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Das sind die Hotspots für Studenten in Linden

Der große ZiSH-Stadtteilguide Das sind die Hotspots für Studenten in Linden

Im großen ZiSH-Stadtteilguide stellen bis zum Semesterstart vier Hannover-Experten ihren Kiez vor. Heute Teil eins: Von Linden bis Limmer – mit ersten Dates auf der Dornröschenbrücke, portugisischen Törtchen und einer Kiosktour auf der Limmerstraße.

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Mein Kiosk, mein Cafè, mein Linden: Caro Beykirchen hat ZiSH ihren Lieblingsstadtteil gezeigt.

Quelle: Kutter

So märchenhaft wie ihr Name wirkt die Dornröschenbrücke gar nicht. Eigentlich ist sie recht unscheinbar: grauer Beton, Metallgeländer, Laternen voller Sticker. Eine besondere Atmosphäre herrscht hier – über der Leine – trotzdem: In der Sonne sitzen mehrere Gruppen von Mittzwanzigern, quatschen und trinken Bier und Brause. Auch für Caro ist die Brücke zwischen Linden und der Nordstadt ein besonderer Ort – denn hier hatte die 24-Jährige mit den langen braunen Haaren und der Hose mit abgewetzten Knien vor eineinhalb Jahren ihr erstes Date mit ihrem Freund.

Doch nicht nur zwischen den beiden hat es damals gefunkt: Sie verliebte sich auch in Linden. „Für mich ist das hier der Inbegriff des studentischen Lebens“, sagt die Tiermedizinstudentin. Hier geht sie feiern, genießt den Tag im Café oder setzt sich mit einem Buch ans Ufer.

Doch nicht nur Studenten schätzen den Stadtteil im Westen Hannovers. Linden ist Kult – besonders die Limmerstraße im Norden. Hier gibt es Restaurants, Döner-Buden, dazwischen Cafés und Blumenläden, Supermärkte und Kioske. Es ist schön und etwas schäbig zugleich. Und ziemlich bunt. Eine wilde Mischung. Es riecht nach Döner und asiatischem Essen. Viele der Restaurants haben große, lange Tische vor der Tür stehen. „So entstehen tolle Gespräche mit Unbekannten“, sagt Caro. Eines ihrer Lieblingsrestaurants ist Mr. Thang: „Da gibt es leckeres frittiertes Sushi.“

So unterschiedlich wie die Läden sind auch die Menschen, die man in Linden trifft. Linden steht für Vielfalt – und für verrückte Storys. Die kennt auch Caro: „Neulich sind wir die Limmerstraße entlang spaziert, als eine Frau mit einer Klopapierrolle als Mikrofon auf uns zukam und uns fragte, ob Faschismus und Schönheit unserer Meinung nach immer zusammengehören.“ Schon steckten sie mitten in einer Diskussion. Das ist typisch für Linden. Hier spricht man auch einfach mal mit Fremden.

Das passiert vor allem beim sogenannten „Limmern“ – einer Lieblingsbeschäftigung vieler jungen Lindener. Auch Caro holt sich abends gerne mit Freunden ein Bier an einem der vielen Kioske und macht es sich auf dem Boden gemütlich. Einer der Kioske, die das möglich machen, ist der von Esengül Türk, im Stadtteil als Gül bekannt. Mit den Studenten kommt sie gut zurecht: „Oft helfen sie mir beim Schleppen schwerer Kisten. Oder sie passen auf, dass niemand klaut.“

Unter dem studentischen Linden-Nord wirkt Linden-Mitte rund um den Lindener Marktplatz eher schick, der Süden ist ein Multikulti-Stadtteil. Wem der Sinn mehr nach einem ganz besonderen Kaffee steht, der wird auf der Deisterstraße fündig: Im V17 gibt es den besten Kaffee der Stadt. Das sagt zumindest Bert Börsing, dem der „Heimathafen Linden“ gehört, ein Design-Accessoires-Laden direkt nebenan. Börsing verkauft dort auch Linden-Fanshirts – und das wohl erfolgreich. „Man ist hier sehr stolz auf seinen Stadtteil.“

Einige Meter weiter liegt die Pastelaria Luis, in der es portugiesische Törtchen und Ähnliches gibt. Im Gespräch mit Besitzer Luis und einer Kundin wird deutlich, wie beliebt der Stadtteil ist: „Vor zehn Jahren bin ich hier hergezogen, weil die Mieten so niedrig waren“, sagt die Frau. „Mittlerweile muss man mit 50 anderen Leuten an einem Casting teilnehmen!“ Offenbar ist der Stadtteil einer der beliebtesten Hannovers – und dabei verhältnismäßig jung: Erst 1920 wurde Linden in die Stadt eingegliedert. Trotzdem steht mit dem Apollo eines der ältesten Vorstadt-Kinos Deutschlands in dem Stadtteil: 1908 wurde es auf der Limmerstraße eröffnet.

Doch in Linden flimmern die besten Geschichten nicht über die Kinoleinwand oder verbergen sich hinter Namen wie der Dornröschenbrücke. In Linden erlebt man sie tagtäglich im verrückten Miteinander seiner Bewohner. Und manchmal sind es sogar Liebesgeschichten – wie bei Caro.

Wentje Lübbing

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