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Das sind die neuen Jugendsünden

Justin Bieber, Klingeltöne und Co. Das sind die neuen Jugendsünden

Backstreet Boys, tonnenweise Haargel oder Glitzerklamotten – jede Generation hat ihre Jugendsünden. 
Und es kommen immer neue dazu. ZiSH hat von A bis Z versammelt, was in den vergangenen Jahren peinlich geworden ist.

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Bitte recht trashig: Mit „Ed Hardy“ und Digitalkamera wurden die ersten Selfies geschossen.

Quelle: Kutter

Alkopops: Grün, Gelb, Rot, Blau – eigentlich zeigte die Farbe der alkoholischen Mischgetränke schon, dass sie nicht gesund sein können. Denn abgesehen vom Alkohol sind Alkopops Zuckerbomben. Ab Juli 2004 wurden die beliebten Getränke durch das Alkopopsteuergesetz deutlich teurer.

"Böse Mädchen“, „Bravo“: Die schönsten Liebesgeschichten und Abenteuer erlebten die Heldinnen in „Freche Mädchen – freche Bücher“. Tipps für jede Lebenslage gab’s von Dr. Sommer in der „Bravo“. Martin Goldstein, der die Rubrik 1969 gegründet hatte, starb 2012. Seine Rubrik wird weitergeführt.

Chatten: ICQ, Knuddels oder 
Chatroulette waren der einfachste Weg Kontakt zum anderen Geschlecht aufzunehmen. Als Anfang der 2000er „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ durch die Decke gingen, hießen Jungs meist „Aragorn 1991“ oder „Gabba-Gandalf“. Auch die Nervgeräusche von ICQ werden viele ihr Leben lang nicht vergessen. Der Autor dieses Textes kann sich noch an seine Nummer erinnern: 333 640 350 – viel Spaß beim Chatten!

Diddl: Auch, wenn längst alle Kuscheltiere aus dem Jugendzimmer verbannt waren, Diddl-Mäuse hatten eine erstaunliche Lebenszeit. Unter dem Misstrauen der Lehrer wurden auf dem Schulhof außerdem die bunten Diddl-Blockblätter getauscht.

Emo: Enge Röhrenjeans, verschmierte Kajal-Augen und schwarz gefärbte Zottelhaare waren nur die Spitze des emotionalen Eisbergs. Bei Emo zählt schließlich auch die Einstellung. Ganz wichtig: Melancholisch öffentliche Plätze belagern, keine Lust auf nix haben und die Lyrics von My Chemical Romance auf die Unterarme schreiben.

Frisurentrends: Harte Zeiten für die Haare, denn die mussten Blocksträhnen ertragen, bei denen das Blond brutal und komplett unpassend auf die dunkleren Haare geklatscht wurde. Wer seine Haare nicht färben wollte (oder durfte), hat sich mit dem stylischen Zickzack-Scheitel beholfen. Wichtigstes Accessoire jeder Mädchenclique: das 
Kreppeisen. Zum Haareraufen.

Gruppen: Zeig mir, in welchen Schüler-VZ-Gruppen du bist, und ich sag’ dir, wer du bist: „Ich bin nicht betrunken, ich bin immer so!“, „Ich renn beim Zähneputzen in der Gegend rum!“, „Ich drück die Fernbedienung fester, wenn die Batterien leer sind“. Reicht, oder?

"High School Musical“: Die Filme ließen Teenie-Mädels von dem Dasein als amerikanische Highschool-Schülerin träumen. Und das US-Schulsystem sah süß wie Zuckerwatte aus. Die Songs, die die Hauptfiguren Troy, Gabriella, Sharpay und Co. bei jeder Gelegenheit schmetterten, hatten Ohrwurm-Garantie. Und so manch einer ist nach seiner Schulzeit noch immer textsicher.

"Ily“: Die Kurzform für „I love you“ ist nur eine von vielen Abkürzungen, die unser Kommunikationsverhalten maßgeblich beeinflussten: Man war nicht mehr zusammen, sondern „zsm.“ und „OMG“ drückte unsere Verwunderung bald schon nicht mehr nur virtuell aus. Was ist das für 1 Sprache?

Justin Bieber: Von den Mädels wurde er angehimmelt, die Jungs beschränkten sich (zumindest öffentlich) darauf, seine Frisur zu kopieren. Fortan war der „Justin-Bieber-Helm“ der Look der Stunde. Mittlerweile ist aus dem drolligen Kinderstar ein Badboy geworden. Ob er sein Knuddel-Image heute selbst als Jugendsünde sieht?

Klingeltöne: Die Vorstellung, dass Handys vor langer Zeit nur monotone Klingeltöne wiedergeben konnten und Jamba-Abos das Taschengeld verschlangen, ist inzwischen so weit weg, wie Schwarz-Weiß-Fernsehen. Entsprechend revolutionär waren polyphone Gruselsounds wie der „bekloppte Frosch“ oder der „besoffene Elch“.

Letzte Reihe im Bus: Hinten sitzen ist am allercoolsten, so die Einstellung der meisten Jungs. Wer die Macht über die fünf heiß begehrten Plätze hatte, war der King. Einmal aus diesem Alter herausgewachsen, meidet man die hinteren Reihen – denn die „Kings“ sind meist auch die nervigsten Fahrgäste im Bus.

Mode: Donald Edward Talbott Hardy alias „Don Ed Hardy“ ist dank unseres Taschengeldes ein gemachter Mann. Die bunten Ed-Hardy-Shirts mit Tattoomotiven waren teuer. Und hässlich. „Ich verurteile keinen dafür, wie er lebt und sich kleidet, aber ich selber trage keine Ed-Hardy-T-Shirts“, sagte er 2012 selbst.

Neonfarben: je schriller, desto besser. Mit knallbunten Accessoires wurden Outfits aufgepeppt, sodass die grellen Farben schon in den Augen wehtaten.

Orthografie: „MeInE SüzZe! WaR vOll qAiiL mIt dIaaA!“ Solche Perlen der Sprache schrieb man seinen Freundinnen früher auf die Schüler-VZ-Pinnwand. Oberste Regel: je unleserlicher, desto cooler der Verfasser.

"Power Rangers“: Wenn zwei oder mehr Jungs Mitte der Neunziger im Garten rangelten, dann wurde meist die japanische Quatschserie nachgespielt. Der stärkste Junge durfte meist den coolsten Ranger mimen. Im März 2017 gibt’s übrigens ein Revival: Dann kommt ein neuer „Power Rangers“-Film ins Kino.

Quasseln: Der Akku vom Festnetztelefon glühte von Dauergesprächen. Das Telefonat mit der besten Freundin hatte höchste Priorität, auch wenn man sich am nächsten Tag in der Schule sah. Weniger unterhaltsam: Die Reaktion der Eltern auf die Telefonrechnung. Zum Glück gibt’s heute Flat-Rates!

Rucksack: Der Eastpack-Rucksack war geschlechterübergreifend angesagt. Unterschiede gab es lediglich in der Trageweise und Verzierung: Bei Jungs hing er stets in den Kniekehlen, die Mädchen verzierten ihre Taschen mit unzähligen Zeichnungen und Unterschriften der Freundinnen.
Selfies der ersten Generation: Bevor es Smartphones mit Edelauflösung gab, musste die Digitalkamera herhalten. Wichtig: Der Blitz durfte nicht ausgestellt werden, damit das Selbstporträt dadurch bis zur Unkenntlichkeit überbelichtet war.

Tokio Hotel: Schon beim Lesen des Bandnamens dürfte der ein oder andere einen Ohrwurm bekommen – Stichwort: „Monsun“.

US 5: Was die Magdeburger von Tokio Hotel können, das haben die USA längst drauf. Mit „Maria“ oder „Because Of You“ brachten Jay, Richie, Izzy, Chris und Mikel die Mädels zum Ausrasten. Unsere armen Eltern auch. Es tut uns leid!

Vampire: Bis(s) zum Ende der Nacht verkroch man sich mit einer Taschenlampe unter der Decke und las die Abenteuer von Edward, Bella und den anderen „Twilight“-Helden. Beliebte Zugehörigkeitsfrage auf dem Pausenhof: „Team Jacob oder Team Edward?“

Window-Colour: Diese Art von Malkunst zählt zu den schönen Kindheitserinnerungen. Weniger spaßig: Die Motive zierten noch jahrelang die Fenster der Jugendzimmer – denn das Abknibbeln der Motive gestaltete sich als nervenaufreibend.

Xavier Naidoo: Jugendsünde?! Seine Fans dürfte das ärgern. Wer mit dem Wehleids-Pop des Mannheimers durch die Pubertät gegangen ist, muss wirklich Probleme gehabt haben.

Youtube: In jedem Freundeskreis gibt es diesen einen armen Kerl, der auf die Idee kam, sein eigenes Musikvideo zum Lieblingslied zu drehen und bei Youtube hochzuladen. In den meisten Fällen sorgte das an den nächsten Schultagen für Spott. Heute lässt sich damit Geld verdienen.

Zukritzeln: Chucks, Rucksäcke und Federmäppchen – nichts war vor Kritzeleien sicher. Zwischen den Unterschriften sämtlicher Mitschüler und Song-Zitaten durfte kein Stoff mehr zu sehen sein.

Mitarbeit: Johanna Stein, Riccarda Deutsch, Wentje Lübbing, Manuel Behrens, Elena Everding und Katharina 
Kunert

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