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Wir müssen hier raus!

Neuer Trend: Escape Rooms Wir müssen hier raus!

In „Escape Rooms“ wird man eine Stunde lang eingesperrt – die Flucht gelingt nur mit ruhigen Händen und starken Nerven. Doch ist der Trend etwas für den nächsten Kindergeburtstag oder echter Spaß? ZiSH hat die vier Locations in Hannover getestet.

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Für die Rettung aus dem Detektivraum braucht es Geduld und Geschick. Um dem Serienmörder im „Schlächterraum“ zu entkommen, vor allem starke Nerven – denn die Taschenlampe gibt schnell den Geist auf.

Quelle: Schaarschmidt

Ratlos schaue ich meine Freunde an. Die Uhr tickt. Wir haben nur noch 
45 Minuten, um uns aus dem Detektivbüro zu befreien. Wo bitte gibt es einen Zusammenhang zwischen Berlin, Wien und Troja? Ohne die Lösung können wir nicht aus unserer Gefangenschaft entkommen. „Hier steht was mit Troja“, ruft eine Freundin und zieht ein Buch aus dem Regal. Hastig blättern wir es durch. Ich suche mit der Lupe nach Hinweisen. Die macht mein Sherlock-Outfit mit Trenchcoat, passender Mütze und Pfeife perfekt. Gerade tüfteln wir an einer Zahlenkombination, um ein Schubladenschloss zu knacken.

Darin wartet hoffentlich der nächste Hinweis, mit dem wir uns befreien können. Allerdings haben wir nur noch 40 Minuten Zeit – der Druck steigt. Jeder Gegenstand im kleinen Büro könnte ein Teil des Rätsels sein. Wir hängen Bilder von den Wänden und schauen unter dem Teppich. Am liebsten möchte man sogar die Glühbirnen herausdrehen.

ZiSH-Autoren haben sich durch Hannovers Escape Rooms gerätselt. Hier gibt's die besten Bilder.

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Wir sind im Detektivraum bei „The Escape Room“ in der Innenstadt. Das ist nur eine von inzwischen vier Locations in Hannover, in denen man eine Stunde mit Freunden rätseln kann – und dabei eingesperrt ist.
Klingt gruselig – zum Fürchten ist das Detektivbüro allerdings nicht: Der Raum ist hell und mit massiven Holzmöbeln eingerichtet. Die dominierende Farbe: Braun. Wie in Opas Arbeitszimmer. Jeder „Escape Room“ ist unterschiedlich.

Wer sich beim Knobeln zusätzlich gruseln möchte, sollte die „Army Base“ von „Room Escape“ in der Innenstadt oder den „Shocker“ von „Room“ am Engelbosteler Damm spielen. Dort sorgen Dunkelheit, sprechende Puppen und lebende Gemälde für die Extraportion Horror. Die Szenerie erinnert ein wenig an die Splatterreihe „Saw“: kaum Licht, bedrückende Atmosphäre, wenig Platz und jede Menge Kunstblut. Sollte hier wirklich jemand panisch werden, gibt es, wie in allen „Escape Rooms“, Spielleiter, die das Geschehen im Raum über Kameras beobachten und im Notfall aufschließen können. Außerdem geben sie Tipps, wenn die Spieler nicht weiterkommen. Denn die Schwierigkeit steigt mit jedem gelösten Rätsel. Für erfahrene Spieler ist das kein Problem mehr – sie kennen die Räume auswendig.

Einer der ersten „Escape Rooms“ deutschlandweit öffnete im August 2013 in München. Inzwischen gibt es 170 Anbieter in 90 Städten. Jetzt hat sogar Nienburg einen Rätselraum, in Burgwedel ist einer in Planung – der Trend ist in der Provinz angekommen. Henning von Freeden ist Mitinhaber von „Team Escape“, das Anfang des Jahres in Vahrenwald aufgemacht hat. „Die Spieler haben ständig Erfolgserlebnisse, das macht das Spiel aus“, sagt er.

Es ist ein Spiel für eine große Zielgruppe: Als Detektiv Rätsel zu lösen, taugt für Kindergeburtstage und als Team-Building für Unternehmen gleichermaßen. Wer auf martialische Schock-Effekte steht, kann sich auch eine Stunde lang anketten lassen. „‘Escape Rooms’ sind ein Abenteuer und Wochenendvertreib“, sagt Eduard Maibach aus Köln, der sich auf seiner Internetseite www.escaperoomgames.de mit der Entwicklung beschäftigt. „Und das Spiel ist noch etwas anderes als das beliebte 'Lasertag' – für das Rätseln muss man nicht einmal körperlich fit sein.“ 

Entstanden ist der Trend aus Videospielen. Als 1990 „The Secret of Monkey Island“ auf den Markt kam, mussten sich die Spieler mit dem trotteligen Piraten Guybrush Threepwood als pixelige Hauptfigur aus misslichen Situationen herauswursteln.

Auch wir konnten uns nach etwa einer Stunde aus dem Büro befreien. Genug andere „Escape Rooms“ zum Ausprobieren gibt es in der Stadt. Und wenn in Hannover alle Rätsel gelöst sind, kann man noch nach Nienburg fahren. Oder nach Burgwedel.

Johanna Stein

Trend aus Japan

Vom pixeligen „Monkey Island“ ins echte Leben: Das „Escape Game“-Konzept ist Point-and-Click-Videospielen, bei denen der Spieler Rätsel lösen muss, nachempfunden. Das erste „Live Escape Game“ wurde 2007 in Japan veranstaltet. Sportstadien oder Parks dienten als Location für über 1000 Rätselwillige. Drei Jahre später gab es einen festen Rätselraum in Kyoto. Die ersten Exit-Räume in Deutschland eröffneten 2013, heute gibt es knapp 400 Knobelorte und mobile „Escape Room“-Trucks. Es gibt sogar eine Messe über das Phänomen – die „Up the Game“-Ausstellung in Amsterdam. Dort ausgestellt: Der wohl teuerste „Escape Room“ der Welt. 2,5 Millionen Euro wurden dafür in Russland ausgegeben. Oder die in Asien beliebten Falltüren: Bis zu 1,50 Meter kann man dort stürzen. Eine Übersicht der Escape-Rooms in Deutschland findet man unter anderem auf www.escaperoomgames.de und www.escape-game.org.

Kira von der Brelie

Für Horror-Fans

Seit Oktober 2014 teilt sich der Rockhouse-Club, Kurt Schuhmacher 23, seine Räumlichkeiten mit „Room Escape“. Im „Army Base“-Modus kämpfen zwei bis acht Spieler angekettet ums Überleben. Nichts für schwache Nerven.

  •  Eintritt: ab vier Spielern kostet es jeweils 14,90 Euro, Jugendliche 7 Euro.
  •  Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 22 Uhr.
  • www.room-escape-hannover.de

Für Sherlocks

Bei „The Escape Room“, Röselerstraße 1a, können zwei bis sechs Spieler zusammen rätseln. Ob als Detektiv oder im Labor – gefragt sind Geschick, Geduld und ein kühler Kopf.

  •   Eintritt: drei Spieler bezahlen 20 Euro pro Person, sechs Spieler jeweils 18 Euro, Schüler 10 Euro.
  •   Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 22 Uhr.
  • www.the-escape-room.de

Für Teamplayer

Im „Team Escape“, Vahrenwalder Straße 65, gibt es vier Räume: In einem der Zimmer ist der Journalist Mr. Nobody während einer Recherche verschwunden. Das Team aus drei bis sechs Spielern soll den Fall aufklären.

  •  Eintritt: für zwei Personen je 35,50 Euro, ab sechs Personen 22,50 Euro.
  •  Öffnungszeiten: Täglich 11 bis 21.30 Uhr.
  • www.teamescape.com/hannover

Für Superhelden

Als Superheld befreit man sich bei „Room“, Engelbosteler Damm 7, mit bis zu sieben Mitspielern aus dem Versuchslabor oder flieht vor einem Serienmörder.

  •   Eintritt: zwei Personen bezahlen jeweils 30 Euro, ab fünf Personen kostet es je 20 Euro, Schüler bezahlen 15 Euro.
  •  Öffnungszeiten Montag bis Freitag, 15.30 bis 0.30 Uhr.
  • www.runningoutofminutes.de
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