich macht, nicht mit Tieren assoziiert werden zu wollen. Weder mit einem süßen „Spatzi“ und schon gar nicht mit einer schleimigen und elend langsamen „Schnecke“.

Sollte sich nach dem Gespräch noch immer nichts ändern oder sogar die nächste Ebene der Kosenamen („Schnucki“ oder „Adonis“) erklommen werden, gibt es wahrscheinlich nichtmehr wirklich viel zu retten. Dann hilft nur noch ein Abschiedsgeschenk. Wie wäre es mit einem Kuscheltier?

Manuel Behrens

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Familienbande

Ein klebriges Küsschen links, eins rechts. „Du bist also die Neue“, stellt seine Oma erfreut fest. Ja, sie ist also „die Neue“. Seit knapp zehn Tagen ist sie nun mit ihrem neuen Freund zusammen, und ausgerechnet jetzt muss seine Oma Geburtstag haben. Dass sie versprach, zu Kaffe und Kuchen mitzukommen, hat sie direkt bereut. Sicher, sie und ihr Freund sind fest zusammen. Aber muss man dann gleich die ganze Familie kennenlernen?

Aber nun steht sie bei Oma Elfriede im Wohnzimmer zwischen Blümchentapete und Tee-Stövchen und wird nacheinander Tante Irmgard, Schwippschwager Karl und seiner Verlobten Susanne vorgestellt. „Zu unserer Hochzeit nächstes Jahr kommt ihr doch auch beide, oder?“, fragen Letztere mit bohrendem Blick. Als ihr Freund für sie beide zusagt, wünscht sie sich ganz weit weg. Irgendwohin, wo man nicht gleich der ganzen Familie vorgestellt wird, wo keine Schwippschwager heiraten und sie erst einmal ihren Freund kennenlernen kann.

ZiSH

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Geheimplan

Erst ist es nur eine zweite Zahnbürste im Bad, dann kommt ein Haartrockner hinzu, und schließlich füllen ihre Klamotten seinen halben Kleiderschrank aus: Langsam und klammheimlich zieht sie Stück für Stück bei ihm ein. Natürlich macht sie das mit Bedacht und ganz und gar unauffällig. Sie möchte ihn ja nicht in Panik versetzen. Er soll sich auch nicht unter Druck gesetzt fühlen, dass sie endlich mal zusammenziehen könnten.

Aber es ist auch ziemlich lästig, jeden Abend erst einen Koffer packen zu müssen, um bei ihm übernachten zu können. Der Plan, sich langsam einzunisten, bleibt so lange unentdeckt, bis plötzlich seine Vermieterin vor der Tür steht, wild mit dem Mietvertrag herumfuchtelt und ihm die „heimliche Unterbringung von Untermietern“ vorwirft. Wenn dann auch schon der Postbote die „Mitbewohnerin“ dank zahlreicher „Zalando-Pakete“ kennt und sie morgens freundlich beim Namen grüßt, ist es meist schon zu spät.

Isabell Rollenhagen

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Er liebt mich, ...

Auf seiner Stirn hat sich ein feiner Schweißfilm gebildet. Ihre Hände zittern, als sie sich aufgeregt eine Haarsträhne aus dem Gesicht streicht. Das erste Date macht einen schnell nervös. Vorher hatte sie lange überlegt, was sie anziehen soll. Er hatte Angst, dass sie sein Gerede über das Studium langweilt. Doch nach ein paar Minuten lockert sich die Stimmung auf. Plötzlich ist es egal, dass sie sich mit Tomatensuppe bekleckert und er am Anfang vor Nervosität kaum einen Satz herausgebracht hat. In der Bauchgegend machen sich Schmetterlinge breit.

Schnell wird ein zweites Treffen ausgemacht. Kurz bevor sie am Ende des Dates in die Bahn steigt, drückt er ihr einen Kuss auf die Lippen. Ihr Gesicht in seinen Hände haltend, schaut er ihr tief in die Augen. Ihre Knie werden ganz weich. Doch dann das: „Ich liebe dich“, haucht er sanft. Die drei großen Worte. Panik macht sich breit. Meint er das wirklich ernst? Oder ist es nur eine Masche, um sie rumzukriegen? Wie auch immer die Antwort lautet, das Kribbeln in ihrem Bauch verwandelt sich in ein verdächtiges Ziehen. Als sie in der Bahn sitzt, greift sie zu ihrem Handy. „Mit ist gerade eingefallen, dass ich am Wochenende keine Zeit habe. Sorry“ schreibt sie ihm. Dann meldet sie sich nie wieder.

Anne-Sophie Lucas

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