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„Einfach ausprobieren und Spaß haben!“

Snapchat-Profi im Interview „Einfach ausprobieren und Spaß haben!“

Philipp Steuer, Berater und Dozent für soziale Medien, erklärt den Instant-Messenger Snapchat - und warum gerade Jugendliche ihn so lieben.

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Philipp Steuer (25), Berater und Dozent für soziale Medien, ist Autor des Snapchat-Guides „Snap Me If You Can“, das gibt’s als Gratis-PDF unter 
snapmeifyoucan.net.

Quelle: Handout

Philipp, du hast ein Buch über Snapchat geschrieben. In aller Kürze: Was ist Snapchat – und wie funktioniert es?

Snapchat ist ursprünglich als ein Messenger gestartet, etwa wie Whatsapp. Das Grundprinzip ist, dass man sich dort Nachrichten, sogenannte „Snaps“, schicken kann. Das kann reiner Text sein, aber auch Bilder und Videos, die man in der App nachträglich bearbeitet. Das Besondere daran ist, dass die Inhalte zeitlich begrenzt sind. Wenn ich dir ein Bild schicke, kann ich vorher bestimmen, wie lange du es sehen kannst. Nach maximal zehn Sekunden ist es dann weg. Ich habe aber auch die Möglichkeit, etwas in meine sogenannte Geschichte zu posten. Diese Inhalte werden in einen Filmstreifen eingereiht, der für jeden sichtbar ist, der mich als Freund hinzugefügt hat. Nach 24 Stunden verschwinden aber auch diese Posts wieder.

Snapchat ist vor allem unter Schülern beliebt. Wie erklärst du dir das?

Junge Menschen sind immer diejenigen gewesen, die neue soziale Netzwerke erschließen. Bei Facebook etwa waren das am Anfang auch Studenten. Der Reiz bei Snapchat ist, dass ich da Bilder schicken kann, die kein anderer sehen soll. Das hat für Schüler einen großen Wert.

2014 kam es zu „The Snappening“, einem Hacker-Angriff, bei dem 90 000 Snapchat-Bilder veröffentlicht wurden. Wie kann das sein, wenn diese doch gelöscht werden?

Das passierte tatsächlich nicht bei Snapchat selbst, sondern bei einer Drittanbieter-App, mit der Menschen Fotos, die sie schon aufgenommen hatten, auf Snapchat stellen konnten. Dieser Drittanbieter wurde gehackt. Nach dem Angriff hat Snapchat dann die Schnittstellen der App eingedämmt und gesagt: Das darf nicht mehr passieren.

Also legen die Macher großen Wert auf die Sicherheit der Privatsphäre?

Definitiv. Die App ist auch von Anfang an sehr privat eingestellt. Man muss selbst händisch einstellen, dass die Geschichte öffentlich sein soll, wenn man das will. Denn auch die ist am Anfang nur für die Freunde sichtbar. Der Zugang zu Snapchat ist ebenfalls sehr beschränkt: Man muss den Benutzernamen wissen, um jemanden hinzuzufügen. Eine Suchfunktion wie bei Facebook gibt es nicht. Kontakt ist also in der Regel nur im privaten Umfeld möglich.

Welchen Ratschlag gibst du jungen Snapchat-Nutzern mit auf den Weg?

Natürlich das, was ich auch meiner 15-jährigen Schwester immer sage: Verschicke nichts, was du nicht morgens in der Zeitung sehen wollen würdest. Man darf nicht vergessen: Jedes Foto, das ich mit meinem Telefon mache, hinterlässt irgendwo seine Spuren in den Tiefen meines Gerätes. Es ist ein Irrglaube, dass es nach dem Löschen für immer weg ist. Davon abgesehen rate ich ganz allgemein: einfach ausprobieren und Spaß haben! Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man ganze Kunstwerke erschaffen, wenn man mit dem Finger auf dem Display rummalt. Manchmal muss man auch ein bisschen um die Ecke denken, um die Funktionen auszunutzen. Aber da sind die jungen Snapchat-Nutzer eh kreativer als ich mit meinen 25 Jahren.

Was postest du denn so?

Ich mag es, Geschichten mit Anfang und Ende zu erzählen. Ich habe Snapchat bei der Bürgermeisterwahl in Köln eingesetzt. Da habe ich dann gezeigt, wie ich wählen gehe, und dabei dann humorvoll erklärt: Wie funktioniert Wählen eigentlich? Tut das weh oder tut das nicht weh? Damit zeige ich auch den jüngeren Usern: Wählen ist eine Sache von zwei Minuten, und es ist ein Grundrecht, das alle wahrnehmen sollten.
Interview: Joss Doebler

Gratis Snapchat-Guide

Philipp Steuers Snapchat-Guide „Snap Me If You Can" gibt’s als Gratis-PDF unter 
 snapmeifyoucan.net.

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