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Zehn Dinge, die ich an Hannover liebe

Antwort auf umstrittenen Artikel Zehn Dinge, die ich an Hannover liebe

Über Hannover lästern geht immer. Ob auf Studentenpartys in Freiburg oder Konzertbesuchen in Hamburg. Auf die Belanglosigkeit von Hannover kann man sich scheinbar überall einigen. Am Montag war hier auf HAZ.de der Artikel "Dinge, die ich an Hannover hasse" zu lesen. Das wollte ZiSH-Autor Ansgar Nehls nicht unbeantwortet lassen.

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Ob Partys, Kiosk-Shopping oder kreative Projekte: Hannover hat mehr zu bieten, als die meisten "Außerstädtischen" denken. 

Quelle: HAZ/M

Nr. 1: Einkaufen beim Kiosk

Ja, Hannover hat einen tollen Maschsee und eine wunderbar grüne Eilenriede. Was als Argument aber wirklich zieht, ist die Kioskdichte. Keine Stadt hat so viele Kioske wie Hannover (341). Wer also mit Freunden spätnachts durch Marburg, Heidelberg oder Göttingen in Richtung Klub zieht, der darf als Hannoveraner auch einmmal genüsslich darauf hinweisen, dass jetzt ein "Wegbier" ganz nett wäre. In den meisten Studentenstädten hat dann schon alles dicht. In Hannover bekommt man auch um 3 Uhr nachts noch sein Bierchen – und wenn man Glück hat gibt's einen netten Schnack mit dem Kioskbesitzer gratis dazu.

Nr. 2: Die größte Messestadt der Welt. Das kann genutzt werden!

In Hannover ist gefühlt immer Messezeit – und das können vor allem die Jüngeren nutzen. Zum Geldverdienen kann man sein Zimmer vermieten, auf der IAA Flyer verteilen oder bei der Hannover Messe Besucherumfragen durchführen: Jobs gibt es in der größten Messestadt der Welt genug. Und beim Gedanken ans Gehalt stört das Gedränge in der Bahn auch gleich viel weniger.  

Nr. 3: Grundvokabel: „Limmern“

Eine der Grundvokabeln, die man als Zugezogener in Hannover lernen muss, ist „limmern“. Zu deutsch heißt das: Bis tief in die Nacht auf der Limmerstraße in Häusereingängen und auf Bänken zu sitzen, Bier zu trinken und sich (in angemessener Lautstärke) zu unterhalten. Großartig.

Nr. 4: Feuerwerk auf dem „Deich“ gucken

Der Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten ist spektakulär. Noch toller sind aber die Picknick-Treffen auf dem „Deich“, dem kleinen Wall links neben den Gärten. Von da kann man, wenn man keine Karte mehr bekommen hat, die Shows bewundern – ganz kostenlos mit seinen Lieben.  

Nr. 5: Einfach mal den Klub wechseln

Wer in Hannover ausgehen will, muss für sich eigentlich nur eine Frage beantworten: Gehen wir ins Diskodreieck am Bahnhof oder nach Linden? Egal wie die Antwort lautet, von da an sind alle Möglichkeiten offen. In Hannover muss man sich nicht für einen Klub pro Abend entscheiden. Wenn die Musik in der Faust gerade nicht die beste ist, dann geht’s halt weiter ins Bei Chéz Heinz, ins Lux - oder einfach auf die Limmerstraße (siehe Punkt 3). Die Wege sind ja nicht so weit und für die Techno-Heads gibt’s auch noch den vorzüglichen Weidendamm.

Nr. 6: In Hannover gibt es Raum für Projekte

Gut versteckt an der Fössestraße in Linden liegt die Anlage des 2er-Skateboarding-Vereins. Die selbstgebauten Rampen, die Bar und die verzierten Holzgerüste bilden ein Skater-Paradies, das einmal im Jahr, beim 2er-on-Fire-Festival zum Hotspot für die Community wird. Das lohnt es sich zuzugucken – oder selbst zu fahren. Nur ein paar Schritte weiter entsteht seit letztem Jahr außerdem das Platzprojekt. In einem Container-Dorf werden dort reihenweise Projekte angeschoben – vom Bierbrauer bis zum Fahrradbauer.

Nr. 7: Mit Bausünden richtig umgehen

In einem haben die Kritiker ja recht: Bausünden gibt es in Hannover einige. Die größte ist zweifellos das Ihmezentrum. Wie liebenswert Hannover trotzdem ist, zeigt sich, wie die Einwohner damit umgehen. Bestes Beispiel sind die empfehlenswerten Rundgänge von Bewohner und Ihmezentrums-Aktivist Costa Alexander.

Nr. 8: Hannover ist musikalisch

Zwischen Eilenriede und den drei warmen Brüdern gibt es weit mehr als die Scorpions (oder Marquez). Beispiele gefällig? U3000, Ich kann Fliegen oder die Beatpoeten. Ist natürlich Geschmackssache – aber die Szene hat für jeden etwas zu bieten.  

Nr. 9: Currywurst im Plümecke

Der englische Guardian hat einmal die besten Bars Europas gekürt. Mit dabei: Das „Plümecke“ in der List. Aus Hannover. Dort gibt’s außer einer großartigen Currywurst und kühlem Pils nicht wirklich viel. Rustikale Holztische, eine rustikale Bedienung, und vor allem keinen Handyempfang. Ins Plümecke geht man um zusammen ein Bier zu trinken und sich zu unterhalten. Ganz altmodisch und liebenswert.  

Nr. 10: Man muss nicht immer in Klubs feiern

Von der Decke hängen Fleischerhaken und der Bass vibriert durch die scheunenartige Halle. Einmal im Semester feiern Studenten der Tierärztlichen Hochschule die „Rikli-Party“ in der Rinderklinik – dort wo sonst Rinder operiert werden. Statt in Großraumdiskos können Hannoveraner außerdem auch auf dem Boden eines alten Fitnesstudios feiern. Am Lindener Hafen steht zwischen Industriehäusern die Probehalle. Wo sich früher auf Laufbändern und an Hantelbänken gequält wurde, werden nun Partys, Kunstausstellungen oder Theateraufführungen organisiert. Schließlich können Partys innerhalb der altbekannten Klubmauern irgendwann auch mal langweilig sein.

Von Ansgar Nehls

Dinge, die ich an Hannover hasse

Als sie am Kröpcke in einen Haufen Pferdeäpfel latschte, war für ZiSH-Autorin Saskia Ratzmann klar: Hannover ist das größte Dorf der Welt. Zum Studieren zog sie von Hamburg an die Leine – und findet Hannover viel zu nett. H ier lesen Sie noch einmal den ZiSH-Artikel in voller Länge.

Für ZiSH erinnern sich ehemalige Hannoveraner an ihre Heimatstadt – und was sie daran vermissen.

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Der Autor ist Mitglied der HAZ-Jugendredaktion ZiSH. Mehr zu dem Projekt sowie weiter Artikel finden Sie hier.  

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