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Der Veganer

Bewusst für die Tierrechte

Aktiv auf Demonstrationen: Florian engagiert sich für den Tierschutz. Pelze, Leder und Fleisch sind für ihn tabu. Auf seinen Teller kommt nur vegane Lebensmittel.

© Privat

Florian hört gerne Conflict – die Altanarcho-Punk-Band aus dem Südosten Londons. „Ein Auge ist ein Auge, ein Leben ist ein Leben – ein mittlerweile vergessener Gedanke“, grölen die Briten in die Ohren des 23 Jahre alten Soziologie-Studenten. Das Lied heißt „Meat means Murder“ und ist ein Klassiker in der Tierrechtsszene. Genau wie der Satz von Leo Tolstoi, den er zitiert, wenn er über Tierrechte spricht: „Vom Tiermord zum Menschenmord ist es nur ein kleiner Schritt.“ Florian ist politisch, setzt sich für Tiere ein und lebt vegan.

Seitdem er 14 Jahre alt ist, kommt bei dem gebürtige Laatzener kein Fleisch auf dem Tisch. Mit der Peta-Dokumentation „Meet your Meat“ habe alles begonnen. Leidende Hühner zusammengepfercht und aufgeschlitzte Schweinebäuche – das machte ihn wütend. In seinem Freundeskreis diskutierte er viel über die Verantwortung gegenüber der Tierwelt. Viele seiner Freunde schlossen sich ihm an und verzichteten fortan auf Fleisch. „Am Mittagstisch gab es Sprüche, aber das war in Ordnung“, sagt er. „Wirklich rechtfertigen musste ich mich erst, als ich Veganer wurde“.

Mit 17 Jahren verzichtete Florian ganz auf Tierprodukte. Kein Fleisch, kein Ei, kein Käse, keine Milch. Für ihn ist das der richtige Weg. „Mir fehlt nichts, ich ernähre mich ausgewogen. Vitamin B12 gibt es auch in Sojaprodukten.“ Vegan ist nicht nur sein Essen, sondern auch seine Kleidung. Er trägt weder Leder noch Wolle, sondern synthetische Stoffe. Dafür tritt er auch öffentlich ein: im vergangenen Jahr etwa bei der „Köln pelzfrei“-Demo. Neben seinem Soziologiestudium schreibt er für ein „Tierrechtmagazin“. Zuletzt hat er einen Artikel über Paul Watson verfasst, einen ehemaligen Greenpeace-Aktivisten, der 1977 die Tierschutzorganisation Sea Shepherd gründete. Mit waghalsigen Manövern versuchen Mitglieder, die Jagd auf geschützte Wale und andere bedrohte Meeresbewohner zu verhindern. An militanten Aktionen beteilige sich Florian nicht – Tierbefreiungen etwa seien schließlich illegal.

Felix Klabe

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