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„Krasses Gefühl, wenn Deutsche deine Songs singen“

Lola Marsh aus Israel „Krasses Gefühl, wenn Deutsche deine Songs singen“

In ihrer Heimat Israel sind Yael Cohen und Gil Landau Stars der Indie-Folk-Szene. Und auch in Deutschland haben Lola Marsh aus Tel Aviv als Vorband von AnnenMayKantereit viele neue Fans gewonnen. Sonnabend geben die Musiker auf dem Gelände der Gedenkstätte Ahlem ein Gratis-Konzert.

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Indie-Folk aus Tel Aviv: Yael Cohen (l.) und Gil Landau sind Lola Marsh.

Quelle: Kobie Flashman

Yael und Gil, wie fandet ihr denn AnnenMayKantereit, mit denen ihr vor Kurzem auf Tour wart?   

Gil: Das war aufregend, die Jungs sind sehr sympathisch und haben uns zur Begrüßung einen Kuchen überreicht – mit einem Foto von uns auf dem Zuckerguss.
Yael: Die Tour war sehr cool, wir haben an vielen Orten gespielt, die wir noch gar nicht kannten. Es ist ein krasses Gefühl für eine Sängerin aus Israel, wenn Leute in Deutschland die Texte deiner Songs kennen – bei „In Good Times“ haben viele mitgesungen und dazu im Kreis getanzt.

Ihr habt vorher ja schon ein paar Shows hier gespielt: Was hattet ihr für ein Bild von Deutschland, ehe ihr zum ersten Mal hergekommen seid?

Gil: Ich habe versucht, mich auf die Musik zu konzentrieren und mich überraschen zu lassen.
Yael: Ich war mit Freunden vorher schon einmal in Berlin – eine tolle Stadt! Die Leute sind sehr offen, die Atmosphäre ist inspirierend. Ich überlege, vielleicht für eine Zeit dorthin zu ziehen.

Sonnabend spielt ihr in der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule in Ahlem, von wo aus die Nazis später Juden deportieren ließen. Die Leiterin der Gedenkstätte hat von Überlebenden berichtet, die sich wünschen, dass dort endlich auch wieder gefeiert wird. Wie seht ihr das?

Gil: Genauso! Wir dürfen nicht vergessen, was passiert ist, aber wir müssen auch nach vorne schauen.
Yael: Ganz Europa, die ganze Welt hat ja eine Geschichte voller Kriege. Das ist allgegenwärtig. Ich freue mich sehr darauf, wieder in Hannover zu spielen. Ich kann mich noch gut an unser letztes Konzert im Pavillon erinnern.
Gil: Es gab dort keine richtige Bühne, es war toll, ganz dicht am Publikum zu sein.

Stimmt es, dass ihr euch auf Gils Geburtstagsparty kennengelernt habt?

Yael: Ja, Gil hat Gitarre gespielt und ich habe einfach dazu gesungen. Ich glaube,  „Jolene“ von Dolly Parton, weil ich das so gerne singe. Das war verrückt: Wir haben damals beide jemanden gesucht, mit dem wir Musik machen wollten – und das machen wir jetzt seit fünf Jahren gemeinsam.
Gil: Ich meine, wir haben sogar vorher schon mal zusammen gejammt: Tel Aviv hat ja eine sehr lebendige Musikszene.
Yael: Ja, stimmt. Du hast recht! Ich glaube, wir haben etwas aus meinem Buch mit Disney-Kinderliedern gespielt. Das habe ich noch.

Interview: Karsten Röhrbein

Lola Marsh in der Gedenkstätte Ahlem

Am Sonnabend spielen Lola Marsh ab 18 Uhr beim „Denk.Mal.Garten.Fest“ in der Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10. Ab 14 Uhr gibt es auf acht Bühnen Theater, Slam-Poetry und viel Musik: Um 16 Uhr tritt mit Noam Bar eine weitere israelische Musikerin auf. Der Eintritt ist frei.

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