Bert Rutkowsky ist ein Plfanzenfreund - Zwiebeln und Möhren landen nicht auf seinem Teller.
Wenn Bert Rutkowsky backt, freuen sich seine Kollegen, es gibt Kuchen mit Vanillecreme oder Schokoladenüberzug. Ein Kuchen ohne die Standartzutaten Milch, Eier und Hefe, denn der Berliner ist Frutarier. Er will nichts essen, wofür ein Lebewesen sterben muss. „Die Früchte werden von der Pflanze als Nahrung gebildet. Auf diesem Weg kann sie ihre Samen verteilen. Die Pflanze wird beim Ernten nicht zerstört“, erklärt der Diplom-Ingenieur. „Rüben, Zwiebeln, Knollen und andere Wurzeln zu essen bedeutet aber, die ganze Pflanze zu töten.“
In seinem Freundeskreis stößt die Ernährungsweise des 41-Jährigen nicht immer auf Verständnis. Etwa wenn er Essen ablehnt oder seine Freunde auf das „Pflanzenmassaker“ in ihrer Küche anspricht. Inzwischen haben seine Freunde und Bekannten seine Entscheidung akzeptiert und erkennen seinen Durchhaltewillen an.
Manche Menschen brachten ihn früher schon mal mit Esoterik in Verbindung. „Was ich mache, ist nicht esoterisch, sondern logisch“, argumentiert der Frutarier. „Ich bin zu der Auffassung gekommen, dass auch Pflanzen ein unversehrtes Leben führen sollten.“ Dass andere Menschen seine Sicht auf die Natur nicht teilen, findet er bedauernswert. „Manchmal denke ich, ich bin der einzige Frutarier“, lacht er. Von einer Handvoll anderer Frutarier hat er im Internet gehört, wie in der Veggie-Community. Dort tauscht er sich mit Vegetariern, Veganern und Frutariern aus. Er beantwortet auch Fragen zu seiner Ernährung, denn er lebt seit zehn Jahren frutarisch. „Viele Menschen interessieren sich für meine Lebensweise, manche denken so vielleicht auch über ein ähnliches Leben nach.“
Die Liebe zu den Lebewesen hört für ihn nicht an der Supermarktkasse auf. Er achtet auch bei anderen Dingen des Lebens, wie etwa bei Möbeln darauf, dass dafür möglichst keine Pflanzen vernichtet wurden. „Wenn ich einen Ort sehe, wo ein Baum gefällt wurde, ist das ähnlich, als ob ein totes Tier am Straßenrand liegt: sehr traurig.“
Malte Mühle
Ariane und Alisa haben die Rucksäcke gepackt – für neun Monate Australien. Ausgerüstet mit einem Jeep und einer großen Landkarte wollen die beiden Down Under erkunden.
Ein halbes Jahr lang waren Malte und Jonas in Australien unterwegs. Ausgerüstet mit Neugier auf die Menschen, die ihnen zwischen Youth Hostels und Bananenplantagen über den Weg laufen, haben die Abiturienten aus Down Under berichtet.