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Lästern Lehrer über Schüler?

Was wir schon immer wissen wollten Lästern Lehrer über Schüler?

Haben Lehrer auf Klassenfahrten eigentlich auch Spaß? Und finden sie es peinlich, Schüler beim Shoppen zu treffen?
 Wir haben Lehrer all das gefragt, was wir schon immer mal wissen wollten.

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Quelle: Illustration: Hoch

Finden Sie Ihren Unterricht auch manchmal langweilig?

Florian Hartmann 
unterrichtet Deutsch und Musik am Erich-Kästner-Gymnasium.

"Was soll ich damit? Das ist doch echt unnötig.“ Klar, das habe ich mir als Schüler auch oft gedacht. Deswegen finde ich es auch okay, wenn manche Schüler beispielsweise beim Akkordelernen im Musikunterricht nichts damit anfangen können. Wenn sie denken, dass das totaler Quatsch ist. Jeder hat mal ein Thema, das ihm nicht liegt. Wenn er beim nächsten Thema dann wieder motiviert dabei ist, ist das kein Problem.

Aber das ist ja auch etwas, das man in der Schule lernt: mit Dingen umzugehen, auf die man eigentlich keine Lust hat. Die Schüler lernen in der Schule also schon auch etwas fürs Leben. Sie werden in eine bunt gemischte Klasse gesetzt und müssen dann mit den anderen zusammenarbeiten und auch Freunde finden. In solche Situationen kommt man auch später immer wieder.

Natürlich ist es als Lehrer auch wichtig, den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten. Es ist nervig, wenn einem einer 90 Minuten einen vom Pferd erzählt und dabei an der Tafel rumkritzelt. Ich versuche, die Schüler auch mal zu überraschen – vor allem aber immer mit guter Laune in den Unterricht zu kommen. Und wenn das Thema „Oper“ im Musikunterricht dran ist, sage ich das erst mal nicht, sondern lasse die Schüler einen Dialog nachspielen oder den Text in aktuelle Sprache übersetzen. Wenn man gleich sagt, dass das neue Thema „Oper“ ist, schalten manche direkt ab. Aber trotzdem gibt es bestimmt in jeder Unterrichtsstunde mindestens einen Schüler, der sich langweilt – das ist nun mal so.

Aufgezeichnet von Hannah Scheiwe

Haben Sie ein Privatleben?

Wir fragten eine Lehrerin für Geschichte, Religion und Deutsch, die anonym bleiben möchte.

Klar habe ich ein Privatleben! Auch wenn Schulschluss für mich nicht gleich Feierabend bedeutet. Für mich ist Sonntag oft der erste Arbeitstag der Woche. Besonders in der Klausurenphase bin ich häufig am Ende meiner Kräfte. Zum Glück habe ich nicht nur Lehrerfreunde. In meiner Freizeit will ich auch über anderes als den Job reden. Vielleicht wundern sich Schüler darüber und schauen deshalb verschämt weg, wenn sie mich in der Stadt sehen. Ich finde das gar nicht so schlimm und lasse sie in Ruhe. Auch im Club wird kein Lehrer sagen: „Komm, wir feiern zusammen.“ Das wäre für uns genauso komisch wie für die Schüler.

Irgendwie doch typisch Lehrer bin ich wohl, was meine Hobbys angeht. Meine Interessen sind schon fachspezifisch: Auf Bücher zu spannenden historischen Themen warte ich manchmal wochenlang voller Aufregung! Ich versuche Berufliches und Privates aber zu trennen: Mit Schülern auf Whatsapp zu schreiben, finde ich schwierig, abends auf dem Sofa möchte ich keine Hausaufgabenfragen mehr beantworten. Dafür versuche ich, nach der Arbeit die nett gemeinte Lehrer-Besserwisserei abzuschalten – und meine Freunde nicht wie Schüler zu belehren.

Aufgezeichnet von Katharina Kunert

Macht Ihnen Ihr Job Spaß?

Nicole Kitzel 
unterrichtet Deutsch und Geschichte an der IGS Mühlenberg.

Ich wollte nie so altbacken und langweilig werden wie einige meiner Lehrer früher. Meine Vorstellung vom perfekten Lehrer ist auch nach fast 20 Jahren Arbeit geblieben: Ich will den Schülern nicht nur Deutsch und Geschichte beibringen, sondern ihnen auch helfen, eigenständige Menschen zu werden. Argumentieren oder Probleme erörtern zu können ist beispielsweise auch im Alltag hilfreich. Ich will auch nicht abstumpfen, nicht 20 Jahre die gleichen Kopien benutzen und immer das Gleiche erzählen. Das ist zwar einfach, macht aber weder den Schülern noch mir Spaß.

Manchmal bin ich natürlich schon genervt von meinem Job – zum Beispiel, wenn ich am Wochenende Klausuren korrigieren muss. Oder wenn mal wieder der Elternsprechtag ansteht. Der ist für mich genauso anstrengend wie für manche Schüler. Sowieso sind die Schüler irgendwie aufmüpfiger und respektloser geworden. Das ärgert mich, und da muss ich immer wieder deutlich machen, wo die Grenzen sind. Trotzdem habe ich das Lehrersein nie bereut. Wenn die Schüler dann mal bei einer schwierigen Gedichtinterpretation plötzlich kreative Ideen haben, weiß ich: Ich habe den richtigen Beruf gewählt.

Aufgezeichnet von Sophie Leyh

Stressen Sie Klassenfahrten?

Sascha Meixner, 
Lehrer für Mathematik und Physik an der 
IGS Langenhagen.

Auf Klassenfahrten lernt man die Schüler immer noch mal ganz anders kennen als im stressigen Schulalltag. Manchmal stellt sich das stille Mäuschen auf der Fahrt plötzlich als Gruppenanführerin heraus – das ist dann schon komisch. Ob eine Klassenfahrt dann wirklich Spaß macht oder nur anstrengend ist, kommt immer auf die Klasse und die Kollegen an.

Im Vorfeld der Klassenfahrten mache ich mir natürlich viele Gedanken – rund um die Uhr bin ich für eine große Gruppe verantwortlich, das kann einem schon Angst machen. Und man weiß nie, ob alles wie geplant klappt. Einmal hatte ein Zug drei Stunden Verspätung, sodass wir eine Fähre verpasst haben. Das war schon echt ätzend.

Aufgezeichnet von Leandra Morich

Lästern Lehrer auch?

Wir fragten eine Lehrerin für 
Mathe und 
Französisch, die anonym bleiben möchte.

Im Lehrerzimmer wird genauso getratscht wie auf dem Pausenhof! Wenn ein Schüler plötzlich respektlos ist, besprechen wir das unter Kollegen, aber auch wenn ein neues Pärchen auf dem Pausenhof gesichtet wird. Ist doch spannend, wer da mit wem zusammen ist. Was die Schüler von mir und meinem Unterricht halten, ist mir wichtig – wir lernen schließlich gemeinsam.

Meine Klausuren mache ich aber nicht leichter, um mich beliebt zu machen. Bei der Notengebung ist es mir wichtig, trotz Sympathien fair zu bleiben. Es wäre eine Lüge, zu behaupten, dass eine objektive Notengebung immer klappt. Aber wenn Schüler sich einschleimen, merke ich das schon. Als Klassenlehrerin muss ich auch vermitteln, wenn Schüler Probleme mit anderen Lehrern haben, das ist nicht immer leicht. Bei persönlichen Fragen muss man immer abwägen. Aber warum sollte ich verschweigen, welcher Kollege mit wem verheiratet ist?

Aufgezeichnet von Katharina Kunert

Hausaufgaben vergessen? - Last-Minute-Ausreden für Schüler

Ausreden wie „Mein Hund hat die Hausaufgaben gefressen“ funktionieren nicht mehr. Hier gibt’s Ausreden für alle, die die Hausaufgaben trotzdem mal vergessen:

Für Schleimer: „Ach, es tut mir ehrlich leid, aber ich war von der Art und Weise der Aufgabenstellung dermaßen fasziniert, dass ich darüber volle Axt die Zeit vergessen habe.“ 


Für Dreiste: „Also, ich hab Ihnen die Hausaufgaben heute Nacht um 3 Uhr per Mail geschickt, weil Sie doch immer sagen, dass man meine Schrift nicht lesen kann, und die müsste längst bei Ihnen angekommen sein.“ 


Für Muttersöhnchen: „Tut mir leid, aber mein Vater war so stolz, dass ich endlich mal etwas richtig gemacht habe, dass er das Heft mit zur Arbeit genommen hat, um vor seinen Kollegen anzugeben. Sie glauben ja nicht, was die alle für dumme Kinder haben!“ 


Für Pseudo-Streber: „Ich habe gestern den ganzen Tag in der Bücherei zugebracht, und einige der Bücher, die ich für die Bearbeitung der Aufgabe brauchte, waren leider bereits ausgeliehen. Sicherheitshalber habe ich hier einen Zettel mit Unterschrift der Bibliothekarin, die bezeugen kann, dass ich ohne die nicht vorhandenen Werke meine Aufgaben bedauerlicherweise nicht erledigen konnte.“ 


Für Ehrliche: „Sorry, ich habe es nicht, mache es aber zu morgen nach, wenn das noch geht, und es kommt nie wieder vor.“ 


Für zu Ehrliche: „Ich hab’s nicht, und mache es auch nicht. Die Aufgaben sind scheiße, das Fach ist scheiße, das Leben ist scheiße, alles ist scheiße.“

Die Zitate stammen aus dem Buch „Lehrer zähmen leicht gemacht“, erschienen im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag (12,99 Euro).

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