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Zeigt her eure Beutel!

Jutebeutel-Trend Zeigt her eure Beutel!

Jutebeutel sind ein Statement, eine modische Liebeserklärung – und für manche 
einfach nur praktisch: Wir stellen Taschen und ihre Träger vor.

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Ob selbstbestickt, mit Bandlogo oder ganz unaufregend: Jutebeutel sind im Trend.

Quelle: Kutter

Kein 
Fashion-Statement

Hannover.

„Den Beutel habe ich mir nicht selbst geholt, sondern meine Mutter hat ihn gekauft oder irgendwo bekommen. Ich benutze ihn auch nicht als Fashion-Statement, sondern nehme den Beutel nur mit, wenn ich wirklich eine Tasche brauche. Deshalb ist mir eigentlich auch egal, was vorn draufsteht und wie er aussieht. Ich denke, dass der Trend Jutebeutel nicht mehr so lange anhalten wird. Es kann sein, dass er schon jetzt nur noch bei den Jüngeren wirklich in ist.“

Maximilian Fink, 16, aus Hannover

Hauptsache 
praktisch

„Der Jutebeutel erfüllt für mich vor allem eine praktische Funktion. Deshalb ist mir auch nicht wirklich wichtig, ob er ein besonders schönes Design oder eine tolle Farbe hat. Wichtiger ist mir, dass er seinen Zweck erfüllt. Ich nehme die Leinentasche meistens mit, um meinen Laptop und meine Bücher überall mit hinnehmen zu können. Beim Einkaufen kann ich außerdem Plastikmüll sparen, weil ich den Jutebeutel immer wieder benutzen kann.“

Tim Liebke, 26, aus Hannover

Andenken ans Konzert

„Ich bin schon seit Ewigkeiten Fan von dem Sänger Dallas Green. City and Colour ist ein Akustik-Solo-Projekt von ihm. Den Jutebeutel habe ich gekauft, als ich im letzten Jahr ein Konzert von ihm besucht habe. Seitdem mussten meine Handtaschen weichen und ich nehme zu jeder Gelegenheit nur noch den Jutebeutel mit.“ 


Fredi M., 24, aus Hannover

Selbst besticktes Unikat

„Mein Jutebeutel ist ein Unikat. Ich habe mir im Internet ein ganz normales Zehner-Pack mit unbedruckten Jutebeuteln gekauft und dann selbst einen Elefanten darauf gestickt. Warum ich mich für das Motiv entschieden habe, weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich fand es einfach schön. Der Stoff kommt von den Resten einer Hose aus Guatemala, die ich zerschnitten habe. Ich bin überzeugte Jutebeutelträgerin, eine Handtasche brauche ich nicht.“

Marie Irmer, 20, aus Hannover

Hip und praktisch

„Mit unseren Jutebeuteln unterstützen wir das Label „das cape mädchen“, das einer Freundin von uns gehört. Sie designt natürlich vor allen Dingen Capes. Aber eben auch diesen schönen Jutebeutel. Das Logo ihres Labels auf den Beuteln sieht hip aus, außerdem sind sie sehr praktisch und bieten viel Platz. Zum Beispiel für Schlüsselbund, Jacken, Schuhe oder Bücher. Deshalb nehmen wir unsere Jutebeutel auch oft mit zur Uni oder packen sie ein, wenn wir auf Reisen gehen. Wie jetzt gerade zum Beispiel. Denn zurzeit sind wir bei unserer Schwester in Hannover zu Besuch.“

Catherine, 21, und Felice Maltzahn, 25, aus Berlin

Ein Zeichen für 
echte Bandliebe

„Mit meinem Jutebeutel möchte ich meine Liebe zu der Elektro-Rap-Band Kraftklub zum Ausdruck bringen. Die Tasche habe ich mir vor einigen Jahren bei einem Konzert der Gruppe gekauft, und seitdem habe ich sie immer dabei – für alle Fälle. Das ist der einzige Jutebeutel, den ich mir bisher gekauft habe. Und dementsprechend viel benutze ich ihn auch. Das sieht man dem Beutel natürlich auch an, finde ich. Die Tasche werde ich in ein paar Jahren bestimmt trotzdem immer noch durch die Gegend tragen.“

Desiree Thiel, 29, aus Hannover

Platz für 
Bücher

„Einen Jutebeutel nehme ich eigentlich nur mit, wenn ich größere Dinge transportieren muss, die nicht in meine normale Handtasche passen. Wie zum Beispiel Bücher. Diesen coolen Jutebeutel hat mir meine Zwillingsschwester aus Hamburg mal geschenkt. Sie hat ihn dort in so einem ganz bekannten, richtig hippen Laden gekauft – wie der heißt, habe ich aber leider vergessen.“ 


Nora, 23, aus Hannover mit Freundin Lisa, 22.

Beutel mit Geschichte

Den Jutebeutel gibt es schon viel länger als die Hipster, die ihn heute gern tragen. Die in der Regel 35 mal 43 Zentimeter große Baumwolltasche erlebte Anfang der Achtziger zum ersten Mal ihren Boom. Damals wurde sie zum Sinnbild des Umweltbewusstseins, statt zur Plastiktüte griff man zum Jutebeutel. Auch viele Kinder mussten damit zur Schule gehen, der Beutel diente zum Beispiel als Sporttasche – was nicht bei jedem gut ankam. Schließlich war er mit Werbung, Regenbögen oder Schildkröten bedruckt. Und wer wollte vor den Klassenkameraden schon als Öko dastehen? Also landete der Jutebeutel in einer verstaubten Ecke des Klassenzimmers, und Mama bekam zu hören, das gute Stück sei verloren gegangen. Oder geklaut worden. Mittlerweile trägt jedoch genau diese Generation den Beutel nicht nur zum Einkaufen, sondern auch in der Stadt, zu Festivals oder sogar in der Disco. Egal ob ihn Werbung, ein satirischer Spruch oder ein witziges Motiv ziert – Hauptsache, er ist aus Baumwolle.
Wie vieles, was einmal in und wieder out war, hat er jetzt erneut den Weg auf die Straße gefunden – doch inzwischen macht ihm ein Verwandter der Baumwolltasche die Schulter streitig: der Turnbeutel. Noch so ein alter Bekannter aus der Schulzeit.

Sarah Seitz

Was ist die Geschichte 
hinter eurem Jutebeutel? Postet sie mit Foto auf unserer Facebook-Seite unter 
 facebook.com/ZishHAZ

„Früher dachte man bei Jutebeuteln an gruselige Öko-Lehrer-Typen"

Interview mit Hanna Janzen, hannoversche Designerin und Mitgründerin des Labels „Wemakethecake"

Hanna, warum sind Jutebeutel nicht nur im hippen Berlin so beliebt? 

Jutebeutel sind ein praktisches Utensil, dass man im Alltag jederzeit benutzen kann. Ihre Einheitlichkeit macht sie direkt identifizierbar, ihre verschiedenen Prints zu einem individuellen, persönlichen Objekt. Zudem sind sie ein Geschenk an die Umwelt - Sie sind ein Statement gegen den Plastik-Überkonsum, wenn man sie für seinen Einkauf nutzt. Viele Jutebeutel, wie auch die von Wemakethecake, werden fair und nachhaltig produziert.

Was sagen Jutebeutel über ihre Träger aus?  Gibt es „den" Jutebeutel-Träger? 

 Früher wurden Jutebeutel mit gruseligen Öko-Lehrer-Typen assoziiert, heute sind sie der Inbegriff einer hippen Großstadt-Bewegung. Durch ihre Prints werden Jutebeutel eine Kommunikationsfläche zur Außenwelt. Sie initiieren eine Art Selbstdarstellung oder eine Message an die Außenwelt. Viele junge Leute benutzen diese, um sich zu einer Gruppe zu bekennen. Trotzdem, denke ich, wird es auch immer die Jutebeutelträger geben, die es aus Umweltbewusstsein tun.

Manche sagen, Jutebeutel seien total unpraktisch. Wie siehst du das?  

Ich selbst nutze den Jutebeutel als "bag 2 go", verstaue ihn in meiner Tasche oder meinem Rucksack und nutze ihn, wenn ich spontan Einkäufe tätige. Praktischer geht es kaum! Wer den Jutebeutel als kompletten Taschenersatz nutzen möchte, dem empfehle ich ein kleines Etui für das Innenleben, sodass sich Dinge wie der Schlüssel oder das Handy schnell wiederfinden lassen.

Wie hat sich das Jutebeutel-Geschäft bei euch entwickelt?  Immerhin sind du und deine Freundin mit Jutebeuteln zu erfolgreichen Designern geworden...

Die Gründung des Labels Wemakethecake war ein reiner Zufall und hat sich durch die Nachfrage zu einem Business entwickelt, dass nach wie vor sehr gefragt ist. Wir haben unseren ersten Jutebeutel aus Eigennutzen produziert, wurden damit auf der Straße entdeckt und haben daraufhin angefangen eine Kollektion zu entwickeln und sie bundesweit zu verkaufen. Heute existiert neben dem Jutebeutel Label auch der gleichnamige Modeblog Wemakethecake, auf dem wir unsere Leser auch über andere Modetrends aus der Hauptstadt und der Welt auf dem Laufenden halten.

Interview: Isabel Christian

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