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Wann wird's endlich Sommer?

ZiSH empfielt Festivals Wann wird's endlich Sommer?

Ende Mai beginnt die Festivalsaison – doch die ersten Open Airs sind schon ausverkauft. Wer seine Lieblingsbands in diesem Sommer live sehen möchte, sollte sich also mit dem Ticketkauf beeilen. ZiSH stellt zehn Festivals vor, bei denen sich der Besuch lohnt.

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Das Hurricane: Auch dieses Jahr wieder vom 22. bis 24. Juni

Quelle: Patrice Kunte

Hannover. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. ZiSH-Redakteure präsentieren euch zehn Festivals, jeweils mit wichtigen Eckdaten rund um die einzelnen Events.

Dockville - Nah am Wasser

So richtig schön wird’s erst in der Nacht. Was für andere Festivals gilt, trifft auf das „Dockville“ in Hamburg Wilhelmsburg ganz besonders zu. Wenn es dunkel wird über den Sträuchern am Elbstrand, dann leuchten bunte Lampen in den Büschen auf und die surrealen Kunstwerke auf dem Gelände verwandeln sich in eine bizarr-schöne Festivalkulisse.
Vom 10. bis 12. August werden sich im Schatten der großen Industrietürme auf der anderen Flussseite nun schon zum sechsten Mal Avantgarde und Mainstream der Popmusik treffen. Das Festival, als kleines Alternativprojekt gestartet, zog im letzten Jahr bereits über 50 000 Besucher an. Kein Wunder, bei diesem Line-Up: Dieses Jahr sind Elektro-Größen wie Hot Chip, James Blake, Metronomy und Frittenbude angemeldet. Aber auch Indie-Helden wie Tocotronic und Maximo Park sind mit dabei. Rapper Ghostpoet vervollständigt den Genremix auf dem Festival mit dem wohl schönsten Gelände im Norden.

10. bis 12. August
Kombiticket: 67 (mit Camping 82) Euro.
Internet: www.msdockville.de

Malte Mühle

Berlin Festival - Für Hipster

Im September wird das Rollfeld des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof zum Laufsteg für die Hauptstadt-Hipster. Doch das „Berlin Festival“ ist auch für Auswärtige eine Reise wert: 2011 gab es dort eines der wenigen Deutschlandkonzerte von Dubstep-Wunderkind James Blake, 2012 geben sich Franz Ferdinand nach langer Pause mal wieder die Ehre. Ein Coup ist auch die Verpflichtung der isländischen Pop­avantgardisten von Sigur Rós. Ein Heimspiel hat das exaltierte Pop-Punk-Kollektiv Bonaparte („Anti Anti“). Die Wege zwischen den drei Bühnen, zwei davon in Hangars, sind angenehm kurz. Wegen der Anwohner ist um Mitternacht Schluss mit Livemusik. Wer mag, kann aber mit Funkkopfhörern bei der „Silent Disco“ durch die Nacht tanzen. Mehr Bands gibt es parallel im „Club Xberg“ in der Arena Berlin. Neben Metronomy und Digitalism sind dort auch Modeselektor zu sehen. Wer die nicht verpassen will, sollte sich rechtzeitig die 15 Euro teureren Kombitickets sichern.

7. und 8. September
Kombiticket: 81,40 (mit „Club Xberg“ 97,90) Euro.
Internet: www.berlinfestival.de

Karsten Röhrbein

BootBooHook - Mit Open End

Dass das Pop-Duo Boy dieses Jahr einer der Headliner des „BootBooHook“-Festivals ist, ist eine gute Nachricht: All diejenigen, die keine Karte mehr für das Boy-Gastspiel im Capitol bekommen haben, erhalten jetzt eine zweite Chance, den leisen, zerbrechlichen Akustik­pop von Valeska Steiner und Sonja Glass live in Hannover zu erleben. Doch aller guten Dinge sind drei: Auch die Elektro-Indie-Popper The Whitest Boy Alive und Tocotronic sind Höhepunkte beim „BootBooHook“. Freunde cleverer, doppeldeutiger deutschsprachiger Texte dürfen sich auch auf Ja, Panik! freuen, die Pop, Punk und Politik virtuos verbinden. Auf dem neuen Gelände am Expo-Wal können jetzt bis zu 6000 Besucher die Bands bis spät nachts auf der Open-Air-Bühne und in den zwei Festzelten verfolgen. Dank des neuen Standorts gibt es keine Sperrstunde mehr. Abzuwarten bleibt allerdings, ob das Flair am ehemaligen Expo-Gelände auch wieder so familiär wird wie bislang auf dem Faust-Gelände in Linden.

24. bis 26. August
Kombiticket: 55 Euro.

Anne-Sophie Lucas / ZiSH

Splash - Bagger undd Beats

Seit 15 Jahren ist das „Splash!“ eines der größten Hip-Hop Festivals in Deutschland. Vom 6. bis 8. Juli wird die kleine Halbinsel Ferropolis zum Mekka für  Kapuzenpullover- und Bandana-Träger. Unter der beeindruckenden Kulisse aus Kränen und Baggern wird an verschiedenen Bühnen und in Partyzelten ein Wochenende lang zu Hip-Hop, Drum ’n’ Bass und Dancehall gefeiert. Mit den Beginnern als Headlinern steht beim „Splash!“ ein besonderes Konzert an: Jan Delay und Co. haben sich nach sieben Jahren wiedervereint und werden mit Hits wie „Morgen Freeman“ oder „Fäule“ alte und neue Fans begeistern. Ein weiteres Highlight: De La Soul. Die US-Rap-Altmeister sind seit über 20 Jahren im Geschäft. Verglichen damit ist die junge Chemnitzer Indie-Rap-Band Kraftklub noch grün hinter den Ohren. Egal, das Debütalbum „Mit K“ stand jüngst auf Platz eins der deutschen Charts. Doch das Festival bietet mehr als nur Musik: Graffiti-Künstler sprühen direkt neben der Hauptbühne ihre Bilder, und Breakdancer tanzen auf dem Gelände.

6. bis 8. Juli
Kombiticket: 105,45 Euro.
Internet: www.splash-festival.de

Melissa Catalina Gehle / ZiSH

Hurricane - Scheeßel rockt!

Wer nicht an Grünkohlwanderungen oder mehrtägigen Fahrradtouren interessiert ist, hat wenig gute Gründe, die Gemeinde Scheeßel zu besuchen. Vom 22. bis 24. Juni ist das anders: Dann lockt das „Hurricane“-Festival Besucher und Bands in die norddeutsche Tiefebene. Aus Berlin reisen Die Ärzte an, für die das Festival ein zweites Wohnzimmer sein dürfte: Schon zum vierten Mal werden Bela, Farin und Rod das Publikum mit ihrem Mix aus Klamauk und deutschem Punkrock unterhalten. Mit im Reisegepäck haben sie das am 13. April erscheinende Album „auch“. Headliner sind außerdem The Cure und Blink 182, die ihren ursprünglich für 2011 angekündigten Auftritt nun nachholen. Neben Rise Against, Sportfreunde Stiller und The Kooks sind auch viele der üblichen Verdächtigen vor Ort. Auch Elektro- und Hip-Hop-Fans sollen auf ihre Kosten kommen: Auf der „White Stage“ werden unter anderem Fritz Kalkbrenner und K.I.Z. erwartet. Auch wegen ihnen wird sich die Einwohnerzahl Scheeßels kurzfristig verzehnfachen.

22. bis 24. Juni
Kombiticket: 135 Euro.
Internet: www.hurricane.de

Manuel Behrens

Rockharz - Metalgebirge

Im Juli ist es nahe der Kleinstadt Ballenstedt aus mit der idyllischen Ruhe. Denn dann beginnt mitten im Wald das „Rockharz“-Festival. Metalfans aus ganz Deutschland reisen in das kleine Örtchen im Harz, um im Schatten des Brockens Metal unterschiedlichster Spielart zu zelebrieren. Dieses Jahr sind die deutschen Power-Metal-Pioniere Blind Guardian und die schwedische Death-Metal-Band Amon Amarth dabei. Für die Gothic-Fraktion dürften Auftritte von ASP, Lacuna Coil und Epica interessant sein. Am ersten Abend gibt es beim „Rockharz“ einen besonderen Brauch: Bei Anbruch der Dunkelheit wandern die Besucher zu einem Hügel namens „Teufelsmauer“. Von dort lässt sich das ganze Gelände überblicken – und vielleicht noch das Echo einer Metalkapelle vernehmen, die unten wütet. 1993 begann alles als kleine Punkveranstaltung namens „Rock gegen Rechts“.  Mittlerweile ist aus Punk Metal geworden, die Besucherzahlen sind gestiegen, und die Veranstalter können sich auch große Bandnamen leisten.

12. bis 14. Juli
Kombiticket: 69,90 Euro.
Internet: www.rockharz-festival.com

Isabell Korth

M'era Luna - Sauberes Ding

Schwarze Roben, in Korsagen geschnürte Mädchen und viel Kajal – das erwartet man von Besuchern eines Gothic-Festivals. Klischee ade? Nee. Tatsächlich ist das „M’era Luna“ in Hildesheim oft mehr Modenschau als Festival. Häufig begegnet man Fotografen auf der Suche nach hübschen Motiven, noch häufiger hübschen Motiven auf der Suche nach Fotografen. Trotzdem ist sich niemand zu schade, sich – wenn die Schminke endlich sitzt – zusammen mit 23 000 anderen Besuchern ins eher schwarze als bunte Treiben vor der Bühne zu stürzen. Hier sieht man Bands von Dark Wave über Mittelalter-Rock bis Metal, von weltbekannt bis gerade aus der Garage geschlüpft. Dieses Jahr sind unter anderem die Düster-Popper Placebo und die Industrial-Metaller Eisbrecher dabei. Mit Schandmaul, Subway To Sally und In Extremo sind außerdem fast alle deutschen Mittelalterrockgrößen vertreten. Man trinkt Rotwein statt Bier, unterhält sich statt herumzugrölen. Selbst auf’s Dixi kann verzichtet werden – zentral gelegen gibt es saubere Spültoiletten.

11. und 12. August
Kombiticket: 79 Euro.
Internet: www.meraluna.de

Isabell Korth

SonneMondSterne - Leider geil

Ein See, ein riesiger Pavillon am Strand und Tausende Menschen, die zu Synthesizern und wummernden Bässen in den Sonnenuntergang tanzen – das ist das Elektro-Festival „SonneMondSterne“ im thüringischen Saalburg. Waren es 1997 beim Debüt noch 2500 Besucher, kamen im vergangenen Jahr schon 35 000 Festivalfanatiker, die das Gelände um die Bleilochtalsperre in eine gigantische Tanzfläche verwandelten. Für elektronische Musik gilt das Open-Air-Festival als eines der größten in Europa und lockt viele Szenegrößen an: Neben The Prodigy, The Bloody Beetroots, Skrillex, Fritz Kalkbrenner und Fatboy Slim gehören wie im letzten Jahr auch wieder Deichkind zu den ersten angekündigten Bands. Mit ihrem unkonventionellen Partymix aus Hip-Hop und Elektrogebrazze haben es die Hamburger mit ihrem aktuellen Album „Befehl von ganz unten“ bis auf Platz zwei der Charts geschafft. Bei so einem Line-up sollte dem gemeinschaftlichen Tanzexzess nichts mehr im Wege stehen.

10. bis 12. August
Kombiticket: 101 Euro.
Internet: www.sonnemondsterne.de

Ansgar Nehls

Melt! - Die Party Insel

Auf einer Halbinsel im Greminer See im Osten Sachsen-Anhalts stehen schwere Maschinen: Bis zu 30 Meter sind die Eisenkolosse hoch, die hier bis 1991 Braunkohle abbauten. Wenig später wurde das Gelände zum Freiluftmuseum und bietet seit 1999 die Kulisse für das Musikfestival „Melt!“. Rund 20 000 Besucher feiern seitdem jedes Jahr drei Tage mit Künstlern aus Rock, Elektro und Pop. Ein Highlight dürfte in diesem Jahr das Comeback von Bloc Party sein: Die Indie-Rocker melden sich nach fast dreijähriger Pause und Soloaktivitäten ihres Frontmanns Kele Okereke in alter Besetzung zurück. Für 2012 ist ein neues Album angekündigt. Bekannt ist die Band für Hits wie „Helicopter“ oder „Hunting for Witches“. Bestätigt sind fürs „Melt!“ außerdem Rufus Wainwright, Pop-Sensation Lana Del Rey, das französische Electroduo Justice und Beth Dittos Band Gossip. Wem das alles zu sehr nach Mainstream klingt, darf sich auf die Hipster-Lieblinge Destroyer und Caribou freuen. Und das ist noch nicht alles ...

13. bis 15. Juli
Kombiticket: 126 Euro.
Internet: www.meltfestival.de

Thersa Kruse / ZiSH

Immergut - Klein, aber fein

Beim „Immergut“-Festival ist alles etwas anders: Es wird nun schon im 13. Jahr von dem Verein Immergutrocken organisiert. Mit 5000 Besuchern mag es zwar zu den kleineren Festivals zählen, aber es ist eben diese gemütliche, familiäre Atmosphäre, die das Open Air so besonders macht.
Ein Höhepunkt des Festivals in Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern, ist der Auftritt der Blood Red Shoes. Die Alternative-Rocker aus Brighton, die Ende 2010 noch im Béi Chéz Heinz in Linden gespielt haben, bringen kommende Woche ihre dritte Platte „In Time To Voices“ raus. Zugesagt haben außerdem die charmante norwegische Schrammel-Indieband Kakkmaddafakka und Sin Fang – der Isländer mit dem künstlichen Bart und dem chaotischen Folk. Das „Immergut“ bietet aber nicht nur Musik: Auch Kultautor und Studio-Braun-Satiriker Heinz Strunk („Fleisch ist mein Gemüse“) und das Duo „Tiere streicheln Menschen“ treten auf. Die beschreiben ihre Show so: „Einer liest. Einer singt. Und du wirst lachen!“

25. bis 26. Mai
Kombiticket: 60 Euro.
Internet: www.immergutrocken.de

Theresa Kruse

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