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Cuisine vom Kiosk

Kreative Rezepte Cuisine vom Kiosk

Der Kühlschrank ist leer. Dabei sollen doch zum Abendessen die Freunde bekocht werden. Und nun? Gut, dass es den Kiosk um die Ecke gibt. Wie man aus 
Sachen von der Bude einen leckeren Snack macht, zeigt Profikoch
 Lukas Heimsoth.

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Lukas Heimsoth (22) arbeitet als Koch im Boca an der Kriegerstraße. Beim Kochen experimentiert er gerne und ist praktisch veranlagt. Von Profi-Kochmessern hält er etwa nichts: „Messer müssen schneiden können – mehr nicht.“

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Es ist Sonntag, und der Kühlschrank ist wieder einmal leer. Wer jetzt noch seinen Partner oder Freunde erwartet, hat eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder bestellt man Pizza und gibt ein halbes Vermögen für den Lieferdienst aus oder man macht sich auf den Weg in die Vorhölle – zum Supermarkt im Hauptbahnhof, der an Sonntagen so voll ist wie die Londoner U-Bahn zur Rushhour. Da macht Einkaufen richtig Spaß – nicht.

Für alle, die beide Varianten lieber vermeiden wollen, gibt es aber noch eine dritte Möglichkeit. Denn Basiszutaten wie Öl, Mehl, Zucker, Salz und Butter hat eigentlich jeder im Küchenschrank. Dann braucht es nur noch einen kurzen Spaziergang zum Kiosk um die Ecke. Dort gibt es neben Bier, Zigaretten und bunten Tüten häufig auch diverse Lebensmittel, mit denen sich einfache aber überraschende Gerichte kochen lassen. Nicht nur bei Yildirims Frischmarkt an der Ungerstraße oder beim Lindener Royal Markt an der Badenstedter Straße gibt es neben Konserven schließlich auch frische Tomaten und anderes Gemüse.

Wie man mit Kiosk-Zutaten lecker kochen kann, zeigt Koch Lukas Heimsoth. Der 22-Jährige arbeitet in der Gastro-Bar Boca. Für ZiSH hat er Kiosk-Rezepte entwickelt: Eins für den gröbsten Hunger, das satt macht und schnell zuzubereiten ist. Eins für den Überraschungsbesuch der Mutter. Ein Gericht, das gegen den sonntäglichen Kater nach der durchfeierten Nacht hilft und natürlich einen Nachtisch – für den gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa.

ZiSH

Der Sattmacher - Pasta mit Würstchen, Tomaten und Schmandsoße

Der Mittagssnack für Zwischendurch: Wer sich innerhalb von nur 15 Minuten eine warme Mahlzeit zusammenstellen will, die nicht nur aus Fertigpizza oder Pommes aus dem Ofen besteht, kann sich an Lukas’ „superschneller Pasta“ probieren.

Zutaten: 1 Zwiebel, l Knoblauchzehe, Öl, 1/2 Packung China-Nudeln, 4 Tomaten, Salz, Pfeffer, Zucker, getrocknete Kräuter, 2 Bockwürstchen

Und so geht’s: Für das schnelle Mittagessen werden zuerst eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe kleingeschnitten und in einer Pfanne mit Öl angebraten. Ein kleiner Tipp vom Profi: „Schneidet die Zwiebel nicht komplett durch, sondern lasst an einem Ende noch etwas Platz. So hält sie beim Schneiden noch zusammen und ihr könnt kleinere Stückchen machen.“ Nun wird eine halbe Packung China-Nudeln kleingebröselt und in einem Topf mit heißem Öl frittiert, bis sie eine goldbraune Farbe haben und knusprig sind. Anschließend müssen vier Tomaten kleingeschnitten und mit der Zwiebel und dem Knoblauch in der Pfanne gebraten werden. Die Soße kann dann noch mit Salz, Pfeffer, Zucker und getrockneten Kräutern – die, die man im Küchenschrank noch so findet – abgeschmeckt werden. Danach wird eine Handvoll Nudeln gekocht. Währenddessen schneidet man zwei Bockwürstchen in etwa ein Zentimeter breite Stücke und fügt sie der Soße hinzu. Sind die Nudeln fertig, kann die Soße darüber gegeben und mit den China-Nudeln verziert werden. Dazu passe auch wunderbar die Schmandsoße aus dem nächsten Rezept, sagt Lukas.

Für Mutti - Kartoffelstampf mit Spiegelei und Gemüse

Die Lebensmittel im Kühlschrank werden knapp und das Bier übernimmt die Herrschaft: Es ist Samstagabend. Ausgerechnet jetzt ruft Mutti an und will am nächsten Tag vorbeischauen. Ein Gericht, das mit wenigen Zutaten aufwendig aussieht, ist Kartoffelstampf mit Spiegelei, geschmorter Gurke, Lauchsegmenten und selbst gemachten Kartoffelchips.

Zutaten: 6 mittelgroße Kartoffeln, 1 Ei, 1/2 Gurke, Öl, 1 1/2 Löffel Schmand, Schuss Milch, 2 Flocken Butter, 1/2 Dose Pilze, 1/2 Stange Lauch, Basilikum, Salz, Pfeffer

Und so geht’s: Sechs Kartoffeln werden geschält, halbiert und gekocht. Dann muss die Hälfte einer Gurke längs halbiert und mit einem Löffel entkernt werden. Anschließend wird sie in etwa zwei Zentimeter dicke Scheiben geschnitten. Die Scheibchen werden angebraten, mit Salz und Basilikum gewürzt und an die Seite gestellt. Ein Topf wird mit reichlich Öl erhitzt. Währenddessen schneidet man zwei Kartoffelhälften mit einer Raspel in dünne Scheiben. Die werden so lange ins heiße Öl gelegt, bis sie eine leicht braune Farbe annehmen. Die restlichen Hälften werden mit zwei Flocken Butter, einem Schuss Milch, Salz, Pfeffer und einer halben Dose Pilze zerstampft. Für die Lauchsegmente schneidet man eine halbe Stange in etwa vier Zentimeter große Stücke und brät sie in einer Pfanne an. Anschließend kann dann auch das Spiegelei gebraten werden. Das Gericht lässt sich auch noch mit einer Schmandsoße verfeinern. Die wird aus dem übrig gebliebenen Fruchtfleisch der Gurke, eineinhalb Löffeln Schmand, einem Schuss Milch, ein wenig Olivenöl, Salz und Pfeffer gemixt.

Das Katerfrühstück - Tortilla-Chips in Tomatensoße

Der Kopf dröhnt, der Magen grummelt. Um dem Bauch nach der durchzechten Partynacht etwas Gutes zu tun, „ist etwas Fettiges doch immer schön“, sagt Koch Lukas. Und im Omelette mit Tortilla-Chips kann man sogar noch die Snack-Reste des vergangenen Abend verwenden.

Zutaten: 2 Tomaten, 1/2 Stange Lauch, Öl, 2 Eier, 1/2 Tasse Tortilla-Chips, 1/2 Packung Erdnüsse

Und so geht’s: Zuerst werden zwei Tomaten in kleine Stücke geschnitten. Danach ist der Lauch dran: Gebraucht wird nur eine halbe Stange. Die wird dann noch einmal der Länge nach halbiert und anschließend in dünne Scheibchen geschnitten. Dann geht es an den Herd: Zuerst wird eine Pfanne mit etwas Öl heiß gemacht. Die zwei Eier werden nun aufgeschlagen und der Inhalt in eine Schüssel gegeben. Die Masse wird dann gründlich mit einer Gabel verquirlt. Danach werden die Chips zerbröselt, bis etwa ein halbes Glas voll ist. Die Brösel kommen zusammen mit dem Ei in die aufgehitzte Pfanne. Sobald das Omelette von einer Seite fest ist, können die restlichen Chips, die Tomatenstückchen, die Lauchscheibchen und eine Hand voll Erdnüsse auf die obere, noch flüssige Seite gelegt werden. Zum Schluss wird eine Seite des Fladens mit dem Pfannenwender nach oben umgeklappt. Das fertige Omelette wird noch nach Geschmack mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt. Wer mag, kann zu Gurken und Tomaten natürlich auch noch weitere Zutaten ergänzen, etwa Zwiebeln, Paprika oder Kräuter – je nachdem, was Kiosk und Küchenschrank noch so hergeben.

Zum Nachtisch - Snickers im Bierteig und heißen Kirschen auf Vanilleeis

Wer die Alkoholreste vom letzten Abend nicht wegschütten will, kann sie am nächsten Tag sogar noch für einen leckeren Nachtisch verwenden: Zum Beispiel in einer Butter-Karamell-Soße mit Kirschen, die über frittierte Snickers mit Vanilleeis gegossen wird.

Zutaten: 3 Snickers, 3 EL Zucker, 50g Butter, 5 EL Mehl, 6 EL Bier/Vodka, 1/2 Packung Erdnüsse, 1/2 Glas Kirschen, Öl, Schokoraspeln oder Popcorn (zur Dekoration)

Und so geht’s: Zuerst müssen die Snickers ins Gefrierfach gelegt werden, damit sie eine härtere Konsistenz annehmen. Danach erhitzt man den Zucker mit einem Schuss Wasser in der Pfanne, bis sich die Masse karamellisiert. Das ist sie, wenn sie eine braune Farbe annimmt. Anschließend fügt man ihr die Butter hinzu. Dann geht’s an den Alkohol: Zu fünf Esslöffeln Mehl gießt man etwa sechs Esslöffel Bier oder Vodka und stellt danach den Teig erst mal beiseite. „Welche Alkoholsorte man nimmt, ist eigentlich egal. Der Kniff beim Bierteig ist nämlich, dass der Alkohol später beim Frittieren verdampft und so die Flüssigkeit aus dem Teig gezogen wird“, erklärt Lukas.

In die Pfanne werden nun eine Handvoll Erdnüsse und eine Handvoll Kirschen mit ein wenig ihrer Flüssigkeit gegeben. Die Pfanne auskühlen lassen. Jetzt können die Snickers aus dem Gefrierfach genommen und in den Bierteig getaucht werden. Danach lässt man sie in einem Topf mit heißem Öl so lange frittieren, bis sie eine goldbraune Farbe annehmen. Schließlich kann das Vanilleeis mit den frittierten Snickers und der Soße serviert und mit Popcorn oder Schokoraspeln dekoriert werden.

Von Sarah Seitz

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