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Mehr Zeit für eure Texte

Tipps für den Schreibwettbewerb Mehr Zeit für eure Texte

Wir haben den Einsendeschluss für den großen HAZ-Schreibwettbewerb bis zum 28. Februar 2016 verlängert. Worauf es bei Reportage, Interview und Kommentar ankommt, verrät Journalismus-Experte Professor Stefan Heijnk im Interview.

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Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Herr Heijnk, wie sieht ein guter Einstieg in einen journalistischen Text aus?
Dass er sofort Neugier aufbaut. Wobei das bei jeder Textsorte anders ist.

Wie geht das denn beim Kommentar, der Reportage und dem Interview?
Beim Kommentar ist es wichtig, dass man gleich seinen Standpunkt mitteilt. Es muss eine klare These vertreten werden. Bei der Reportage ist es ein bisschen wie beim Romanschreiben: Es sollte irgendeine Frage offenbleiben, mit der man den Leser ködert, weiterzulesen. Und beim Interview ist eine starke erste Frage wichtig.

Warum haben journalistische Texte eigentlich eigene Formen?
Die Formen haben immer eine Funktion. Die Reportage beispielsweise soll ein Stellvertreter-Erleben anbieten, also ein Erlebnis, das der Leser so nacherleben kann, wie der Reporter es erlebt hat. Der Kommentar soll Leser von der eigenen Meinung überzeugen – und zwar mit Fakten. Beim Interview soll man nicht nur das Thema, sondern auch die interviewte Person näher kennenlernen.

Was unterscheidet denn einen journalistischen Text von einem fiktionalen?
Ganz einfach: die Fakten. Im Journalismus geht es immer darum, dass wir etwas recherchieren. Das bedeutet nicht, nur im Internet etwas rauszusuchen und das wiederzugeben. Wir müssen auch überprüfen, ob das stimmt.

Zur Person

Stefan Heijnk lehrt Print- und Onlinejournalismus an der Hochschule Hannover und arbeitet als Texttrainer.

Wie gelingen spannenden Texte, wenn man nur wenig Erfahrung mit dem Schreiben hat?
Der erste Trick ist natürlich, ein gutes Thema zu haben. Dann entfaltet sich der Rest fast von selbst. Das Problem ist, ein gutes und relevantes Thema zu erkennen und es sich auch zuzutrauen.

Und wie findet man ein gutes Thema?
Man muss sich in der Nachrichtenlage gut auskennen und wissen, worüber in der Öffentlichkeit gerade diskutiert wird. Also: Zeitung lesen, Radio hören, fernsehen. Dann kann man sich überlegen, wie man schon Bekanntes weiterdrehen kann.

Gibt es Wörter oder Sätze, die man auf jeden Fall in einem journalistischen Text vermeiden sollte?
Ja. Auf der Webseite floskelwolke.de stehen eine Menge davon. Alles, was abgenutzt klingt, ist für Journalisten tabu.

Wenn man jetzt seinen Text geschrieben hat: Wie oft muss man den in der Regel noch überarbeiten?
Anfängern würde ich empfehlen, nie die erste Version abzugeben. Ein Tipp ist: sich den Text laut selbst vorlesen. Da, wo man beim Lesen hängen bleibt, muss man sich überlegen, woran das liegt, und die Passage noch mal überarbeiten.

Interview: Hannah Scheiwe

Mehr zum Schreibwettbewerb

Alle Informationen sowie Schreib- und Recherchetipps zum großen HAZ-Schreibwettbewerb findet ihr hier.

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