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Komm, wir machen Volksmusik

Neue Platten: Kellerkommando Komm, wir machen Volksmusik

Hip Hop und Volksmusik? Akkordeon und Elektronik-Beats? Die Band Kellerkommando vereint scheinbar Unvereinbares. Ob das eine gute Idee war, sagt ZiSH-Autorin Luisa Meyer.

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Hannover. Trompete, Posaune, Akkordeon – diese Instrumente kennt man spätestens seit dem Erfolg der bayerischen Band LaBrassBanda nicht mehr nur aus dem „Musikantenstadl“. Auch die siebenköpfige Band Kellerkommando aus Bamberg spielt traditionelle Instrumente und mixt unter ungehobelte fränkische Volksmusik rotzigen Rap.

Damit bringen Kellerkommando Heimatgefühl bundesweit auf die Festivalbühnen – wie am 4. August auch in Hannover beim Fährmannsfest.

Das erste Album der Band heißt „Dunnerkeil“ und bietet eine gewagte Mischung voller Gegensätze: Hosenträger treffen auf die Rappersonnenbrille, Akkordeonweisen knallen auf quietschende Elektronik- und Hip-Hop-Beats. Die Texte: eine Mischung aus „Widdewiddewidd Jucheirassa“ im breitesten Dialekt und Anglizismen. Kalkuliert vulgär und volkstümlich.

Auf die Bandmitglieder scheint das Wort „Musikanten“ besser zu passen als der Begriff „Musiker“. Und das ist Konzept. Bandgründer David „Dada Windschi“ Saam sagt: „Volksmusik war schon immer Popmusik.“ Und: Man könne die Deutungshoheit über traditionelle Lieder doch nicht einfach Karl Moik & Co. überlassen.

Bei Texten wie in „Maus“: „Komm mit mir nach Haus / Dort ziehen wir uns dann pudelnaggered aus“ möchte mancher Norddeutsche die Band vermutlich dennoch lieber aufs Volksfest irgendwo unterhalb des Weißwurstäquators zurückschicken.

Luisa Meyer

Kellerkommando: „Dunnerkeil“, Downbeat Records, www.kellerkommando.com

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