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Die besten Jobs an der Uni

Studenten-Jobs Die besten Jobs an der Uni

An der Uni kann man sich als studentische Hilfskraft die Miete verdienen. Und das nicht nur beim Büchersortieren.
 Hiwis arbeiten auch als Tutoren, helfen beim Programmieren oder Leichensezieren. Ab dem 1. April gibt's dann sogar mehr Geld. Wir stellen fünf Uni-Jobs vor.

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„Kneipen gehören zum Leben dazu“

Mit ruhiger Hand: Medizinstudentin Anna zeigt Erstis, wie man Leichen seziert.

Quelle: Franson

Mit Skalpell und guten Nerven

Hannover. Anna nennt den Menschen, der vor ihr auf dem Aluminiumtisch liegt, Körperspender. Andere würden Leiche oder Toter sagen, doch das finden die Medizinstudenten respektlos. Schließlich hat hier ein Mensch nach seinem natürlichen Tod freiwillig seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Nun haben die Tutorin und ihre Studenten eine Aufgabe: die Nervenstränge aus der Hand freilegen.

Anna, Medizinstudentin im dritten Semester, betreut eine Gruppe von sechs Mediziner-Erstis, die den Präparierkurs der MHH belegen müssen. Einmal in der Woche sehen die Studis für vier Stunden die menschliche Anatomie auf dem Seziertisch hautnah. „Das Interesse überwiegt meist die Angst vor den Körpern und einem falschen Schnitt“, sagt Anna.

Jede Gruppe hat für die zwei Semester einen eigenen Körper, auf den die Studenten achten müssen. Anna ist es wichtig, den anderen Studenten die Angst zu nehmen: „Wir Tutoren haben meist ein Jahr zuvor dieselbe skurrile Situation erlebt. Dadurch können wir beim ersten Kontakt mit den Körpern den Erstis am besten helfen.“ Hauptsächlich beantwortet sie jedoch Fragen und hilft beim Präparieren.

Das anatomische Wissen müssen sich die Tutoren deshalb immer wieder selbst ins Gedächtnis rufen. So dient der Job auch als ideale Anatomie-Wiederholung. Bei Fragen, die Anna nicht beantworten kann, hilft meist der anwesende Professor aus. Diese intensiven Kontakte zu den Dozenten seien oft auch später hilfreich – wenn es etwas darum geht, ein Thema für die Doktorarbeit zu finden. Doch das ist nur ein Grund, warum die 21-Jährige ihren Studi-Job gerne macht: Sie lernt eine Menge – über sich, die Studis und natürlich über die Anatomie.

Ricarda Deutsch

Mit Platinen und Programmen

Roboter sollen das Leben vereinfachen. Informatikstudent Niklas will seinen Teil dazu beitragen: Der 22-Jährige studiert am Institut für Elektrotechnik, gerade ist er im siebten Semester und schreibt an den letzten Seiten seiner Bachelorarbeit. Nebenbei arbeitet er als Hiwi an einem Roboterprojekt mit. Das trägt den Science-Fiction-mäßigen Namen „Demonstrator“. Der Roboterarm, an dem das Team arbeitet, ist wie ein Turm aus mehreren beweglichen Elementen und unzähligen Kabeln auf einer Holzplatte fixiert. Darunter befindet sich die Steuerungstechnik.

Auf das Projekt wurde Niklas durch eigene Recherche aufmerksam. Das Informatikinstitut hatte die Stelle ausgeschrieben, also bewarb er sich – erfolgreich. Nach einem Gespräch mit dem Projektleiter, einem Doktoranden des Instituts, konnte er einsteigen. Diese Zusammenarbeit mit Experten ist es, die Niklas besonders an seinem Job gefällt.

Gerade arbeitet er zusammen mit dem Projektleiter und einem Hiwi daran, die Soft- und Hardware so zu koordinieren, dass die Bewegungen des Arms fließend verlaufen. Der zeitliche Aufwand dafür ist groß: „Ich habe einen Vertrag für 40 Stunden pro Woche, die sind aber flexibel. Wenn ich mal weniger Zeit habe, arbeite ich das später nach.“ Die Bachelorarbeit geht schließlich vor, selbst vor der Sci-Fi-Forschung.

Sophie Leyh

Mit dem Rotstift

In der Schule hat man sich manchmal geschämt, die eigene Klassenarbeit abzugeben. Der Lehrer erkannte beim Korrigieren schließlich sofort, welche Antworten nur geraten waren. An der Leibniz-Uni übernehmen diesen Job andere Studenten. Studenten wie Gregor. Der studiert im sechsten Semester Physik und arbeitet seit zwei Semestern nebenbei als Tutor und Korrektor für die physikalischen und mathematischen Fächer. Unter anderem korrigiert er wöchentlich Übungszettel der unteren Semester, die bei richtiger Lösung wichtige Punkte für das Studium sammeln. Vereinzelt arbeitet Gregor mit Musterlösungen, an denen er sich orientieren kann. Meistens aber korrigiert er selbstständig.

Etwa eine Stunde am Tag sitzt Gregor mit dem Rotstift über den Aufgaben. Das ist auch für ihn nicht immer einfach – besonders in Physik. Die Korrektur der Mathezettel findet er besser, „weil die Lösungen sehr logisch und eindeutiger sind“. Die Tutorien hingegen machen Gregor in Physik mehr Spaß. „Da arbeitet man interaktiver.“

Sophie Leyh

Mit Büchern

Kurz vor 22 Uhr, wenn unten in der Technischen Informationsbibliothek die Eingangstüren schließen, macht Florian seinen letzten Kontrollgang. In jedes Stockwerk geht er, achtet darauf, dass auch niemand über Nacht eingeschlossen wird – was noch nicht vorgekommen sein soll. Der 24-Jährige hilft seit über zweieinhalb Jahren am Service-Schalter am Conti-Campus aus. Seine Aufgaben sind vor allem Bücher auszuleihen und entgegenzunehmen, Fragen zu beantworten und für aufgeräumte Lesesäle zu sorgen.

Es sei ein eher ruhiger Job, sagt der Sonderpädagogik-Student. „Es gibt ja elektronische Sicherungen, so kann niemand einfach mit einem Stapel Bücher aus der Bibliothek rennen“, erklärt Florian. Am besten gefallen ihm die flexiblen Arbeitszeiten: „Wenn ich gerade in der Prüfungsphase bin, ist das nie ein Problem.“ Die Einsätze werden nach Absprache festgelegt. „Der Job lässt sich gut mit dem Studium vereinbaren“, sagt Florian. Und Bücher zum Lernen gibt es an seinem Arbeitsplatz ja auch genug.

Leandra Kristin Morich

Mit guten 
Quellen

Franziska zeigt, was jeder Student im Studium können muss: Zitierregeln anwenden, ein Literaturverzeichnis schreiben und Quellen angeben. Einmal pro Woche wird der Vorlesungsstoff in einem Pflichttutorium erklärt. Die Studenten üben in Hausaufgaben und einer Hausarbeit ihr Erlerntes. Franziska studiert Kommunikationsmanagement und muss als Tutorin nicht nur vorher die Veranstaltung vorbereiten und halten, sondern auch Fragen im Nachhinein per E-Mail beantworten. Die Aufgaben korrigiert sie zu Hause. Ihr gesamter Zeitaufwand ist in dem 30-Stunden-Job als studentische Hilfskraft einkalkuliert. Die 23-Jährige findet, die Arbeit an der Uni lohnt sich mehr als zum Beispiel ein Job im Café: „Seitdem ich das Tutorium betreue, schreibe ich selbst auch bessere Hausarbeiten“, sagt Franziska.

Ricarda Deutsch

Ab 1. April gibt’s mehr Geld für Hiwis

Hiwi ist die Abkürzung für Hilfswissenschaftler. Darunter versteht man Studierende, die in einem wissenschaftlichen Rahmen als Aushilfskraft an einer Hochschule angestellt sind. Der Stundenlohn ist vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur festgelegt und richtet sich nach dem erreichten Abschluss des jeweiligen Studierenden: Studentische Hilfskräfte ohne abgeschlossene Hochschulbildung verdienen bislang 9,30 Euro pro Stunde. Absolventen eines Fachhochschul- oder Bachelorabschlusses erhalten 10,85 Euro. Hilfskräfte mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschulbildung oder Masterabschluss bekommen 14,68 Euro.
Ab 1. April gibt es mehr Geld für Hiwis: Die neuen Stundenlöhne liegen dann bei 9,51 Euro (ohne Abschluss), 11,07 Euro (Bachelor) und 15,02 Euro (Master).

Hier geht's zur Jobbörse der Leibniz-Uni.

Joss Doebler

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