Die Glocke schrillt, der Klassenraum füllt sich, die erste Stunde beginnt. Nur einer fehlt: der Faulenzer. Hat er dann ausgeschlafen, betritt er den Raum mindestens zehn Minuten zu spät, damit auch alle Notiz davon nehmen. Seine Verspätungen sind Ritual. Im Unterricht geht das Dilemma weiter. Nur mit dem Equipment ausgerüstet, das er am Leibe trägt, ist er wenig vorbereitet und schnorrt sich bei seinen genervten Sitznachbarn mit Zetteln und Stiften durch. Dass er sich auch nach einem halben Jahr noch kein eigenes Buch angeschafft hat, dankt ihm der Rücken seines Partners sehr, der für ihn mitträgt. Ist die Stunde vorbei, nutzt der Faulenzer die Pause, um sich ein paar Bissen Brot und einen Schluck Kaffee zu ergaunern – und macht sich dann auch schon wieder vom Acker. Denn es steht Sport auf dem Plan, und körperliche Ertüchtigungen sind so gar nicht das Ding des Faulenzers. Er macht sich lieber auf, sich zu erholen – von diesem anstrengenden Tag. Friederike Vogel
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