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So macht es sich Hannover gemütlich

ZiSH-Sofatag So macht es sich Hannover gemütlich

Wenn sich am Sonnabend alle Coach-Potatoes beim ZiSH-Sofatag versammeln, dürfte sich ein buntes Sammelsurium an Sitzgelegenheiten auf der Wiese hinter der Uni versammeln. Vorher zeigen unsere Autoren, wie es sich in Hannover am Besten sitzt.

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Ab aufs Sofa

Das „Ladencafè“ in Linden Nord erinnert an Omis Stube – an Gemütlichkeit und Geborgenheit.

Quelle: HAZ

Hinter der Bühne

Knallig rot ist das Sofa, das in einer kleinen, mit Stickern und Kritzeleien verzierten Nische im Backstageraum des Kellerklubs Béi Chéz Heinz steht. Künstler aus aller Welt, die dort vor ihren Auftritten Platz nehmen, sitzen ein wenig schief darauf. Die rechte Seite neigt sich schon dem Boden zu. An einer Stelle piekst eine Feder. „Wir haben es noch gar nicht so lange, aber es ist schon gut durchgesessen.“, sagt David Lampe, zweiter Vorsitzender des Vereins Béi Chéz Heinz in Linden.

Die abgeriebenen Stellen des Sofabezugs und die bekritzelte Wand verheißen spannende Geschichten von durchgerockten Abenden. „Vor den Auftritten geht es hier ziemlich ruhig zu. Viele machen ein Nickerchen oder skypen mit ihrer Familie“, erzählt David. Aber nach dem Auftritt, da gehe es auch oft mal rund. „Die coolste Party gab es mal mit Käptn Peng. Die haben stundenlang zu trashiger 90er-Musik abgetanzt. Sehr sehr spaßig!“ Für David machen die Erinnerungen an eben solche Momente den Charme des Sofas aus. „Klar das Sofa ist oll und hat hier und da schon Dellen. Aber genau die machen den Charakter aus. Und auf den kommt es uns an – nicht nur bei den Musikern und unseren Gästen“, erzählt David.

Auf dem roten Sofa kommt man zur Ruhe, trinkt ein Glas Bier mit den Künstlern und tauscht sich über ihre neuste Platte aus – da ist es dann auch egal, wenn mal eine Feder piekst.

Maike Brülls

Hauptsache praktisch

Die beiden Sofas in Max’ WG sind keine Augenweide. „Abgeranzt“, nennt der Sportstudent die kunstledernen Ungetüme selber, die er zusammen mit seinen Mitbewohnern aus der Garage seiner Eltern in ihr Wohnzimmer geschleppt hat. Dafür waren sie kostenlos – und sind jetzt ziemlich praktisch. Bei Partys quetschen sich gerne mal über 20 Studenten ins kleine Wohnzimmer der Männer-WG und, notfalls auch gestapelt, auf die schwarzen Sofas.

Robust und stabil müssen die zwischen Pizzakartons und Spielekonsolen eingepferchten Sitzgelegenheiten dabei sein, wenn sie klebrige Bierduschen bekommen oder kurzerhand zur Tanzfläche umfunktioniert werden.

Am Morgen danach müssen Max und seine Mitbewohner dann die vergessenen Kronkorken der letzten Nacht aus der Ritze fischen. Aber erst, wenn der übriggebliebene letzte Partygast ausgeschlafen hat.

Lydia Tittes

Gemütlich wie bei Oma

Die Kaffeemaschine brummt und zischt. Es riecht nach frisch gemahlenen Bohnen und Kuchen. Im Hintergrund läuft eine Platte des britischen Singer-Songwriters Ben Howard. Langsam möchte man in den weichen Polstern versinken, ein Buch lesen und Cappuccino trinken. Auch wenn der samtige Kord-Bezug des Sessels an einigen Stellen abgewetzt ist.

Das „Ladencafè“ in Linden Nord erinnert an Omis Stube – an Gemütlichkeit und Geborgenheit. Besitzerin Tomke Luschnat hat hier im vergangenen Dezember nicht nur ein Café, sondern auch einen kleinen Laden eröffnet. Die heimelige Atmosphäre gibt es auch für Zuhause: Denn die Sessel, Sofas und Stühle, auf denen man gemütlich Kaffee schlürft und veganen Kuchen isst, gibt es zu kaufen. Die Vintage-Möbel treibt Tomke regelmäßig auf Flohmärkten, bei Haushaltsauflösungen oder Ebay auf. Und bietet Omi-Nostalgie für die eigene Wohnung.

Johanna Hasse

Harte Arbeit, weiches Sofa

Nach dem Ende der Mittagspause ist das kleine Sofa am Fenster des Gemeinschaftsbüros Coworking Spaces Edelstall der beliebteste Arbeitsplatz. Das meint Simon, der stets gegen 13 Uhr versucht sich einen der heiß begehrten Plätze zu sichern. Gar nicht so einfach bei 120 Mietern die sich im dritten Stock des Capitols in Linden-Mitte die Bürofläche teilen. Gefaulenzt wir auf dem eleganten, schwarzen Sofa nur selten. In der Regel ist es für die Studenten, Freiberufler und Start-up-Unternehmer die gemütliche Alternative zum Bürostuhl. Nach dem Mittagstief werden beim Sofa-Meeting die gemeinsamen Projekte besprochen und an neuen Ideen gearbeitet. Auch Ricardo weiß die gemütliche Sitzgelegenheit zu schätzen und macht sich regelmäßig mit seinem iPad, direkt neben der Kaffeemaschine, breit. Wenn nicht Simon da schon längst sitzen würde.

 Jan Petri

Stilvoll aber steril

Bei Roya sieht es ein bisschen aus wie in einer Zahnarztpraxis. Die Wände sind weiß, genau wie das Bett, der Schrank, der Schreibtisch – und natürlich das Sofa.
Kekskrümel oder leere Chipstüten haben auf dem Sofa der PR-Studentin nichts verloren. Das kann sich die 20-Jährige auch gar nicht erlauben: Erst vergangene Woche nahm Roya an der TV-Styling-Serie Shopping-Queen teil. Da hüllte sie ihr Sofa in einen farbigen Bezug, damit die Kandidatinnen samt Kamerateam auch ja keine Spuren bei den Dreharbeiten hinterlassen.
So ganz zufrieden ist Roya mit ihrer Sitzgelegenheit nicht: „Es federt kaum und ist total unbequem.“ Wenn sie es gemütlicher haben will, legt sie sich aufs Bett. Letztendlich bleibt ihr Sofa eben doch nur ein schlohweißes Deko-Objekt. Denn: „Es passt zu meinen anderen Möbeln.“

Lydia Tittes

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Dritter ZiSH-Sofatag
Foto: Im Welfengarten feiert die ZiSH-Redaktion mit zahlreichen Besuchern ihren dritten Sofatag.

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