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Die Vegetarierin

Bewusste Mode machen

Kein Leider und keine Chickenburger: Josefine ist Mode-Studentin und Vegetarierin. Ihr Verzicht auf Fleisch sei ihr Beitrag zum Umwelt- und Tierschutz. Ein Porträt.

Kleidung aus Leder? Für Josefine kommt das nicht infrage. Die 24 Jahre alte Mode-Studentin aus Hannover ist Vegetarierin – seit drei Jahren. Bei ihr kommt kein Fleisch auf den Teller und kommen keine Stoffe auf die Haut, für die ein Tier sterben musste.

Wenn sie in ihrer Lindener Wohngemeinschaft kocht, dann gibt es Gemüselasagne oder Falafel. Das schmeckt und macht ihr ein gutes Gewissen. „Fleischfrei zu leben ist mein Beitrag zum Umweltschutz“, sagt sie. Vor drei Jahren zog Josefine nach Hannover. Aufgewachsen ist sie auf einem landwirtschaftlichen Hof bei Erfurt. Es ist ein moderner Betrieb, wie sie sagt. „Bei uns wird nicht mehr geschlachtet, mein Vater betreibt eine Käserei.“ Trotzdem landet dort hin und wieder ein Stück Fleisch auf dem Teller. Biofleisch, denn niemand in ihrer Familie unterstützt Massentierhaltung. „Es ist gut, wenn man weiß, woher das Fleisch kommt.“ Das gelte für alle Nahrungsmittel, egal, ob Ei, Milch oder Käse.

Dennoch läuft Josefine beim Vorbeigehen an einer Fast-Food-Kette manchmal die Spucke im Mund zusammen. „So ein Chickenburger auf die Schnelle, das wäre was.“ Aber die Studentin ist eisern. „So einen Burger zu kaufen wäre nicht nur inkonsequent, sondern auch nicht mit dem Gewissen vereinbar.“

Beim Fleischverzicht ist bei Josefine allerdings Schluss. Eier, Milch oder Soja stehen weiter auf ihrem Speiseplan – nicht wie bei Veganern, die komplett auf Tierprodukte verzichten. Diese Ernährungsphilosophie kommt für sie nicht infrage. „Ich will nicht auf tierische Eiweiße verzichten und irgendwelche ergänzende Präparate schlucken müssen. Das kann nur ungesund sein.“
Seit 2007 ist Josefine Mitglied der Tierschutzorganisation Peta. „Durch die Mitgliedschaft werde ich immer gut informiert“, sagt sie. Tierschutz sei ihr wichtig, aber auf die Straße geht sie nicht. Dafür sei neben dem Studium kaum Zeit. Das soll sich nach dem Abschluss aber ändern.

Felix Klabe

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